Verlauf Veredelungskartoffeln Juni 2016 - 2018

29.09.2020 Kartoffelernte startet nun auch auf schweren Böden

Nun ist auch in den Kartoffelanbauregionen Mittel- und Westeuropas endlich Regen gefallen und es soll in den kommenden zwei Wochen unbeständig bleiben. Das ermöglicht jetzt in den trockenen Regionen im Südosten Hollands und in Belgien ein aufweichen der Böden. Die Kartoffelernte kann auch dort endlich fortschreiten.
Das hat zwar noch keinen Einfluss auf die Kartoffelpreise und die Marktlage wird sich auch vorerst nicht ändern. Kartoffeln, die nicht in Vorverträgen verkauft wurden, werden weiterhin in alternativen Verwertungsmöglichkeiten „entsorgt“. Das bestimmt den Preis für Verarbeitungsrohstoff.
Speisekartoffeln werden inzwischen in sehr vielen Werbekampagnen beworben, was den Absatz beflügelt. Daneben fließen auch erste Lieferungen ins EU-Ausland, insbesondere nach Afrika.

28.09.2020 Marktkommentar Kartoffeln - AMI-Schätzung wurde bestätigt

Gestern hat das Bundeslandwirtschaftsministerium seine vorläufige Schätzung zur diesjährigen deutschen Kartoffelernte abgegeben. Die Experten erwarten eine Erntemenge von …

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25.09.2020 Zwei neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest

Zwei weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest wurden bei Wildschweinen im Bundesland Brandenburg bestätigt, meldet die Landesregierung am heutigen Freitag. Damit steig die Anzahl der bestätigten Fälle bei Wildschweinen seit dem ersten Fund am 10. September auf 34. Alle Tiere wurden in der Region der ersten Entdeckung in Brandenburg gefunden. Das deutsche Friedrich-Loeffler-Institut habe bestätigt, dass die Tiere ASF hätten, teilte die brandenburgische Landesregierung mit. China und eine Reihe anderer Schweinefleischkäufer haben diesen Monat die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch verboten, nachdem der erste Fall bestätigt worden war, was zu einem Anstieg der chinesischen Schweinefleischpreise führte. Die Krankheit ist nicht gefährlich für den Menschen, aber für Schweine tödlich. Ein massiver Ausbruch in China, dem weltweit größten Schweinefleischproduzenten, hat dazu geführt, dass Hunderte Millionen Schweine gekeult wurden. Die Bundesregierung erwägt finanzielle Hilfe für Landwirte, nachdem die Preise nach der Entdeckung der Afrikanischen Schweinepest gefallen waren, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kloeckner am Freitag. Die brandenburgische Landesregierung sagte auch, dass sie einige Beschränkungen in dem betroffenen Gebiet lockere, vorausgesetzt, die Felder seien auf tote Wildschweine untersucht worden. Dies beinhaltete die Ernte von Zuckerrüben, Kartoffeln und Obst sowie die Aussaat von Wintergetreide. Die Ernte war gestoppt worden, weil befürchtet wurde, dass Wildschweine, die sich auf Feldern verstecken, vor landwirtschaftlichen Fahrzeugen davonlaufen und die Krankheit schneller verbreiten würden.

22.09.2020 Deutschland und Frankreich auf Kartoffelexporte angewiesen

Unter Zugrundelegung aller bisher verfügbaren Ernteschätzungen wird die diesjährige Kartoffelernte in der Europäischen Union 54,8 Mio. Tonnen groß werden. Das wären fast 3,5 Mio. Tonnen mehr als im Vorjahr und 7,4 Mio. Tonnen mehr als in 2018. Auffällig bei der Zusammenstellung verschiedener Quellen, zu denen auch der Beobachtungsdienst der EU „MARS“ sowie erste nationale Ernteschätzungen gehören, weist Frankreich eine besonders große Kartoffelernte gegenüber den Vorjahren aus. Dort wird in diesem Jahr mit 8,9 Mio. Tonnen herangewachsen, weil die Anbaufläche deutlich ausgeweitet wurde. 6,9 Mio. Tonnen davon sind Konsumkartoffeln. Vor zehn Jahren wurden in Frankreich zwei Mio. Tonnen Konsumkartoffeln weniger geerntet. Für Deutschland wird bis zum Vorliegen der offiziellen Ernteschätzung des BMVEL noch eine Schätzung der AMI verwendet, die von 11,8 Mio. Tonnen ausgeht und damit rund zwei Mio. Tonnen mehr als üblicherweise benötigt wird. Frankreich und Deutschland profitierten in den zurückliegenden Jahren von Exporten in andere EU-Länder. Kartoffelexporte dürften in dieser Saison nur mit Preiszugeständnissen funktionieren.

21.09.2020 Marktkommentar Kartoffeln - Belgapom sagt: Die Saison wird katastrophal

Letzte Woche gab der Verband der nordwesteuropäischen Kartoffelerzeuger (NEPG) seine Ernteschätzung für die Saison 2020/2021 bekannt. Die Experte rechnen in den fünf wichtigsten Kartoffelanbauländer in Nordwesteuropa („Big 5“) mit einer Kartoffelernte zwischen …

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15.09.2020 Trockener Altweibersommer behindert Kartoffelernte

Das trockene und heiße Herbstwetter behindert hierzulande die Kartoffelernte. Trotzdem ist das Angebot groß genug, um die ruhige Nachfrage für Frischkartoffeln bedienen zu können. Für die Einlagerung in Winterläger ist es nachts nicht mehr kalt genug. Wer jetzt von schweren Böden Kartoffeln ernten will, muss vorher beregnen, um Beschädigungen zu vermeiden. In den kommenden Wochen will der LEH wieder Werbeaktionen mit Kartoffeln starten. Das könnte den Absatz beleben.
Im Westen Europas sind die Kartoffelerträge bei Speiseware nur durchschnittlich, bei Stärkekartoffeln in Frankreich sogar schlecht. Deshalb nehmen die Stärkefabriken dort inzwischen auch Speisekartoffeln mit genügend hohen Stärkegehalten auf. Das könnte dort den Überschuss an Konsumkartoffeln lindern.

14.09.2020 Marktkommentar Kartoffeln - NEPG drängt Mitglieder zur Anbaueinschränkung

Um wieder die Kontrolle über ihren Markt zu bekommen, müssen Kartoffelbauern in Europa unbedingt die Anbaufläche einschränken. Dazu fordert der Verband der Kartoffelerzeuger in Europa (NEPG) in seinem Rundschreiben vom 07.09. auf. Es mache keinen Sinn, Kartoffeln anzubauen, die dann ...

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08.09.2020 In „Big-5“ 1 Mio. Tonnen Kartoffeln mehr als im Vorjahr

Nach Schätzungen des europäischen Verbands der Kartoffelerzeuger ist die diesjährige deutsche Kartoffelernte 7% größer als im Vorjahr. In den Mitgliedsländern des Verbands (D,F,B,NL+GB) wird die Ernte in den „Big-5“ in diesem Jahr mit 27,9 Mio. Tonnen um eine Mio. Tonnen größer als im Vorjahr. Das Rekordergebnis aus dem Jahre 2017, als 29,6 Mio. Tonnen geerntet wurden, wird damit weit verfehlt.
Dennoch herrscht ein großes Ungleichgewicht am Markt für Kartoffelprodukte. Die großen Kartoffel-Verarbeiter sind immer noch nicht zu ihrer Vor-Corona-Verarbeitungsmenge zurück. Es wird seit März 2020 kaum noch frei verfügbarer Frittenrohstoff ihrem eigentlichen Verwendungszweck gemäß eingesetzt. Stattdessen hat sich ein Sekundärmarkt entwickelt, der den überschüssigen Rohstoff in Futtertröge, Biogasanlagen oder der Trocken-Industrie lenkt. An dieser für Kartoffelbauern unbefriedigenden Situation wird sich wohl vorerst auch nichts ändern.

04.09.2020 Marktkommentar Kartoffeln - Überschüsse müssen weg
Während die großen Frittenfabriken weiterhin fast ausschließlich ihre vorab gekauften Kartoffeln verarbeiten, müssen überschüssige Mengen andere Verwertungen suchen. Dafür gibt es ein großes Interesse von Futterbauern oder Betreibern von Biogasanlagen. Das wird …
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01.09.2020 Marktgleichgewicht am Kartoffelmarkt lange nicht in Sicht

Kühlere Nachttemperaturen ermöglichen nun die Verbringung von Kartoffeln in Langzeitläger. Bei sinkenden Preisen für Speisekartoffeln und der nicht vorhandenen Nachfrage nach freiem Frittenrohstoff nutzen viele Landwirte das günstige Wetter zur Ernte und füllen ihre Läger. Vor dem Ende der diesjährigen Kartoffelernte wird das Kartoffelangebot aber wohl die Nachfrage übersteigen. Um den Mengenüberschuss in Holland abzubauen, wird freier Frittenrohstoff fast ausschließlich in den Sekundärmarkt (Futter, Flocken, Stärke) geliefert. Diese „neuen Kunden“ können noch eine lange Zeit mit umfangreichen Lieferungen rechnen. Die Frittenfabriken haben seit dem Ende des Lockdowns zwar die Auslastung ihrer Kapazitäten wieder sukzessive gesteigert, ein Marktgleichgewicht ist aber bis zum Ende der Ernte nicht in Sicht. Die weitere Marktentwicklung dürfte dann davon abhängen, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

31.08.2020 Marktkommentar Kartoffeln - Analyse und Empfehlung der UNPT

Wäre die Covid-19 Krise in diesem Jahr nicht gekommen, wäre die Saison 2020/21, was Angebot- und Nachfrage betrifft, ausgeglichen gewesen. Das ist die nüchterne Feststellung der National Union of French Potato Producers UNPT in einer Presseerklärung aus dieser Woche. Aber in der aktuellen Lage leidet insbesondere ...

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27.08.2020 Niedersächsische Getreideanbaufläche auf historischem Tiefststand
HANNOVER. Die geringe Getreidefläche ist das auffälligste Merkmal des diesjährigen Getreidejahres. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, hat die Getreideanbaufläche (ohne Körner-Mais) in Niedersachsen im Jahr 2020 mit 744.000 Hektar den geringsten Umfang seit 1948 erreicht. Auch der Hektarertrag des Getreides ist 2020 in vielen Regionen des Landes geringer ausgefallen.
In einem typischen Jahr mit Frühjahrstrockenheit sind die Erträge auf den guten Böden der Marsch in Niedersachsen in den früheren Jahren immer sehr gut gewesen, aber die Marschen haben dieses Jahr die Getreidebilanz des Landes nicht aufbessern können. In diesen Regionen war es ausgerechnet der nasse Herbst 2019, der die Weizenbestellung auf einigen Marschböden erschwerte oder gar unmöglich machte. Als Folge wurde in manchen Marschgebieten auf die weniger ertragreichen Sommergetreidearten ausgewichen oder es wurden lückige Winterweizenbestände mit Sommerweizen oder Sommergerste ausgebessert. Die geringeren Flächen mit frischen Saaten zogen Wildgänse an, was ebenfalls Ertrag kostete und Mehrarbeit verursachte.
Auf den guten Lehmböden im südlichen Niedersachsen war auch im Jahr 2020 der Ertrag meist erfreulich. Gegenüber dem Durchschnitt von sechs 'Normaljahren' (2012 bis 2017) mit 81 bis 90 dt/ha wurden in Salzgitter, Goslar, Northeim, Hameln-Pyrmont und Holzminden sogar Zuwächse bei den Hektarerträgen verzeichnet.
Der breite 'Sandgürtel' zwischen Marschen und Bördeböden konnte hingegen nur über die Getreideberegnung gute Erträge erzielen. Die Landwirte beregnen bei knapper Beregnungskapazität aber bevorzugt die 'Cash-Crops', also Kartoffeln, Braugerste und Rüben. Das Jahr 2020 ist nun das dritte Jahr in Folge mit sehr geringen Erträgen speziell auf den Sandböden. Auf diesen schwachen Böden dürfte es bei dem sich abzeichnenden Klimawandel und neuen Düngerestriktionen immer schwieriger werden auskömmliche Erträge zu ernten.
 
Herausgeber:
© 2020 Landesamt für Statistik Niedersachsen
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover
25.08.2020 Deutsche Kartoffelernte übersteigt den Bedarf deutlich

Die Kartoffelernte in Deutschland steuert auf eine Rekordmenge zu. Die AMI rechnete heute vor, dass aufgrund einer Flächenausweitung und gut Durchschnittlichen Erträgen in Deutschland in diesem Jahr 11,8 Mio. Tonnen Kartoffeln herangewachsen sind. Außerdem belasten derzeit Überhänge von Frühkartoffeln die Preise und Frittenfabriken sollen ihre Produktläger voll haben. Der Absatz von Speisekartoffeln an private deutsche Haushalte ist seit Januar im Durchschnitt um 16% gestiegen. Die Ernte von Stärkekartoffeln soll, entgegen der Ernte von Konsumkartoffeln, eher unterdurchschnittlich ausfallen. Nun hofft man, dass der riesige Kartoffelberg in der Saison 2020/21 zum Teil auch in den Stärkefabriken Verwendung finden könnte. Dagegen sperren sich aber bisher die Mitglieder im Stärkekartoffelverband; schließlich würde man sich über einen längeren Zeitraum den Markt für Kartoffelstärke oder Kartoffelproteine kaputtmachen. Angesichts der trostlosen Aussichten für Kartoffelbauern mit unverkauften Übermengen wundert es nicht, dass mit der Verwendung im Futtertrog und Biogasanlagen eine weit verbreitete Absatzmöglichkeit genutzt wird.

21.08.2020 Marktkommentar Kartoffeln
In Belgien registrieren die Ernte-Scouts bei den Proberodungen auf den Kartoffeläckern meist nur einen niedrigen Knollenansatz. Bei der Sorte Fontane sollen es im Durchschnitt aller Proben nur zwölf
Knollen pro Pflanze sein. Im Durchschnitt der letzten vier Jahre waren es ...
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19.08.2020 EFSA bewertet Risiken durch Glycoalkaloide – Kartoffelkonsum im Fokus

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Glycoalkaloiden in Lebensmitteln und Futtermitteln, insbesondere in Kartoffeln und Kartoffelprodukten, bewertet.
Glycoalkaloide sind natürlich vorkommende Verbindungen aus der Pflanzenfamilie der Solanaceae, zu denen Kartoffeln, Tomaten und Auberginen gehören.
Experten identifizierten ein Gesundheitsproblem für Säuglinge und Kleinkinder, wobei sowohl auch Verbraucher mittleren Alters und Ältere berücksichtigt wurden. Bei Erwachsenen besteht ein gesundheitliches Problem nur für ältere Menschen. Eine Vergiftung mit Glycoalkaloiden kann akute gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.
Basierend auf den neuesten verfügbaren Erkenntnissen hat die EFSA einen niedrigsten beobachteten Nebenwirkungsgrad von 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag ermittelt. Dies entspricht der niedrigsten Dosis, bei der unerwünschte Wirkungen beobachtet werden.
Durch Schälen, Kochen und Braten kann der Gehalt an Glycoalkaloiden in Lebensmitteln verringert werden. Zum Beispiel kann das Schälen von Kartoffeln ihren Gehalt um 25 bis 75% reduzieren, in Wasser zwischen 5 und 65% kochen und in Öl zwischen 20 und 90% braten.

11.08.2020 Nachfrage nach Kartoffeln am Boden

Sowohl im Speise- als auch im Verarbeitungskartoffelmarkt gibt es derzeit kaum eine Nachfrage. Bei den tropischen Temperaturen reifen viele Partien frühzeitig ab. Nach dem Ende der Getreideernte drängen mehr Kartoffeln auf den Markt. Gleichzeitig bremst die Hitze den Hunger auf Frischkartoffeln. Verarbeitungsrohstoff wird nur im Rahmen von Vorverträgen verarbeitet. Selbst hier werden immer noch keine Übermengen abgenommen.
Das Wetter schürte aber in den letzten Tagen die Spekulation an der Terminbörse. Am Donnerstag der letzten Woche wurden Terminkontrakte mit der Fälligkeit April-21 mit neun Euro/100 kg gehandelt. Das war doppelt soviel wie in den letzten Juli-Tagen. Bis heute sind die Terminmarktpreise wieder um 2,5 €/dt gesunken. Ob die Kartoffeln der Haupternte noch hohe Erträge bringen können, die man vor einem Monat erwartet hatte, ist unsicher. Das hochsommerliche extrem trockene Wetter in den großen Kartoffelbauregionen West- und Mitteleuropas hat die Grundwasserreserven weiter gesenkt. Es gibt in einigen Regionen schon wieder Beregnungsverbote. Ertragszuwächse sind bei den Proberodungen aktuell kaum noch festzustellen.

10.08.2020 Marktkommentar Kartoffeln

Proberodungen mit begrenzter Aussagekraft
Das Wetter im August ist für die Ertragsbildung von Verarbeitungsrohstoff von
entscheidender Bedeutung. Diese Binsenweisheit also eine allgemein bekannte Information, die laut Wikipedia-Definition keinen Wissenszuwachs bringt sorgte seit Ende Juli für eine Trendwende zumindest bei der Stimmung unter den Kartoffelleuten in Mittel- und Westeuropa. Die Ankündigung einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 33°C in Europas Kartoffelgürtel ließ die Börsenkurse ...

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04.08.2020 Kartoffelkurse steigen im Wettermarkt

Die Börsenkurse der Veredelungskartoffel-Futures sind seit Freitag letzter Woche kräftig gestiegen. Das Handelsvolumen an der Derivatebörse in Leipzig war mit über 450 Lots auf dem April-21-Teminkontrakt gestern besonders hoch. Nachdem Ende Juli die vorerst niedrigsten Kurse in dieser Fälligkeit unter 5 €/dt gehandelt wurden, stiegen die Kurse gestern und heute wieder auf bis zu 8,7 €/dt.
Als Grund dafür muss vermutlich die angekündigte Hitzewelle her halten, die ab Morgen auch den Norden West- und Mitteleuropas erreichen soll. Die Monate Juli und August sind im Kartoffelfuture typische Monate mit starken Wettermärkten. Tatsächlich sind die Niederschläge oder Temperaturen im Monat August maßgeblich für die Erträge von Lagerkartoffeln.

28.07.2020 Frittenbuden in Holland nicht an neuem Verarbeitungsrohstoff interessiert

Weil in Holland aus der alten Ernte noch relativ viele Kartoffeln für die Verarbeitung zu Pommes frites verfügbar sind, haben dort die großen Kartoffelverarbeiter kaum Bedarf an neuem Verarbeitungsrohstoff. Nun werden die Lagerkartoffeln auch noch billiger. Die Preise hatten sich nach dem Corona-bedingten Lockdown mit geschlossenen Imbissbuden und Restaurants lange Zeit zwischen 2 und 3 €/dt bewegt. Nun geben sie noch um 50 Cent/dt weiter nach. Auch wenn in Belgien, Frankreich und Deutschland schon die neue Ernte verarbeitet wird, so bevorzugen holländische Frittenbuden noch die alte Ernte. Das hat nun zur Folge, dass Kartoffeln der neuen Ernte inzwischen optimale Erträge hervorbringen, was den Angebotsdruck weiter erhöht. In Belgien notiert die Sorte Premiere mit 3 €/dt fast so niedrig wie die alte Ernte obwohl die Ausbeute der „neuen“ besser ist. Viele Fabriken machen entweder noch Werksferien oder haben nur eine Auslastung von 70-80% ihrer Vor-Corona-Mengen.

21.07.2020 Seit Anfang März wurden knapp 25% weniger Kartoffeln zu Fritten verarbeitet

Ein steigendes Angebot an neuerntigem Frittenrohstoff stößt auf ein nur geringes Interesse der Kartoffeln verarbeitenden Industrie. Einige Mengen an Verarbeitungsrohstoff aus der Vorjahresernte könnnen noch zu Kartoffelprodukten veredelt werden und die Einkäufer suchen sich die besten Partien aus. Viele Kartoffeln aus der Ernte 2019 mussten schon und werden noch anderen Verwertungsrichtigen zugeführt. Die großen Fabriken werden wohl noch lange alte und neue Ernte parallel verarbeiten. Inzwischen sind aber wohl die meisten Werksferien der Frittenbuden abgeschlossen, sodass fast alle Anlagen wieder laufen. Nach Beginn der Coronakrise im März haben holländische Frittenfabriken fast ein Viertel weniger Kartoffeln verarbeitet.
Das enttäuschende Ende der Saison 2019/20 und eine verhaltene Nachfrage nach neuerntigem Frittenrohstoff drückt die Erwartungen für das gesamte Vermarktungsjahr 2020/21. Das signalisieren zumindest die Kurse von Futures auf Veredelungskartoffeln an der Derivatebörse in Leipzig, wo heute im April-21-Terminkontrakt mit 5,7 €/dt ein neues Kurstief gehandelt wurde. Vor der Coronakrise notierte dieser Kontrakt noch über 15 €/dt.

17.07.2020 Marktkommentar Kartoffeln - McCain Foods plant Fritten-Fabrik in Russland
Einem Bericht in der russischen Tageszeitung Kommersant zufolge, soll 180 km südlich von Moskau eine riesige Frittenfabrik gebaut werden. Investor ist das Kanadische Unternehmen McCain Foods. Im
Industriegebiet der Tula-Region ist bereits die erste ...
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16.07.2020 McCain Foods plant Frittenfabrik in Russland

Einem Bericht in der russischen Tageszeitung Kommersant zufolge, soll 180 km südlich von Moskau eine riesige Frittenfabrik gebaut werden. Investor ist das Kanadische Unternehmen McCain Foods. Im Industriegebiet der Tula-Region ist bereits eine Fabrikhalle in Planung.

Eine lokale Pommes frites Produktion scheint finanziell lohnenswert, weil man in dieser Region Russlands auf billigen Rohstoff zurückgreifen kann und hohe Transportkosten entfallen. Dass McCain der Bauherr der Anlage ist, geht aus einem Eintrag im Unternehmensregister der Russi-schen Föderation hervor. Im Juni gründeten McCain Foods Holland B.V. und McCain Europa BV das Unternehmen McCain Foods RUS LLC in der Stadt Uzlovaya, die in der Bezirk Tula liegt. Das Unternehmen will lauft Firmeneintrag Lebensmittelfertigprodukte und verarbeitete Kartoffeln anbieten.
Marktteilnehmer bestätigten, dass McCain an einer großen neuen Anlage zur Pommes frites Produktion arbeitet, die in der SEZ Uzlovaya angesiedelt werden soll. Die Investoren erhalten von der Regionalregierung langfristig Vorzüge. Zum Beispiel zollfreie Importe und einen Mehrwertsteu-ersatz von 0% bis zum Jahr 2026. In der ersten zehn Jahren werden nur 2% Einkommenssteuer erhoben. Das europäische Büro von McCain Foods regiert aktuell auf Anfragen zu diesem Projekt nicht.

14.07.2020 Ertragsschätzungen 2020 für Lagerkartoffeln noch spekulativ

Trockenheit im Frühjahr, gepaart mit einigen Frostnächten hatte zwar die Erträge von Speise-Frühkartoffeln eingeschränkt, aber die Erträge der Haupternte hat das wohl kaum noch Auswirkungen. Immer mehr Analysten wagen sich an Hochrechnungen zur Kartoffelernte 2020 heran. Ertragsschätzungen sind zwar noch höchst spekulativ, aber die Regenfälle der letzten Wochen lassen erwarten, dass zumindest Durchschnittserträge, die in Holland bei 450 dt/Hektar liegen, erwartet werden können. Diese unterstellt, würde die Ernte 2020 in der „Big-5“-Ländern (B, F, GB,NL,D) 5% größer ausfallen als im Vorjahr, rechnet heute die AMI in Bonn vor. Von einer Rekordernte kann man deshalb aber noch nicht sprechen, heißt es dort. An der Terminbörse gaben die Kurse der Apri-21-Futures auf Veredelungskartoffeln heute erneut nach und beendeten den Handelstag auf dem vorläufig niedrigsten Kursniveau in dieser Laufzeit bei 6,4 €/dt. Vor der Coronakrise Anfang März wurde dieser Terminkontrakt noch mit 15 €/dt gehandelt.

13.07.2020 Marktkommentar Kartoffeln

In Holland arbeiten die Frittenfabriken noch weiter ihre Vorkontrakte aus der alten Ernte ab. Das Angebot von freier Ware geht jetzt wohl vollständig in die Verfütterung oder in die Flockenherstellung. Alterntige Kartoffeln kosten über alle Verwertungsrichtungen in Holland aktuell zwischen 2 und 4 €/dt. In Belgien machen bereits die ersten Frittenbuden vorübergehend dicht und ...

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07.07.2020 Früher Frittenrohstoff kommt in Belgien später zum Einsatz

Bei niedrigeren Erträgen kommt die neue Frühkartoffelernte in Belgien in diesem Jahr später zum Einsatz. Die Feldbestände sind nach der Trockenheit im Frühjahr oftmals noch nicht weit genug entwickelt. Nur beregnete Äcker bringen genügend Übergrößen hervor. Früher Frittenrohstoff wird bisher lediglich von wenigen Fabriken und Schälern aufgenommen, die dafür auch nur knapp 10 €/dt bezahlen. Normal wären um diese Jahreszeit 18-20 €/dt. Der niedrigere Preis ist dem Umstand geschuldet, dass alterntige Kartoffeln noch bis weit in den August verfügbar sind. Die großen Frittenfabriken rufen inzwischen aber ihre Vertragskartoffeln zügiger ab. In Holland sollen die Anlagen wieder eine Auslastung von 80% haben. Vereinzelt kauft man wieder mehr vertragsfreie Kartoffeln.

06.07.2020 Marktkommentar Kartoffeln
In den fünf bedeutendsten Kartoffelbaunationen Europas Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und die Niederlande, Big-5 genannt, wurden in diesem Jahr schätzungsweise 662.000 Hektar mit Konsumkartoffeln bestellt. Das sind 7.000 Hektar mehr als in 2019 und …
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19.06.2020 Marktkommentar Kartoffeln
Neueste Schätzungen zeigen, dass die Rohstoffvorräte für die Herstellung von Kartoffelprodukten viel besser unter Kontrolle sind, als bisher die meisten Beobachter zu Beginn der Coronakrise für möglich gehalten haben. Inzwischen wird berichtet, dass ...
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16.06.2020 Überschuss von Frittenrohstoff wird zügig abgebaut

Im Westen Europas werden nun die großen Überschüsse an Frittenrohstoff zügig abgebaut. Die überleidigen Kartoffeln werden verfüttert oder es werden daraus Flocken hergestellt. Auch Biogasanlagen nutzen die Gelegenheit, billiges „Futter“ einzukaufen. Die Käufer hatten nach dem trockenen Frühjahr schon Angst, dass die Biomasse knapp werden könnte. Der Absatz von Kartoffeln wird in Holland und Belgien mit staatlichen Mitteln gefördert. Auch der BAOGK fordert für deutsche Kartoffeln und die Kartoffelverarbeiter nun ein Hilfsprogramm.
Nachdem die Restaurants und Fast-Food-Ketten fast alle wieder geöffnet haben, nimmt auch der Absatz von Pommes frites wieder zu. Die Produktion wird wieder hoch gefahren und man hört schon, dass freie Ware wieder gesucht wird. Die Preise dafür sind aber noch sehr niedrig.

15.06.2020 Marktkommentar Kartoffeln: Früher Frittenrohstoff könnte knapp werden
Es zeichnet sich ab, dass das Angebot an frühem Frittenrohstoff in Belgien in einigen
Wochen kleiner ausfallen wird als üblich. Das könnte den vorherrschenden festeren
Trend ...
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09.06.2020 Blick auf die neue Kartoffelsaison

Nachdem letzte Woche der Handel mit Futures auf Veredelungskartoffeln der Ernte 2019 an der Börse EEX in Leipzig beendet wurde, wollen wir uns jetzt auf die nächste Ernte konzentrieren, auch wenn in Westeuropa (NL, B, F) immer noch alterntiger Frittenrohstoff auf Abnehmer wartet. Der Verband der Kartoffelhändler in Holland VTA berichtet davon, dass jetzt immer mehr Kartoffeln in die Futtertröge abwandern. Zudem wird der Verarbeitungsrohstoff für 3-5€/dt ab Verladestation nach Osteuropa, vor allem in die Ukraine, exportiert. Für noch weniger Geld wollen die Bauern aber nicht mehr abgeben. Unterdessen beginnt in Norddeutschland in der kommenden Woche der Verkauf von Chips- und Frittenrohstoff der neuen Ernte. Die Fabriken signalisieren Abnahmetermine wie geplant. Hierzulande wurde die alte Ernte schließlich fast komplett ihrem geplanten Verwendungszweck zugeführt. Wenn auch im Westen der EU alterntiger Frittenrohstoff auch noch kontrolliert in andere Kanäle als der Frittenproduktion umgeleitet werden kann, dann kann die neue Saison ohne belastenden Rohstoffvortrag beginnen. Lediglich die TK-Läger der Fabriken liegen noch voll mit Pommes frites.

05.06.2020 Marktkommentar Kartoffeln
Der Export von Frischkartoffeln der Ernte 2019 aus Belgien und Holland endet nun allmählich. Die Qualität verschlechtert sich zusehends. Lagerdruckstellen und weiche Knollen machen die Kartoffeln aus Westund Mitteleuropa für Käufer im ...
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05.06.2020 EEX-Kartoffelindex: Alte Ernte endet an der Börse mit 3,1 €/dt

02.06.2020 Frittenrohstoff für den Futtertrog

Im Zentrum des europäischen Kartoffelanbaus in den Ländern Holland, Belgien, dem Pariser Becken sowie im Nordwesten Deutschlands ist es aktuell so trocken wie im Jahr 1976. Milchbauern kaufen den Kartoffelüberschuss, den die Frittenfabriken nicht abnehmen oder verarbeiten wollen, denn der erste Grasschnitt ist längst nicht so ertragreich, wie üblich. Da es in den letzten zwei Jahren auch schon extrem trocken war, gibt es auch kaum Futterreserven.
Der Verband der Kartoffelbauern NEPG schätzt, dass in Europa rund 2 Mio. Tonnen Kartoffeln, nicht wie geplant, zu Kartoffelprodukten verarbeitet werden.
Trotz der Trockenheit geben die Kurse für Veredelungskartoffeln auf dem Terminkontrakt April 2021 heute kräftig nach. Frittenfabriken produzieren so viele Fritten in Tiefkühlläger, dass ein Anstieg der Rohstoffpreise vorerst nicht erwartet wird. Regen, der ab Mittwoch hierzulande fallen soll, könnte Ängste um Kartoffelerträge zudem beschwichtigen.

01.06.2020 Marktkommentar Kartoffeln
Wohin steuert der Kartoffelmarkt in 2020/21?
Eine ernste Trockenheit bedroht erneut die Ernten in Ost- und Zentraleuropa sowie in Nordeuropa. Spanien, Portugal, Westfrankreich, Irland und Cornwall klagen über zu wenig Niederschlag. Sie hatten aber in den letzten beiden Monaten Perioden mit wechselhaftem Wetter.
In Holland, Belgien, Deutschland und der nördlichen französischen Tiefebene ist die Lage ...
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26.05.2020 Unser Kartoffelmarkt bleibt zweigeteilt

Während die Lagerhalter in Holland, dem Nordosten Frankreichs und in Belgien nun ihren überschüssigen Frittenrohstoff im Futtertrog und Biogasanlagen entsorgen, sind am Markt für Speisekartoffeln kaum noch heimische Kartoffeln aus der alten Ernte im Angebot. Der Kartoffelmarkt bleibt hierzulande also weiter zweigeteilt. Weil die Übermengen vom alten Frittenrohstoff nun zügig abfließen, hofft man jetzt, dass die nächste Saison doch nicht so stark vorbelastet wird, wie zunächst befürchtet. Die Erträge der ersten Speise-Frühkartoffeln sind kleiner als im Vorjahr. Teils war es ein später Frosteinbruch, teils die Trockenheit, die erwarten lassen, dass die Erträge in 2020 nicht besonders groß werden. Allerdings haben die Frittenfabriken in den letzten Wochen so viel Fritten in Tiefkühlläger eingelagert, dass sich eine Marktphantasie nicht durchsetzen kann.

26.05.2020 In Nordamerika werden 30% Frittenrohstoff nicht abgenommen

Der Kartoffelverarbeiter Lamb Weston hat einen Teil der Kartoffelernte aus dem Jahr 2019 jetzt wieder an seine Lieferanten zurückgeschickt. Das berichtet die Zeitung Capital Press. Zur Begründung heißt es, dass die Firma nicht die Möglichkeit habe, alle Verarbeitungskartoffeln zu lagern.
Lamb Weston selber äußerte sich nicht zu diesem außergewöhnlichen Vorgang. Nicht nur Lamb Weston, sondern alle Fritten Produzenten in Amerika und in Europa leiden unter der schlechten Nachfrage nach Pommes frites oder anderen Kartoffelprodukten, weil Caterer und Fast-Food-Restaurants während der Coronakrise teils geschlossen waren oder immer noch sind.
Das börsennotierte Unternehmen Lamb Weston hat seine Gewinnerwartung für das aktuelle Wirtschaftsjahr bereits zurückgezogen.
Rund 30% der Kartoffeln, die noch in den Scheunen der Landwirte liegen, werden jetzt nicht mehr abgerufen. Im US-Bundesstaat Washington wurden rund 4 Mio. Zentner (hundredweight) nicht mehr abgenommen, in Idaho sind es 1 Mio. Zentner und im kanadischen Alberta 300.000 Zentner. In diesen drei Überschussregionen sind es umgerechnet 265.000 Tonnen.
Die drei größten Frittenhersteller in Amerika sind J.R. Simplot, McCain Foods und Cavendish Farms. Sie werden diesem Beispiel von Lamb Weston wohl nicht folgen. Sie werden aber den Überhang an Verarbeitungsrohstoff aber auch nicht zu Pommes frites verarbeiten können.
Lamb Weston ist im Pacific Northwest der stärkste Kartoffelverarbeiter. Wenn dieser Marktführer schon nicht alle Kartoffeln verarbeiten kann, dann kann es niemand, schreibt die Capital Press.

22.05.2020 Marktkommentar Kartoffeln
Die Kurse der EEX-Veredelungskartoffeln mit dem Fälligkeitstermin April 2021 konnten sich in den letzten Tagen wieder stabilisieren. In vielen Teilen Europas ist es extrem trocken aber die COVID-19 Pandemie schwebt als dunkler Schatten über dem Kartoffelmarkt und verhindert jegliche Marktphantasie. Aus Holland wird berichtet, dass ...
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19.05.2020 Hollands staatlichen Beihilfen entfalten ihre Wirkung

Staatliche Beihilfen in Holland zum Abbau von unverkäuflichem Frittenrohstoff erfüllen ihren Zweck. Inzwischen räumen die Kartoffelläger flott. Abnehmer sind Futterbauern, Biogasbetreiber und Flockenhersteller. Es werden Preise von 1,5 – 2,5 €/dt bezahlt. Etwas bessere Qualitäten finden ihren Weg nach Osteuropa und erzielen Erzeugerpreise von 3-4 €/dt. In diesen Export gelangt sogar schon der Hauptteil der holländischen Lagerkartoffeln. Auch wenn viele Lokale nun wieder öffnen durften, so ist das beim besseren Absatz von Pommes frites noch kaum spürbar. Die Kartoffelverarbeiter setzten im April nur 192.000 Tonnen Rohstoff ein, im März waren es noch 258.000 Tonnen, womit in diesen beiden Corona-Monaten rund 300.000 Tonnen Kartoffeln weniger als üblich verarbeitet wurden. Da der Produktabsatz aber noch stärker eingebrochen ist, mussten die Fritten-Hersteller alle verfügbaren Kühlkapazitäten nutzen. Das könnte uns noch lange nachhängen.

18.05.2020 Marktkommentar Kartoffeln

5% mehr Kartoffelanbau in Niedersachsen


Haltbare Grundnahrungsmittel, die über Supermärkte angeboten werden, profitieren bekanntlich von der Coronakrise. Dazu gehören auch Speisekartoffeln. Kartoffelprodukte, die zu einem großen Teil in Restaurants, also außer Haus, verzehrt werden, sind die ...

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12.05.2020 Nach Beihilfen in Holland kein freier Markt für Frittenrohstoff mehr

Die EU-Kommission hat die niederländische Beihilfe für Kartoffelbauern genehmigt. Nun erhalten sie 6€/dt für Frittenrohstoff, der wegen der Coronakrise nicht mehr verarbeitet wird. Das führt jetzt dazu, dass die Lagerhalter ihre freien Kartoffeln nicht mehr den Fabriken anbieten. Außerdem kündigen viele Frittenfabriken ihre Abnahmeverträge im Einvernehmen mit den Landwirten. Weil bei unseren Nachbarn mit Frittenrohstoff kein freier Markt mehr stattfindet, gibt es auch in dieser Woche keine Notierung. Große Mengen fließen jetzt in den Futtertrog oder in die Flockenproduktion. Für Exporte nach Osteuropa sind die Erzeugerpreise nun mindestens 8€/dt. Speisekartoffeln sind ohnehin teurer und kosten in Holland bis zu 20€/dt. Der Frittenabsatz erholt sich inzwischen auch wieder etwas.

11.05.2020 Marktkommentar Kartoffeln

Die aktuelle Misere am Markt für Frittenrohstoff, ausgelöst von der Coronakrise, wirft bereits dunkle Schatten auf die nächste Saison. Die Verarbeitung von Kartoffeln der alten Ernte wird einen, vielleicht sogar zwei Monate länger in Anspruch nehmen als üblich. Das hängt von der Qualität der Lagerkartoffeln ab. Außerdem wurden viel größere Mengen von Kartoffelprodukten in Tiefkühllägern eingelagert, die auch erst ...

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05.05.2020 Viel Frittenrohstoff unter Vertrag – Verarbeitung bis September möglich

Während sich die Lage am Speisekartoffelmarkt zuletzt deutlich verbessert hat, sind die Vorräte am Frittenrohstoff in Westeuropa noch beängstigend hoch. Ein Großteil der Mengen sind allerdings vertraglich gebunden. Sollten sich die Kartoffeln im Lager gut halten, werden die Fabriken diesen Rohstoff noch bis weit in den September verarbeiten. Das bedeutet, dass früher Frittenrohstoff in diesem Jahr kaum Beachtung finden wird.
Dass in vielen Teilen Deutschlands ab nächster Woche Restaurants wieder öffnen dürfen, lässt darauf hoffen, dass der Frittenkonsum bald wieder in Gang kommt. Am britischen Kartoffelmarkt war das schon seit 10 Tagen der Fall. Nun drängen die Landwirte dort aber darauf, dass vorrangig ihr heimischer Rohstoff verarbeitet wird und nicht so viele Kartoffelprodukte vom EU-Festland importiert werden sollen.

30.04.2020 Belgapom drängt Belgier, mehr Fritten zu essen

Kartoffelbauern und Frittenfabriken in Belgien leiden besonders unter den Folgen der Corona Pandemie.
Unser kleines Nachbarland ist der weltweit größte Exporteur von Pommes frites und anderen Kartoffelprodukten. Aus jährlich 5,3 Mio. Tonnen Kartoffeln werden Pommes frites, Kartoffelstampf und Chips hergestellt, die in mehr als 160 Länder exportiert werden.
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, haben in vielen Ländern Imbissbuden, Cafés und Restaurants geschlossen. Das sind die größten Vertreiber von Kartoffelprodukten. Dieser Absatz ist im Inland zu 80% versiegt.
Das Frittieren von Lebensmittel ist Belgiens immaterielles Kulturerbe, erklärt Romain Cools, Generalsekretär des Verbands der belgischen Frittenfabriken dem Nachrichtendienst Reuters. Und er fordert über diesen Weg seine Landsleute dazu auf, mindestens eine Portion Pommes frites in der Woche zusätzlich zu verzehren, damit nicht so viel Rohstoff vernichtet werden muss.
Belgiens Fritten-Export ist um 40% eingebrochen, die Fitten-Industrie in den Nachbarländern Frankreich, Holland und Deutschland haben ähnliche Probleme. Alleine in Belgien müssen wohl 750.000 Tonnen Frittenrohstoff als Futtermitteln oder Biomasse vernichtet werden, da die Knollen nur für die Herstellung von Kartoffelprodukten geeignet sind.

27.04.2020 Doppelt so viele Lagerkartoffeln in Holland als im 5-Jahres-Mittel

Die holländische Bauernorganisation VTA macht 3x pro Wirtschaftsjahr eine Bestandsaufnahme bei seinen Mitgliedern. Die dritte der Saison findet eigentlich am 15. April statt, da der Markt in diesem Jahr aber zusammenbrach, zog man diese Aufnahme auf den 1. April vor.
Am 1. April waren 44% der letztjährigen Kartoffelernte verbraucht. Das sind weniger als am 15. April im Vorjahr; damals waren es 57%. Sandbodenware wurde zu 85-89% verbraucht, Kleybodenkartoffeln nur zu 30-35%.
74% der Ernte waren verkauft, eigentlich sind es 85% bei dieser Erhebung. Bauern, die an der Erhebung teilnahmen, lieferten 22,6% weniger ab als im langjährigen Mittel. Der Kartoffelvorrat in Holland war am 1. April 37% größer als im 5-Jahres-Mittel.
Von den Lagerkartoffeln waren aber nur 53% verkauft – im Durchschnitt der Vorjahre waren es 65-70%. Der Vorrat war also doppelt so hoch wie üblich.

27.04.2020 Marktkommentar Kartoffeln

Die COVID-19 Pandemie hat einen verheerenden Einfluss auf den Markt für den Verarbeitungsrohstoff Kartoffeln und wird auch auf andere Marktsegmente wie Erzeugerorganisationen, Handel und Genossenschaften sowie der Stärkeverarbeitung
negative Auswirkungen haben. Die Copa und Cogeca schlägt in einem Brief an die
EU-Kommission verschiedene Problemlösungen vor, unter anderem ...

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21.04.2020 Frittenrohstoff unverkäuflich, trotzdem weitet Frankreich die Anbaufläche aus

Während der Konsum von Frischkartoffeln in privaten Haushalten um 28% gestiegen ist, werden seit Beginn der Corona-Krise kaum noch Kartoffeln zu Produkten veredelt. In Deutschland sind die Vorräte an Speisekartoffeln aus der alten Ernte fast aufgebraucht und die Packstation importieren zügig Lagerkartoffeln aus Frankreich sowie Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum. Kartoffelpreise für die alte Ernte in den Supermärkten konnten sich auf dem erreichten Niveau halten, aber trotz der schwinden Vorräte nicht verbessern.
Verarbeitungsrohstoff bleibt in West- und Mitteleuropa unterdessen nahezu unverkäuflich, was auch dazu führt, dass der Kartoffelanbau für die Ernte in 2020 allgemein eingeschränkt wird. Heute ließ allerdings eine Meldung aus Frankreich aufmerken, nach der dort die Anbaufläche für Konsumkartoffeln um 3,8% wächst.

14.04.2020 Belgien meldet Frittenrohstoff-Überschüsse wie nach Rekordernten

Die Marktlage bei Pommes frites-Kartoffeln bleibt schwierig. Im Zentrum der europäischen Frittenindustrie gibt es noch so viele unverkaufte Rohstoffvorräte wie sonst nur nach Jahren mit einer Rekordernte. Am 1. April waren in Belgien beispielsweise 1,7 Mio. Tonnen Kartoffeln im Lager, ähnlich viel wie in den Jahren 2014/15 und 2017/18. Auch Hollands und Frankreichs Vorräte an freiem Frittenrohstoff sind aktuell quasi unverkäuflich. Landwirte schränken deshalb die Anbaufläche für die nächste Ernte ein. Der Anbauverband VTA schätzt, dass für die Haupternte 2020 in Europa 5-10% weniger Kartoffeln angebaut werden.

07.04.2020 Auf absehbare Zeit zu viel Kartoffeln am Markt

Die aktuelle Corona-Krise stellt die Frittenindustrie in Europa vor große Herausforderungen. Riesige Mengen Frittenrohstoff suchen bislang noch vergeblich nach alternativen Absatzwegen, weil Imbissbuden und Restaurants noch auf absehbare Zeit geschlossen bleiben. Für einige Hersteller von Kartoffelprodukten bricht 80% des Absatzes weg. Frittenrohstoff erfüllt nur selten die hohen Anforderungen des LEH. Mengen die dort untergebracht werden können, sind überschaubar. Im Export nach Osteuropa und zu den Schälbetrieben könnte dagegen etwas mehr gehen. In jedem Fall haben wir in Westeuropa auf absehbare Zeit genug Kartoffeln. Bislang lehnen die Stärkefabriken die Entsorgung von Frittenrohstoff ab, weil sie fürchten, dass der Stärkemarkt dann zusammenbricht. Die Krise kam zudem für die die Anbauplanung in 2020 zu spät, denn die Anbauflächen und das Saatgut waren bereits für den Kartoffelanbau vorbereitet. Inzwischen bieten Pommes-Fabriken Landwirten schon Prämien, wenn Lieferverträge storniert werden.

31.03.2020 Pommes-Produktion in Holland halbiert – wohin mit 1 Mio. Tonnen Überschuss?

In Folge der Corona-Krise hat sich die Produktion von Pommes frites in Holland halbiert. Es sollen dort nun plötzlich 1 Mio. Tonnen Verarbeitungsrohstoff unverkäuflich sein. Selbst die Stärkefabriken der Avebe lehnen die Verarbeitung der Übermengen ab, weil dann der Markt für Kartoffelstärke und Kartoffelproteinen zusammenbrechen würde. In dieser Woche soll es jetzt wieder eine Notierung für freien Verarbeitungsrohstoff geben. Am Montag notierte man den Frittenrohstoff in Holland mit 1,5 bis 4 €/dt. Für nicht bepreiste Übermengen hatten die Bauern letzte Woche noch 5 €/dt erzielt.
Der Rohstoffüberschuss beeinflusst inzwischen auch den Markt für Speisekartoffeln und für Exporte. Im besten Fall halten sich im Inland noch die Preise. Der Export ist aber viel preissensibler und die Ausfuhren nach Osteuropa sind bei entgegenkommenden Preisen wieder lebhafter als zuvor.

30.03.2020 BOGK: Ernte 2020 in Gefahr

Die obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitende Industrie (BOGK) sorgt in der aktuellen Corona-Krise für eine gleichmäßige und sichere Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse- und Obstkonserven, Kartoffelprodukten, Konfitüre, Pilzkonserven und vielem mehr. Diese Sicherheit der Verbraucher ist jedoch in Gefahr, denn die Ernte 2020 ist akut gefährdet.

Durch das seit voriger Woche bestehende Einreiseverbot für ausländische Saisonarbeitskräfte stehen Aussaat, Auspflanzung und Ernte auf dem Spiel. Was aber nicht geerntet wurde, kann auch nicht verarbeitet werden. Mit der Ernte 2020 könnte daher auch die Jahresproduktion an Obst-, Gemüse- und Kartoffelprodukten ausfallen. Die Versorgung der Bevölkerung wäre ab Sommer 2020 nicht mehr sicher.
Der BOGK-Vorsitzende, Konrad Linkenheil appelliert an die Bundesregierung: „Wir benötigen auf jeden Fall unsere Fachleute aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien, Polen und anderen Ländern.“
Denn die Unternehmen verlassen sich auf speziell geschulte landwirtschaftliche Fachkräfte aus den Nachbarländern der EU. Diese kommen seit Jahrzehnten immer wieder in die gleichen Betriebe zurück und werden dort als Schichtleiter, Rohwarenexperten und in anderen unverzichtbaren Funktionen eingesetzt. Auch in der Verarbeitungsindustrie selbst geht es nicht ohne diese Fachleute.
Gleichzeitig werden die Unternehmen alles tun, um die Arbeitskräfte, die ihre Mitarbeit auf den jetzt entstehenden Plattformen wie „Das Land hilft“ anbieten, zu integrieren. Jedoch warnt der Verbandsvorsitzende: „Wir müssen davon ausgehen, dass das nicht reichen wird.“
Die 125 Unternehmen der Branche verarbeiten überwiegend regional angebaute Rohwaren, die jetzt gesät und gepflanzt werden müssen, damit sie von Juni (Gurken, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln) bis November (Kohl) geerntet werden können. Die Branche beschäftigt 23.000 Stammarbeitskräfte und 20.000 Saisonarbeitskräfte während der Ernte. Die Vertragslandwirte, von denen die Unternehmen ihre Rohware beziehen, benötigen weitere 60.000 Erntehelfer. Der Umsatz der Branche beträgt 7,4 Mrd. Euro pro Jahr.
Kernforderung
Ab Ostern, hoffentlich spätestens ab Mai, rechnet die Wirtschaft mit einem Ausstieg aus den bisherigen Maßnahmen („Exit-Strategie“). Saisonarbeitskräfte aus Polen und anderen EU-Staaten wollen im Mai nach Deutschland kommen. Sie und ihre Arbeitgeber müssen daher jetzt verbindlich wissen, welche Regeln dafür gelten werden.
Konkrete arbeitsrechtliche Forderungen:
1.) Anreise, Ausreise und Transit ohne anschließende Quarantäne auf dem Landweg bilateral sicherstellen. Einheitliche Regelung für alle Bundesländer.
2.) Absprache mit EU-Kollegen, die die gleichen Probleme haben.
3.) Überlassung landwirtschaftlicher Saisonarbeitskräfte auch für die Ernährungsindustrie ermöglichen.
4.) Öffnung von Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft für Flüchtlinge, die bisher keine Arbeitserlaubnis haben.
5.) Klare ökonomische Anreize für deutsche Arbeitnehmer, eine Beschäftigung in der Landwirtschaft aufzunehmen, auch wenn das soziale Sicherungssystem eine Alternative (Hilfe bei Arbeitslosigkeit, Kurzarbeitergeld, Hinzuverdienstregelungen usw.) bereithält.
6.) Verstärkte Kommunikation über neue Jobbörsen.
7.) Bereithalten ausreichender Schnelltests für die gesamte Belegschaft von Lebensmittelherstellern und insbesondere Saisonarbeitskräften. Ab 1. April sollen diese lt. Aussage von BOSCH verfügbar sein.
8.) Klare Anweisungen an die Ordnungsämter, dass die notwendigen Betriebsabläufe in Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie mitunter eine Einhaltung eines persönlichen Abstands von 1,5 m nicht erlauben, und dass die Produktion dennoch weitergehen soll.

24.03.2020 Billiger Frittenrohstoff drängt auf den Speisekartoffelmarkt

Von Hamsterkäufen in der letzten Woche konnten auch Speisekartoffeln profitieren. Der Nachfrage-Höhepunkt ist scheinbar aber schon überschritten. Da die Preise für typische Speisekartoffeln, die bis zu 24 €/dt kosten, sich extrem von den Preisen für Frittenrohstoff unterscheiden – diese kosten aktuell noch nicht einmal 5 €/dt – haben die Einkäufer des LEH und auch Exporteure damit begonnen, sich dem billigeren Rohstoff zuzuwenden.
Bei Kartoffelprodukten verzeichnet man drastische Absatzeinbrüche, weil die Gastronomie wegen der Corona-Pandemie europaweit geschlossen wurde. Selbst Vertragskartoffeln werden nicht mehr in vollem Umfang übernommen. In den Tiefkühllägern der Fabriken wird es eng. Es könnte vom Staat bald Lagerkostenbeihilfen für Pommes frites geben.
Die komplett geänderte Situation führt auch dazu, dass viele Landwirte ihre Anbauplanung 2020 überdenken. Beim Pflanzkartoffelabsatz ist das bereits zu spüren.

23.03.2020 Marktkommentar Kartoffeln / Es ist unmöglich, Kartoffeln zu notieren

Die Einflüsse der Corona-Epidemie auf den Kartoffelmarkt sind, je nach Verwertungsrichtung, sehr unterschiedlich. Verbraucher hamstern Speisekartoffeln und teils auch TK-Fritten. Aber die Einkäufer der Frittenfabriken halten sich konsequent vom freien Markt fern. Das hat zur Folge, dass ...

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17.03.2020 Hamsterkäufe stützen Preise für Speisekartoffeln
Nachdem die Corona-Krise die sozialen Kontakte in weiten Teilen Europas auf ein Minimum einschränkt, versorgen sich fast alle Haushalte selber. Zur Grundversorgung tragen auch Kartoffeln bei, die nun hauptsächlich über Wochen- und Supermärkte gekauft werden. Letzte Woche wurden „Hamsterkäufe“ noch belächelt, jetzt sind sie Realität. Die Versorgungslage mit Konsumkartoffeln ist jetzt plötzlich doch nicht mehr so üppig, wie vor kurzem noch gedacht. Die Preise für Speisekartoffeln aus Kühllägern sind heute schon um 3 €/dt gestiegen. Anders sieht es beim Frittenrohstoff aus. Die Fabriken fürchten wegen der globalen Wirtschaftskrise um den Absatz ihrer Produkte und versorgen sich nun ausschließlich über vorab gekaufte Kartoffeln. Das führte zuletzt zu massiven Kursverlusten bei den EEX-Futures auf Veredelungskartoffeln. Ob freier Frittenrohstoff bald auch zur Bedienung der LEH-Nachfrage zum Einsatz kommt, ist heute noch nicht ersichtlich. Das könnte sich aber schon bald ändern.
16.03.2020 Marktkommentar Kartoffeln

Das Coronavirus hat negative Einflüsse auf die Weltwirtschaft und ist inzwischen
in unseren realen Märkten angekommen. Kursrückgänge an den Aktienmärkten
drückten Preise der Rohstoffe und verlangsamen Gütertransporte. Welchen Einfluss das alles auf die Kartoffelindustrie hat, ist längst noch nicht sicher. Fritten Hersteller haben Probleme wegen ...

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12.03.2020 EEX-Kartoffelindex sinkt auf 12,8 €/dt

Der Marktzeiger für die Veredelungskartoffeln, die an der EEX in Leipzig gehandelt werden, ist heute mit 12,8 €/dt berechnet worden. Das sind 1,5 €/dt weniger als in der letzten Woche.
Alle vier Ländernotierungen gaben in einer Spanne von 1,25 – 1,89 €/dt auf 12,13 €/dt in Belgien und 14,9 €/dt in Holland nach.
Die Marktteilnehmer sind wegen der Corona-Krise extrem verunsichert. Warenströme werden neu ausgerichtet. So ist die Nachfrage nach Lagerkartoffeln für die privaten Haushalte sehr gut. Man begründet das mit Hamsterkäufen. Teils ist sie besser als vor den Weihnachtagen, wenn wir üblicherweise die höchste Nachfrage verzeichnen.
Dagegen disponieren die Einkäufer der Frittenfabriken sehr vorsichtig. Sie befürchten einen Nachfrageeinbruch im Drittlandgeschäft, das in den Ländern Belgien, Holland und Deutschland bereits ein Drittel des Absatzes ausmacht. Aktuell fehlt es auch an Kühlcontainern, was auch eine Folge der Corona-Krise ist. Freie Kartoffeln werden aktuell gar nicht nachgefragt.
An der Börse notieren die April-20-Frittenkartoffeln heute nur noch 8,3 €/dt und der Juni-Termin 9,3 €/dt. Man erwartet also weiter sinkende Kassamarktpreise.

10.03.2020 Kartoffelverarbeiter wollen Produktion drosseln

Weil die Nachfrage nach Pommes frites einbrechen könnte, wollen Kartoffelverarbeiter ihre Produktion drosseln. Außerdem verursacht die Corona-Krise, dass zu wenige Kühlcontainer verfügbar sind, um vorliegende Aufträge abzuarbeiten. Frachtkosten sind trotz sinkenden Energiepreisen gestiegen. Die Angst vor einem Absatzeinbruch sorgt nun dafür, dass der freie Markt für Frittenrohstoff zum Erliegen gekommen ist. Notierungen für Frittenrohstoff der Kategorie I gaben in Holland zum Wochenbeginn um 1,75 €/dt auf 12-15 €/dt nach. Lagerhalter suchen jetzt am Markt für Exportkartoffeln nach alternativen Absatzwegen. Die Nachfrage nach Speisekartoffeln ist nämlich gestiegen, weil nicht nur hierzulande die Verbraucher Hamsterkäufe tätigen. In Zeiten der Corona-Krise wird mehr zuhause gegessen, weshalb auch der Außer-Haus-Verzehr abnimmt.

25.02.2020 Am Kartoffelmarkt keine Preisphantasie mehr

Der Markt für Industriekartoffeln ist ausgesprochen ruhig. Die Fabriken verarbeiten fast ausschließlich Vertragsware. Bei viel zu milden Temperaturen nimmt aber das Kartoffelangebot zu; teils kommt es zu Überhängen, die auch nicht im Export platziert werden konnten. Auch wenn die Notierungen für Frittenrohstoff stabil bleiben, haben die Forderungen für Exporte jetzt nachgegeben. Dies in der Hoffnung, dass sich die Nachfrage dadurch nach den Karnevalstagen wieder belebt. Zumindest war das in den Jahren zuvor im März so. Die Kurse des April-20 Terminkontrakts sind inzwischen aus dem aktuelle Kassamarktniveau angekommen. Eine Phantasie auf steigende Preise gibt es derzeit unter den Teilnehmern der Terminbörse nicht.

20.02.2020 EEX-Kartoffel-Index sinkt heute um 20 Cent

Dem Markt für Veredelungskartoffeln in West- und Mitteleuropa fehlen seit einigen Wochen Impulse. Die Frittenfabriken sind vorerst gut mit Vertragskartoffeln versorgt und Käufer im Ausland bedienen sich erst einmal mit der heimischen Ernte. Käufer in Osteuropa signalisieren dem Westen zwar weiter Interesse für spätere Lieferungen, sie sind dabei aber sehr preissensibel. Das Angebot aus der Landwirtschaft kommt stetig, sodass sich ein kleines Überangebot aufgebaut hat.
Der Marktzeiger der Derivatebörse EEX in Leipzig wurde heute mit 15,1 berechnet, 20 Cent weniger als in den drei Wochen zuvor. Maßgeblich für den Rückgang waren hauptsächlich die Notierungen aus Holland (16,21 €/dt – 0,32) und Frankreich (14,80 €/dt – 0,25), die 30 respektive 20 Cent/100 kg nachgaben.

18.02.2020 Gedämpfte Stimmung am Kartoffelmarkt

Die Stimmung am Kartoffelmarkt ist derzeit gedämpft. Insbesondere der Markt für Speisekartoffeln hat an Schwung verloren. Am Markt für Verarbeitungsrohstoff sieht es dagegen nicht ganz so düster aus. Statistiker haben in den letzten Wochen ihre Schätzungen zu den Kartoffelvorräten veröffentlicht, diese sind im West- und Mitteleuropa deutlich größer als im Vorjahr und auf einem Fünf-Jahres-Niveau. Dabei muss man berücksichtigen, dass in den letzten Jahren die Nachfrage nach Kartoffelprodukten weltweit kontinuierlich um 5% p.a. sprunghaft angestiegen ist. Die Fabriken haben darauf mit Kapazitätsausweitungen reagiert. Belgien muss bei einer Erntemenge von 4 Mio. Tonnen seither den Großteil seines 5 Mio. Tonnen Rohstoffbedarfs aus dem benachbarten Ausland beziehen. Aktuell stehen aber die Notierungen für Verarbeitungskartoffeln selbst in Holland etwas unter Druck, weil die Nachfrage aus dem Ausland noch ruhig ist.

14.02.2020 Marktkommentar Kartoffeln

Wenn sich die großen Fabriken vom freien Kartoffelmarkt fernhalten und auch die Exportnachfrage ruhig ist, dann sinken die Kartoffelpreise. Die Furch vor negativen Auswirkungen der ...

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13.02.2020 April-Basis beim Frittenfuture nur noch 60 Cent

Der Abstand zwischen den Kartoffelpreisen am Kassamarkt und den Börsenkursen hat sich in den letzten Tagen deutlich verkleinert. Dabei blieben die Preise am Kassamarkt seit 14 Tagen stabil aber die Phantasie auf weiter steigende Preise ist geschwunden.
Der Marktzeiger, auch EEX-Kartoffelindex genannt, blieb heute bei 15,3 €/dt stabil und am Terminmarkt wird im Frontmonat mit der Fälligkeit April 2020 nur noch 60 Cent höher gehandelt.
Aktuell ist die Nachfrage nach Konsumkartoffeln aus dem Ausland zum Erliegen gekommen und die Frittenfabriken bedienen sich in erster Linie aus Vorverträgen. Frei Ware wird fast nur noch zugekauft, wenn sie dringend weg muss, wenn die Knollen sich nicht mehr bis zum Frühjahr halten.

11.02.2020 Patt am Kartoffelmarkt

Während die Kartoffelvorräte in Großbritannien kleiner ausfallen, sollen in Deutschland mehr Kartoffeln in den Scheunen lagern. Diese Ergebnisse dazu wurden von den Statistikern zwar erst in dieser Woche veröffentlicht, offensichtlich sind sie aber schon eingepreist. An der Terminbörse EEX in Leipzig gaben die Kurse für Veredelungskartoffeln auf dem Erfüllungstermin April 2020 seit Jahresbeginn um 10% nach.
Mit den Erkenntnissen der Statistiker erklären sich viele Marktteilnehmer nicht einverstanden. Gerade die Größe der Anbaufläche in NRW sowie die Höhe der Erträge können von den Praktikern nicht nachvollzogen werden. Offiziell soll die deutsche Kartoffelernte 2019 nun 10,6 Mio. Tonnen groß sein. Der Markt geht aber noch von knapp 10 Mio. Tonnen aus.
Da die Nachfrage aus dem In- und Ausland zuletzt nachgelassen hat und die Börsenkurse eingebrochen sind, wird am freien Markt nicht viel umgeschlagen. Frittenfabriken sind gut mit Vertragskartoffeln versorgt und Käufer im Osten hoffen auf günstigere Einkaufspreise. Das Angebot aus der Landwirtschaft ist aber auch nicht da. Es sei denn die Lagerkartoffeln wollen sich nicht länger halten.

07.02.2020 Marktkommentar Kartoffeln: Ruhige Auslandsnachfrage

Eine ruhige Auslandsnachfrage nach Konsumkartoffeln aus West- und Mitteleuropa
sowie die ausreichende Versorgung der Frittenfabriken mit Vertragskartoffeln entmutigt die Optimisten am Kartoffelmarkt. Zwar blieb der EEX-Index für Veredelungskartoffeln in dieser Woche bei 15,30 €/dt stabil, schwache Qualitäten ...

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03.02.2020 Polen muss Kartoffeln importieren

Polens Kartoffelernte 2019 wird jetzt auf 6,84 Mio. Tonnen geschätzt, das sind 9% wenige als in 2018 und die Qualität ist viel schlechter als im Jahr zuvor.
Dabei wurde die Anbaufläche um 2,2% auf 304.000 Hektar ausgeweitet. Durch eine Trockenheit in Zentralpolen und dem Westen des Landes wurden im Durchschnitt nur 22,5 to/Hektar geerntet.
Polens Kartoffeln verarbeitende Industrie wird nur unzureichend mit Rohstoff aus dem eigenen Land versorgt. Aus Deutschland und anderen Ländern in Westeuropa wurden bereits große Menge Konsumkartoffeln importiert.

03.02.2020 Kartoffelprodukt-Vorräte in den USA reichen nur noch für 32 Tage

In ihrem letzten USDA-Report schätzt die Regierungsbehörde in Washington die 2019er Kartoffelernte auf 19,2 Mio. Tonnen. Die Prognose liegt zwar etwas höher als zuvor, es sind aber immer noch 2,1% weniger Kartoffeln geerntet worden als in 2018.
Kartoffelfertigprodukte in den Lägern der Frittenfabriken per Ende November können den Markt nur 32 Tage lang versorgen. Dieser Wert ist der so genannte „stock-to-use Ratio“, der die Vorräte ins Verhältnis zum Verbrauch setzt. Das ist ein neuer Niedrigrekord für dieses Saison und zwingt die Fabriken zu einer weiterhin hohen Auslastung der Anlagen.
Im Dezember wurden 3,4% weniger Kartoffelprodukte in den Lägern gemeldet als vor einem Jahr. Im Mehrjahresvergleich ist die Fehlmenge sogar noch größer. Dabei verarbeiteten die Fabriken in den Monaten Juli bis November 2019 13,4% mehr Rohstoff als vor einem Jahr. Bis zum Ende der diesjährigen Saison ist es wohl unmöglich, das Manko auszugleichen.

31.01.2020 Marktkommentar Kartoffeln: Belgapom-Notierung steigt auf 14 €/dt

Die Kartoffelpreise in Europa steigen. Während die Versender in Niedersachsen ihren angekündigten Lageraufschlag für Speisekartoffeln problemlos durchsetzen konnten, tendieren die Preise für Frittenrohstoff nun auch fester. Kartoffeln aus ...

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30.01.2020 EEX-Kartoffelindex steigt um 20 Cent auf 15,30 €/dt

In dieser Woche steigen die Notierungen für Verarbeitungsrohstoff weiter. Der Abstand zwischen dem Terminkontrakt auf April 2020 und dem Kassamarkt verringert sich aber auch, weil die Kurse der Kartoffelfutures heute um 30 Cent verlieren.
Die April-Basis ist zur Stunde nur noch 2,10 €/dt.
Bis zur KW 17, wenn der Terminkontrakt abgerechnet wird, müssten die Preise am Kassamarkt also noch um 2,1 €/dt ansteigen. Das wären pro Woche nur noch 16 Cent/100 kg.
In den letzten Wochen waren die Preise am Kassamarkt regelmäßig gestiegen. Dass das jetzt vorbei sein sollte, kann man sich kaum vorstellen, da die Nachfrage nach Frittenrohstoff und nach Konsumkartoffeln aus dem In- und Ausland nach der Weihnachtspause nun wieder gestiegen ist.

28.01.2020 Frittenrohstoff wird für April und später gesucht

Das Kaufinteresse für Frittenrohstoff zur Lieferung im Frühjahr nimmt zu. Der niederländische Anbauverband VTA berichtet, dass Einkäufer der Pommes-Fabriken Rohstoff für Liefertermine von April bis Juni suchen. Es werden Preise von 18 -22 €/dt genannt. Das entspricht in Groben und Ganzen den Kursen für Veredelungskartoffeln am Leipziger Terminmarkt. Gleichzeitig sind britische Einkäufer auch in Holland, Belgien und Frankreich unterwegs. Die Preisentwicklung richtet sich nach den besten Absatzmöglichkeiten. Aktuell ist das Exportgeschäft in Richtung Süd- und Osteuropa aber ruhig. Etwas höhere Preise für Speisekartoffeln in Deutschland verschrecken die preissensible Kundschaft im Osten noch.

 

24.01.2020 Marktkommentar Karfoffeln: NEPG warnt vor Überproduktion

Der Verband der Kartoffelbauern in Nordwesteuropa (NEPG) rechnet damit, dass die Kartoffelanbaufläche in seinen fünf Mitgliedsländern in 2020 weiter wächst. Bei 
durchschnittlich guten Vegetationsbedingungen droht dann ...

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23.01.2020 EEX-Frittenindex steigt heute über die 15-Euro-Marke

Der EEX-Index für Frittenrohstoff stieg heute um 20 Cent/100 kg auf 15,1 €/dt.
Dazu trugen die Notierungen aus Holland (+0,38 auf 16,34 dt/dt) und Deutschland (+0,17 auf 14,73 €/dt) bei. Die Notierungen in Frankreich (14,72) und Belgien (14,51) blieben gegenüber der Vorwoche unverändert.
In der KW 17/2020 wird der nächste Terminkontrakt fällig. Die Veredelungskartoffeln an der EEX werden dort aktuell mit 18 €/dt bewertet. Somit errechnet sich eine April-Basis auf 2,9 €/dt und sinkt damit erneut.
Wenn die Börsenhändler mit ihrer Bewertung des April-20-Termins Recht behalten wollen, müsste der Kassamarkt und damit der Index in den kommenden 13 Wochen kontinuierlich pro Woche um 22 Cent/100 kg ansteigen.

21.01.2020 Kartoffeln: Nach Saison mit hohen Preisen könnte eine Überproduktion folgen

Die Preise für Frittenrohstoff steigen weiter leicht an. Die Reka-Notierung stieg am letzten Freitag um 25 Cent, der EEX-Index für Veredelungskartoffeln war am Donnerstag um 40 Cent auf 14,9 €/dt angezogen. Verarbeiter wollen ihren Vertragsrohstoff schonen und kaufen das kleine Angebot an Vertragsfreien Kartoffeln, sofern diese für die Herstellung von Produkten geeignet sind. Dabei warten Landwirte eher auf weitere Preissteigerungen und die Käufer wollen durch ein betont ruhiges Interesse eine Hausse nicht unterstützen.
Der Verband der nordwesteuropäischen Kartoffelbauern erwartet für 2020 eine größere Kartoffelanbaufläche und bei durchschnittlichen Erträgen eine Überproduktion. Dann würden die Preise für freien Verarbeitungsrohstoff ziemlich sicher unter Druck geraten, heißt es heute in einer Presseerklärung.

14.01.2020 Nachfrage nach freien Konsumkartoffeln steigt

Die Nachfrage nach Frittenrohstoff ist in den letzten Tagen wieder gestiegen. Vereinzelt werden höhere Preise bewilligt. Die Auslandsnachfrage nach Konsumkartoffeln aus West- und Mitteleuropa, die bisher das Preisniveau gestützt hat, ist nach den Weihnachtstagen aber noch ruhig. Lediglich nach Polen sind die Absätze wieder hoch. Ob der Absatz ins Ausland noch lange aufrechterhalten bleiben kann, ist unsicher. Die Fabriken hierzulande beginnen bereits damit, Ihre Vorkäufe zu schonen, damit die Versorgung mit Rohstoff auch noch bis zum Anschluss an die nächste Ernte reicht. Stattdessen belebt sich die Nachfrage nach frei verfügbaren Kartoffeln. Das Angebot hierfür ist aber klein. Der EEX-Index für Veredelungskartoffeln wird in dieser Woche noch nicht steigen. Es sind immer noch Partien am Markt, die für die Langzeitlagerung nicht geeignet sind.

07.01.2020 Produktionskosten von Lagerkartoffeln bald mindestens 15 Euro/100 kg

Mit den ersten Wochen des Neuen Jahres haben in Holland und anderswo in West- und Mitteleuropa die Verhandlungen über Vertragspreise der kommenden Saison begonnen. Da die Produktion teurer wird und speziell die Lagerkosten wegen dem Wegfall von Mitteln zur Reifeförderung und Keimhemmung steigen wollen die Landwirte in Holland für Lieferung im April 2021 mindestens 15 €/dt haben. Der Terminkontrakt mit der Fälligkeit April 2021 notiert heute bei 15,5 €/dt. In dieser weit entfernten Fälligkeit baut sich nun so langsam ein Kontraktbestand auf.

02.01.2020 Marktkommentar Kartoffeln

In ihrer zweiten vorläufigen Schätzung für die britische Kartoffelernte 2019 geht die AHDB (Entwicklungsbehörde für Land-wirtschaft und Gartenbau) von einer Ern-temenge von 5,19 Mio. Tonnen. Der Ein-schätzung liegen Angaben von 292 Land-wirten zugrunde und die Experten teilen mit, dass 5,5% der Anbaufläche noch nicht geerntet werden konnte. Der Ertrag wird auf durchschnittlich ...

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30.12.2019 5,5% der britischen Kartoffelernte noch im Boden

In ihrer zweiten vorläufigen Schätzung für die britische Kartoffelernte 2019 nennt das AHDB (Entwicklungsbehörde für Landwirtschaft und Gartenbau) 5,19 Mio. Tonnen. Der Einschätzung liegen Angaben von 292 Landwirten zugrunde und man geht davon aus, dass 5,5% der Anbaufläche noch nicht geerntet werden konnte. Der Ertrag wird auf durchschnittlich 46 to/Hektar geschätzt.
Anfang November ging man noch davon aus, dass 482.000 Tonnen Kartoffeln im Boden verbleiben. Die bis dahin geerntete und eingelagerte Menge sollen sich bisher einigermaßen gut halten. Nass geernteten Partien mussten allerdings rasch verbraucht werden. Eine Schätzung zu dem Lagervorrat gibt es aktuell noch nicht.
Die knappe Marktversorgung dürfte sich nach Einschätzung der Experten in den verschiedenen Regionen und je nach Verwertungsrichtung unterschiedlich darstellen.
Preise für Speisekartoffeln sind bereits deutlich gestiegen und erreichten schon die Höchststände des Vorjahres. Es gab aber auch Regionen, wo es nicht so viel geregnet hat. Landwirte von dort verkauften bereits bis zu 70% ihrer Ernte im Voraus. In Teilen von Lincolnshire und angrenzenden Regionen, wo es außergewöhnlich viel geregnet hat, können die Landwirte ihre vertraglich zugesagten Mengen kaum liefern. Aus Schottland, wo die Ernte fast komplett abgeschlossen werden konnte, dürften Anfang nächsten Jahres mehr vertragsfreie Kartoffeln nach England und Wales verkauft werden, was auf die Preise drückten dürfte.
Yorkshire und Teile des Nordwestens und des Nordostens, wo die meisten Niederschläge registriert wurden und es während der gesamten Vegetationszeit immer regnete, blieben prozentual die meisten Kartoffeln im Boden. Man spricht von 20-30%. Dort wachsen ca. 30% der britischen Verarbeitungskartoffeln. Betroffen sind fast ausschließlich spät reife Sorten. Am 8. Oktober waren noch 774.000 Tonnen im Boden.
Starkregenfälle im September verschlechterten die Backfarben und es kam immer wieder zu Beanstandungen obwohl der Markt extrem schlecht versorgt war. Alle Kartoffeln die im Oktober geerntet wurden haben schlechte Backfarben und alle Versuche, dieses zu verbessern sind bisher gescheitert.
Seit November kommt die Ernte fast gar nicht mehr voran, da die Böden kaum noch abtrocknen. Was jetzt geerntet wird, eignet sich nicht mehr für die Lagerung. Die betroffenen Farmer warten nun bis zum Frühjahr und darauf, ob von der Ernte noch etwas für den geplanten Verwendungszweck zu gebrauchen ist.
Da auf dem europäischen Festland die Kartoffelerträge unterdurchschnittlich ausfielen, können die britischen Importeure von hier kaum Speisekartoffeln importieren. Im Gegenteil: Länder wie Polen, die Tschechische Republik und Rumänien sind auch auf der Suche nach Konsumkartoffeln.
Nach den Weihnachtstagen dürften aber schottische Kartoffeln dafür sorgen, dass die Speisekartoffelpreise in Großbritannien vorerst nicht weiter steigen. Pommes-Fabriken in Großbritannien kaufen aktuell ihren Verarbeitungsrohstoff in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Dafür erzielen die Versandhändler aktuell mindestens 11 €/dt ab Station. Das ist für die Käufer auf der Insel aktuell die günstigste Alternative.

23.12.2019 Marktkommentar Kartoffeln

Die Kartoffelernte in Nordamerika wurde durch starke Regenfälle und einem frühen Wintereinbruch stark dezimiert. Der USDABericht vom 16. Dezember zeigt, dass die Gesamternte unter 25 Mio. Tonnen liegt. Das ist die kleinste Ernte seit 2011. Zirka 18.000 Hektar sind in den USA und Kanada noch nicht geerntet und werden es wohl ...

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13.12.2019 Marktkommentar Kartoffeln
Mit dieser provokanten Aussage begründet sich eine Spekulation am Markt für Konsumkartoffeln in Europa. Dabei werden die Pommes-Fabriken aktuell noch mit einem drängenden Angebot aus der Landwirtschaft versorgt. Bei spät gerodeten Veredelungskartoffeln droht Fäulnis; die Partien müssen ...
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10.12.2019 Vorerst wohl kein Preisanstieg bei Kartoffeln

In Holland wurden inzwischen fast alle Kartoffeln geerntet. Was jetzt noch im Boden ist, ist in der Qualität so sehr beeinträchtigt, dass man mit dem Angebot die eigentlich knappe Versorgungslage überlagert. Die Partien, die zuletzt unter schwierigen Bedingungen geerntet und eingelagert wurden, müssen jetzt schnell verarbeitet werden. Das könnte in den kommenden Wochen einen Preisanstieg verhindern.
Dabei sind die Voraussetzungen für festere Preise mittelfristig ganz gut. Der Absatz am Weltmarkt von Kartoffelprodukten aus der EU läuft auf Hochtouren. Auch die jüngst dazu gekommenen Verarbeitungslinien sind hier voll ausgelastet. Zudem kann man Konsumkartoffeln aus West- und Mitteleuropa stetig nach Osteuropa exportieren. Auch Großbritannien ist auf dem europäischen Festland Käufer um seine Ernteverluste nach einem extrem nassen Herbst zu ersetzen. In Nordamerika sind die Frittenfabriken in der Grenzregion USA-Kanada nach Ernteverlusten mit Verarbeitungsrohstoff unterversorgt. Dort stehen viele neu entstandenen Anlagen ohne Kartoffeln still. Der Rohstofftransport aus dem Osten in dem riesigen Land lohnt nicht und so wird Amerika in diesem Jahr auf dem Weltmarkt kaum Pommes frites anbieten können. Das werden die Anbieter aus der EU zu nutzen wissen.

09.12.2019 Marktkommentar Kartoffeln

Nach Veröffentlichung der amtlichen Erntefeststellung sowie einem VTA-Umfrageergebnis zum Anbau und Vorrat in Holland zeigt sich, dass die Landwirte dort erst 16,6% ihrer Ernte abgeliefert haben. Zwar ist das viel mehr als ...

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03.12.2019 Große Kartoffelvorräte in Holland

Nach Veröffentlichung der amtlichen Erntefeststellung sowie dem VTA-Umfrageergebnis zum Anbau und Vorrat in Holland zeigt sich, dass die Landwirte dort erst 16,6% ihrer Ernte abgeliefert haben. Zwar ist das viel mehr als im letzten Jahr aber weniger als in „Normaljahren“. Die Industrie in Holland hatte in der Zeit vom August bis Oktober aber nicht weniger Rohstoff verbraucht. In diesen drei Monaten wurden ca. 1 Mio. Tonnen Kartoffeln verarbeitet. Die Vorräte in Holland sind derzeit um ca. 21% größer als im Vorjahr und 13% größer als im 5-Jahres-Mittel. Zudem haben die Landwirte erst 51% ihrer Erntemenge vorab verkauft. Lagerhalter müssen also in den kommenden Monaten noch viel verkaufen.
Das alles deutet daraufhin, dass sie mit deutlichen Preissteigerungen rechnen. Aktuell erzielt man aber für nicht haltbare Partien nur 12,5 €/dt, während man für abgelagerte Knollen besonders gut geeignete Frittensorten schon 18,5 €/dt fordert. Erzeugerpreise für Exporte nach Großbritannien, Belgien und Nordfrankreich liegen derzeit bei 15 €/dt.

26.11.2019 Briten importieren schon jetzt viele Kartoffeln vom EU-Festland

In Großbritannien steigen die Kartoffelpreise nachdem eine erste Ernteschätzung des AHDB aus letzter Woche nur 5,1 Mio. Tonnen ausweist und immer noch gut 10% der Kartoffeln geerntet werden müssen. Zwar war die Ernte im letzten Jahr mit 4,9 Mio. Tonnen noch kleiner, aber damals konnten die Verarbeiter, anders als in diesem Jahr, noch auf hohe Restbestände des Vorjahres zurückgreifen. Die Farmer auf der Insel halten aktuell ihre im Winterlager befindlichen Kartoffeln in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen zurück. Vertragskartoffeln werden von den Fabriken dagegen vorzeitig abgerufen und man beginnt bereits mit nennenswerten Importen aus Belgien, Holland und Deutschland. Das ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich.
Unterdessen läuft in Holland die Verarbeitung zu Kartoffelfertigprodukten auf Hochtouren. In den Monaten Juli bis September wurden 960.000 Tonnen rohe Kartoffeln verarbeitet; so viele wie noch nie im ersten Quartal. Die rollende 12-Monatssumme wird mit 3,85 Mio. Tonnen angegeben und bleibt damit noch hinter den 4,02 Mio. Tonnen im Vorjahr. Es muss auch in Holland also noch ein Rückstand aufgeholt werden.

22.11.2019 „Eiweißlücke“ in der EU: Importe sind rentabler

Für den heimischen Agrarsektor ist es rentabler, kostengünstige Proteinträger wie Soja zu importieren und auf den eigenen Flächen profitablere Feldfrüchte wie Weizen, Mais oder Kartoffeln anzubauen. Der niedrige Selbstversorgungsgrad an Eiweißfuttermitteln in Deutschland ergebe sich aus den am Markt bestehenden Preis- und Kostenrelationen von heimischen und importierten Proteinträgern, stellt die Bundesregierung in einer Antwort (19/14521) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/13835) zum Import und heimischer Anbau von Eiweißpflanzen fest.
Aus Sicht der Bundesregierung deute ein niedriger Selbstversorgungsgrad nicht pauschal auf ein Risiko hin. Weiter heißt es, dass es zusätzlich mindestens 1,8 Mio. ha Ackerfläche für den Anbau mit Eiweißpflanzen bedürfe, um die derzeitigen Importe von rund 2,33 Mio. t Eiweiß für Futterzwecke zu ersetzen. Der Anbau müsste außerdem auf vorhandenem Ackerland erfolgen und würde andere Kulturen verdrängen.

19.11.2019 Kein Angebotsdruck am Markt für Konsumkartoffeln

Die Kassapreise für Konsumkartoffeln in West- und Mitteleuropa sind aktuell stabil. Angebot und Nachfrage halten sich die Waage. Letzte Woche wurde erstmals in dieser Saison von der Leipziger Terminbörse EEX der Index für Veredelungskartoffeln mit 13,7 €/dt ermittelt. Die vier Ländernotierungen liegen relativ nahe beieinander. Bis auf einige lagerkritische Partien und Reste vom Feld gibt es neben Vertragskartoffeln kaum ein freies Angebot für die Kartoffelverarbeiter. In den Niederlanden kommt die Kartoffelernte wegen ständig neuer Niederschläge weiter nur langsam voran. Noch rechnet aber noch niemand mit Verlusten. Exporteure aus den Überschussregionen nehmen das verfügbare Angebot für ihre Kunden im Ausland zeitnah auf, sodass – anders als in anderen Jahren zu dieser Zeit - kein Angebotsdruck aufkommt.

18.11.2019 Marktkommentar Kartoffeln

Im größten Kartoffelanbaugebiet der USA in den Bundesstaaten Idaho, Washington und
Oregon, wo ca. 60% der US-amerikanischen Kartoffelernte wächst, rechnen Experten mit
einer gegenüber dem Vorjahr um  4% kleineren Ernte. Von dem was gewachsen ist muss
man aber noch ...

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12.11.2019 Gute Kartoffelernte in Holland – Massive Ernteausfälle in Nordamerika

In den Niederlanden wird – im Gegensatz zum Rest von Westeuropa – eine gute Kartoffelernte eingefahren. Das niederländische Statistikamt CBS rechnet mit 7,1 Mio. Tonnen. Das sind 900.000 Tonnen mehr als in 2018 und ist nicht weit entfernt von den großen Ernten in 2017,2014 und 2011. Allerdings sind erst 90% der Flächen geräumt. Zu dem guten Gesamtergebnis hat maßgeblich die Anbauflächenausweitung beigetragen. Die Erträge sind nur unterdurchschnittlich.
In Großbritannien müssen sogar einige Kartoffeln auf dem Feld überwintern, weil es dort zu nass ist. Von Ernteverlusten berichtet auch die US-amerikanische Statistikbehörde im Hauptanbaugebiet an der kanadischen Grenze in Idaho sollen 3.600 Hektar verloren gegangen sein, weil es erst Frost und später Starkregen gab. Die Flächen standen längere Zeit unter Wasser. Auch in anderen Anbauregionen der USA und Kanada gab es Probleme mit frühem Frost.
In dieser Saison bleibt der Verarbeitungsrohstoff also erneut knapp.

31.10.2019 Bei Kartoffeln, freie Teilmengen verkaufen?

Die Haupternte der Lagerware bei den Veredlungskartoffeln kommt in diesem Jahr nur schleppend voran. Bei den fünf westeuropäischen Hauptanbauländern sind noch größere Mengen der fürs Lager vorgesehenen Ware auf dem Feld. Lediglich in Deutschland ist ein weitgehend normaler Erntefortschritt zu verzeichnen. Nässe aber auch zunehmend kühlere Temperaturen verzögerten den Erntefortschritt, so das neben den schwächeren Erträgen auf unberegneten Standorten auf den anderen Standorten die Qualität und damit auch die möglichen Netto-Erträge nicht in den „Himmel wachsen“. Es darf also auch bei der Ernte 2019 mit keiner über dem Bedarf liegenden Erntemenge gerechnet werden. Die aktuellen leicht über den Kassamarktpreisen liegenden Terminmarktkurse bestätigen diese Einschätzung.
Eine neue Schätzung der Nord-West-European-Potato-Grower (NEPG) erwartet in der EU-5 insgesamt knapp 27 Mio. t Kartoffeln. Das sind ca. 10% mehr als im vergangenen Jahr und 2% mehr als im 5-Jahres-MitteI. Zurückzuführen sind diese höheren Mengen auf die höhere Anbaufläche. Bei den stetigen Absatzsteigerungen der Verarbeiter dürfte diese Schätzung bzw. die diesjährige Kartoffelernte dennoch nicht zu einem Überangebot am Markt führen, bzw. im Gegenteil, gute Qualitäten bleiben knapp.
Die aktuellen ab Hof Kurse für Lagerware der Sorten Fontane und Challenger liegen zurzeit in den Hauptanbaugebieten zwischen 12,50 bis 13,00 €/dt. Rechnet man zu diesen Kursen noch durchschnittliche Lageraufschläge von 12 Cent/Woche bis zur 17 KW 2020 hinzu so bewegen sich die mit dem Apr. 20 Future zu vergleichenden Kassamarktpreise Richtung 16 €/dt (siehe Übersicht K2). Betrachtet man die Kurs- und Preisentwicklung seit Jahresbeginn, so kann man unschwer feststellen, dass das Kassamarktpreisniveau lange Zeit durch die ab Januar gebotenen Festpreisverträge geprägt war. Erst in den letzten Wochen sind die vergleichbaren Preisgebote leicht angezogen. Die Basis, d. h. der Unterschied zwischen Terminmarktkurs und Kassamarktpreis zum gleichen Zeitpunkt, in diesem Fall die 17 KW 2020, lag somit überwiegend mit ca. 1 €/dt im positiven Bereich. Die Höhe der Basis ist endscheidend ob eine Terminmarktabsicherung oder eine direkte Vermarktung am Kassamarkt relativ vorzüglich ist. Zurzeit ist bei einer Absicherung am Terminmarkt eine leicht höhere Rendite durch die entsprechende Basis von ca. 1 €/dt zu erzielen.
Betrachtet man die Übersicht K1 so kann man erkennen, dass der aktuelle April-Future-Kurs sich im Verhältnis zu den letzten 10 Jahren auf einem mittleren Niveau befindet. Zugleich naht „die Stunde der Wahrheit“, d. h. in den meisten Jahren wurden spätestens in den Monaten Oktober bis Dezember eines Jahres die Jahres-Höchstkurse erreicht. Zumindest gilt dieses bis zum April des Folgejahres danach können bei knapper Versorgungssituation bis zur Anschlussernte die Preise noch deutlich ansteigen. Tipp: Überprüfen Sie im weiteren Ernteverlauf Ihre freien Mengen um ggf. in den nächsten Wochen noch mit einer Teilvermarktung zu reagieren.

Quelle: Hans Jürgen Hölzmann

22.10.2019 Kartoffelernte in den Niederlanden in Verzug

In den Niederlanden ist die Kartoffelernte kräftig in Verzug. Gerade einmal 30% der Lagerkartoffeln waren am Wochenanfang geerntet, meldet die Boerderij. In „normalen Jahren“ sind es zwischen 70 und 88%. Derzeit gilt der Markt als knapp versorgt. Aufgrund der nassen Böden gestaltet sich die Ernte schwierig. Wenn die ungünstigen Bedingungen weiter anhalten, muss man damit rechnen, dass sich die Ernte noch eine ganze Weile hinzieht. Die Abgabebereitschaft der Landwirte ist zurückhaltend. Darunter leiden insbesondere die Abpacker und die Exporteure, weil die Vorräte langsam schwinden, so der Anbauverband VTA. Proberodungen des Verbands zeigen höhere Erträge als im Vorjahr, sie liegen im langjährigen Mittel. Die Verarbeitung der Kartoffeln zu Pommes und anderen Kartoffelprodukten, die im Juni und im Juli weit hinter den „normalen“ Mengen zurückblieb, konnte im August zulegen. Im 12-Monats-Vergleich liegt die Menge (3,85 Mio. Tonnen) aber weiter hinter der Menge der beiden Vorjahre (4,00 bzw. 4,04 Mio. Tonnen).

15.10.2019 Preise für Frittenrohstoff steigen schon während der Ernte

In West- und Mitteleuropa werden die Winterläger für Konsumkartoffeln wohl kaum voll. Hierzulande gibt es kaum noch ein Angebot von frisch gerodeten Speisekartoffeln, die Ernte von Veredelungskartoffeln dürfte dagegen wohl noch ein paar Tage andauern. In den Niederlanden kamen die Erntearbeiten für Verarbeitungsrohstoff auf den Kleyböden nach ergiebigen Regenfällen der letzten Tage aber zum Erliegen. Es war etwas zu nass und schon alleine dadurch stiegen die Preise leicht an. Weitere Unterstützung kommt von einer guten Exportnachfrage. Schwierige Wetterbedingungen gibt es auch wieder im US-Bundesstaat Idaho, wo es in dieser Woche einen Frosteinbruch gab. Dort waren zu dem Termin noch 20% der Kartoffeln im Boden. Damit verringert sich die seit einem Jahr weltweit knappen Rohstoffbasis für die Herstellung von Pommes frites wieder. Die internationale Nachfrage nach Pommes frites steigt aber weiter.

14.10.2019 Euronext plant Agrarfutures gegen Bar-Ausgleich

Der Börsenverbund Euronext plant die Entwicklung von Cash-Settlement Kontrakten auch für Kontrakte die bisher nur physisch lieferbar waren. Dazu gehört auch der Terminkontrakt auf Weizen.
In einer Präsentation am letzten Freitag wurde Investoren die Wachstumsstrategie 2022 vorgestellt. In bar abgerechnete (cash-Settlement-) Terminkontrakte könne man schneller listen. Es gäbe auch genügend zuverlässige Kassamarktnotierungen die als Referenzpreise herangezogen werden können.
Welche Kontrakte nun konkret geplant seien, wurde noch nicht mitgeteilt. Das Euronext-Rohstoff-Geschäft wird vom Weizenfuture dominiert, der in auf physische Lieferung von in Frankreich angebautem Mahlweizen angelegt ist. Der Future bildet für fast alle physischen Abschlüsse in der Europäischen Union den Referenzmarkt.
Die Euronext hat in diesem Jahr die Osloer Terminbörse Oslo Bors für 700 Mio. Euro gekauft und kontrolliert dort nun auch den Markt für Lachs, für den es dort einen cash-gesettelten Future gibt.
Um einen Referenzpreis aus dem Kassamarkt zu erhalten, greift die Börse auf Notierungen und Abrechnungspreise zurück. Man benötigt dann keine Spezifikation für eine physische Lieferung mehr.
Die CME in Chicago bietet cash-Settlement-Futures auf russischen Weizen und ukrainischen Mais an, nachdem ein lieferbarer Kontrakt für Weizen aus der Schwarzmeerregion scheiterte.
Die EEX in Leipzig handelt alle ihre Agrarfutures (Kartoffeln und Milchprodukte) gegen Bar- Abrechnung.
Die Euronext zielt auf neue Kunden in den USA und Osteuropa. Gleichzeitig will man weiterhin Bestandteil des Netzwerks des Mittel- und Westeuropäischen Agrarwirtschaft bleiben.

08.10.2019 Bei Kartoffeln 4 Wochen Vermarktungsvorsprung

Der Vermarktungsvorsprung bei Konsumkartoffeln in Mitteleuropa wird auf vier Wochen geschätzt. Die niedrigen Anfangsbestände nach dem Dürrejahr 2018 wurden durch die Frühkartoffelernte 2019 nicht vollständig aufgefüllt. Landwirte sind für den weiteren Marktverlauf optimistisch und deshalb in erster Linie an der Einlagerung interessiert. Am freien Markt für Frittenrohstoff gibt es derzeit nur ein kleines Angebot; dem steht eine gute Nachfrage gegenüber. Fabriken in Holland nehmen mitunter schon Übermengen aus ihren Vorverträgen auf, die mit den Notierungen bepreist werden. Diese hatten in dieser Woche eine feste Tendenz. Das Exportgeschäft in Richtung Osteuropa und Afrika läuft gut und stützt die Preise. Der niederländische Anbauverband VTA stellte Durchschnittserträge von 54 dt/ha fest. Das sind 15% mehr als im Vorjahr und entspricht dem mehrjährigen Durchschnitt. Analysten glauben, dass die Ertragsschätzungen aber zu hoch gegriffen sind.

01.10.2019 Kartoffeln: Winterläger werden nicht voll

Schwache Kartoffelerträge in Deutschland sorgen dafür, dass selbst in Niedersachsen die Winterläger nicht voll werden, wo mit 4,9 Mio. Tonnen knapp die Hälfte der deutschen Kartoffelernte 2019 gewachsen ist. Die Ernte von Speisekartoffeln ist hierzulande schon weit fortgeschritten und Verarbeitungskartoffeln, die meist auf Vertrag in die Fabriken geliefert werden müssen, kommen noch direkt vom Feld. Darüber hinaus wird nichts angeboten. Im Gegenteil. Die Knollen werden eingelagert und niemand hat Eile mit dem Verkauf. Für abgelagerte Speisesorten fordert man schon einen Lageraufschlag. Dass die Marktteilnehmer in Hausse-Stimmung sind, zeigt die Terminbörse in Leipzig. Die Kurse auf den Terminkontrakt April 2020 streben schon wieder in Richtung 16 €/dt.

24.09.2019 Anstieg der Kartoffelpreise nur noch eine Frage der Zeit

Die Preise für Frittenrohstoff sind auch in dieser Woche stabil. Bis die Ernte abgeschlossen ist, wird sich daran wohl kaum etwas ändern. Da neben den Pommes Fabriken auch Käufer der Flocken- und Stärkehersteller am Markt sind, die meist den von Fritten Herstellern gebotenen Mindestpreis von 10 €/dt zahlen, scheint damit das untere Preisniveau in dieser Saison erreicht zu sein. Wenn sich das Verkaufstempo von Kartoffelprodukten wie derzeit halten lässt, müssen die Fabriken bald auch mehr Rohstoff am freien Markt kaufen. Für den holländischen Anbauverband VTA ist deshalb schon sicher, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Preise steigen. Sollte es in Frankreich und Belgien trocken bleiben, könnte dies schon schnell der Fall sein. Inzwischen sind nämlich überall die frühreifen Sorten geerntet und verarbeitet und die Abreife der Lagerkartoffeln wird gefördert, weil es inzwischen kaum noch einen Zuwachs gibt.

17.09.2019 Preisaufschläge für besonders gesuchte Kartoffelsorten

Nachdem die großen Kartoffelverarbeiter in Europa ihre Verträge zur Abnahme von frühen Frittensorten schon zeitig erfüllt haben, belebt sich nun die Nachfrage nach Kartoffeln vom freien Markt. Händler beobachten, dass schon wieder Doppelnutzungssorten gesucht werden. Die Preisbasis dafür sind immer noch die seit Wochen geltenden 10 €/dt; allerdings werden immer häufiger Aufschläge für besonders gesuchte Sorten wie Innovator geboten. Das gilt auch für weitere Exporte nach Süd- und Osteuropa. Der niederländische Anbauverband VTA erwartet, dass die Nachfrage vor der Haupternte weiter steigen wird. Gibt es in den Big-five nicht bald mehr Regen, der für die Erntearbeiten von Vorteil wäre, dürfte bald die Nachfrage das Angebot übersteigen. In den Niederlanden berichtet das Agrar-Fachblatt Boerderij von enttäuschenden Kartoffelerträgen. Einen Massezuwachs, wie in früheren Jahren um diese Zeit, hat es nicht mehr gegeben.

10.09.2019 NEPG erwartet schon im Herbst steigende Kartoffelpreise

Der Verband der Kartoffelerzeuger in den großen fünf (Big-five) größten Anbaunationen der EU (NEPG) erwartet, dass die Preise für Konsumkartoffeln bereits im Herbst wieder steigen. Die Länder Frankreich, Belgien, Holland Großbritannien und Deutschland werden nach ersten Schätzungen 27-27,3 Mio. Tonnen Konsumkartoffeln ernten. Das sind 3% mehr als im Schnitt der letzten fünf Jahre und 12% mehr als in 2018. Dabei ist es nicht der Ertrag, der die Mehrmenge ausmacht, sondern eine größere Anbaufläche. So haben französische Bauern 14% mehr Kartoffeln angebaut, als im 5-Jahres-Mittel. Der Mittlere Ertrag in den Big-five wird auf 44,7 to/ha geschätzt, im 5-Jahres-Mittel waren es 47,1 to/ha und in 2018 waren es 40,9 to/ha.
Da die Anfangsbestände von Rohstoff und Produkten in dieser Vermarktungssaison niedrig waren, war der Hunger der Verarbeiter schon von Beginn an sehr hoch. Kurz vor dem Beginn der Haupternte haben nur noch ganz wenige Feldbestände die Chance auf einen Zuwachs.

03.09.2019 Unterdurchschnittliche Kartoffelerträge bei den meisten Frittensorten

Proberodungen in Belgien zeigen für die Sorten Fontane, Bintje und Innovator unterdurchschnittliche Erträge während die Sorte Challenger mehr Ertrag bringen dürfte als im 5-Jahres-Mittel. Wegen der Dürre bleibt das Angebot am effektiven Markt begrenzt, die Trockenheit erschwert immer noch die Rodearbeiten. Am Kassamarkt in Westeuropa beherrschen Exporte nach Osteuropa das Geschehen, während die Verarbeiter vor Ort überhaupt keine vertragsfreien Kartoffeln nachfragen. Es gelten weiterhin 10 €/dt für Bintje und bis zu 12 €/dt für andere Sorten.
Hierzulande hält der Preisdruck für Konsumkartoffeln an. Das spiegeln die Kurse am Terminmarkt wider. Nennenswerte Exporte nach Osteuropa stützen die Preise aber.

27.08.2019 Entscheidende Phase für Kartoffelerträge

Kurz vor der Haupternte sind die Preise für Konsumkartoffeln unter Druck geraten. Da nun auch die entscheidende Phase für die Ertragsbildung von spät reifenden Verarbeitungskartoffeln kommt und es in Europa weit verbreitet heiß und trocken ist, scheint das Preistal am Kassamarkt bereits durchschritten. An der Terminbörse notierte der April-20-Kontakt nach 11,1 in der Vorwoche bereits wieder über 14 €/dt. Bisher zeigen die Proberodungen meist mittlere Erträge. Viele Feldbestände müssten aber noch mindestens drei Wochen wachsen. Wenn das aufgrund der neuerlichen Hitze und Trockenheit nicht gelingt, gibt es schon wieder unterdurchschnittliche Kartoffelerträge in der EU. Die große Anbauausdehnung kann das nur zum Teil kompensieren.

20.08.2019 Hohe Volatilität bei Frittenrohstoff-Futures

Die Erträge von Verarbeitungsrohstoff sind in diesem Jahr in Bezug auf Menge und Qualität sehr heterogen. Im Durchschnitt werden keine Rekordergebnisse mehr erwartet. Auch wenn jetzt noch einiges zuwachsen könnte. Die Fabriken arbeiten alle auf Hochtouren, meist kommt Vertragsware zum Einsatz. Die Preise für Vertragsfreie Kartoffeln sind inzwischen in Belgien und Holland auf 10 €/dt gesunken.
Am Terminmarkt haben sich die Kurse in den letzten Tagen aber wieder erholt. Der April-20-Termin stieg heute wieder auf 14 €/dt, nachdem er vor einer Woche noch auf 11,1 €/dt gesunken war. Die hohe Volatilität an der Terminbörse von 11,1 bis 21,1 €/dt Ende Juli zeigt deutlich das Stimmungsbild unter den Marktteilnehmern. Top-Erträge sind wohl unwahrscheinlich, wenngleich die Sorte Fontane auch später noch mehr Ertrag bilden kann, wie sich letztes Jahr zeigte. Bei Bintje rechnen die Experten aber kaum noch mit Zuwachs. Den befürchteten Durchwuchs gibt es in diesem Jahr aber auch kaum.

13.08.2019 Agreste glaubt an Rekord-Kartoffelernte

Eine Prognose des französischen Statistikamts Agreste, nach der dort die Kartoffelernte 2019 knapp 6,6 Mio. Tonnen Konsumkartoffeln bringen soll, ist unter Marktteilnehmern sehr umstritten. Das wäre eine Rekordernte, weil sie das Ergebnis aus dem Jahr 2017 noch übertreffen würde. Kritiker meinen, dass Proberodungen nur von beregneten Flächen sein können. Allerdings werden in Frankreich nur 60% der Kartoffeläcker beregnet. Tatsache ist wohl, dass auch in Frankreich der Anbau von Konsumkartoffeln in diesem Jahr deutlich ausgedehnt wurde. Die Flächenausdehnung auf nun 152.000 Hektar entspricht der wachsenden Nachfrage aus der Kartoffeln verarbeitenden Industrie.
Die Kurse für Veredelungskartoffeln (FAPPJ0) an der EEX in Leipzig gaben heute bis auf 11,1 €/dt nach. Das ist der niedrigste Kurs auf dem April-20-Terminkontrakt.

06.08.2019 Kartoffeln: Ertrags- und Qualitätsprobleme bei belgischem Frittenrohstoff

Erste Ergebnisse aus Proberodungen von Ende Juli in Belgien sind zwar noch nicht aussagekräftig, sie weisen aber auf einige Probleme beim Ertrag und Qualität hin. Besonders die Sorte Bintje, die nicht mehr die Bedeutung hat, wie noch vor einigen Jahren, streut in ihren Erträgen weit. Es wurden Ergebnisse von 14,4-31,8 Tonnen/Hektar gewogen. Das Mittel von 27 Tonnen/Hektar liegt zwar mehr als 4 Tonnen über dem des letzten Jahres, es ist aber im langjährigen Vergleich sehr niedrig. Sorge bei der Bintje macht auch in diesem Jahr der Durchwuchs. Jetzt kommt es also vielfach zum Neuaustrieb weil der Boden Temperaturen von mehr als 30°C erreichte. Sollen die Vorjahreserträge insgesamt erreicht werden, so müssen bis Anfang September noch mehr als 50% Ertrag dazu kommen. Bei der Sorte Fontane sieht die Lage nicht ganz so düster aus. Aber sie muss auch noch erheblichen Ertrag bilden.

02.08.2019 In Polen droht bei Kartoffeln eine Missernte

Im Frühjahr konnte in Polen erst spät gepflanzt werden, entsprechend spät liefen die Kartoffeln der Haupternte auf. Zuletzt litten die Feldbestände unter Dürre und Hitze. Der Handel in Polen stellt sich bereits auf eine Missernte ein und importiert mehr Kartoffeln als sonst im Sommer.
Die Anbaufläche in Polen kommt in diesem Jahr auf rund 300.000 Hektar, etwas mehr ist als im Vorjahr. Die Ernte wird aber mit Sicherheit deutlich kleiner ausfallen als zuvor.
In weiten Landesteilen war es zuletzt zu trocken und zu heiß, Beregnung gibt es dort im Kartoffelanbau nur auf ca. 5% der Flächen. Die ersten Ernteschätzungen kommen gerade mal auf 6,5 Mio. Tonnen. Das sind sogar noch weniger als im relativ schlechten Jahr 2018 als 7,5 Mio. Tonnen zusammen kamen. Hinzu kommt, dass man mit Qualitätsproblem zu tun bekommt. Die Bestände der Haupternte reifen bereits ab und die Knollen sind viel zu klein. Nachdem nun Regenschauer da Wachstum weiter anregen, kommt es zum gefürchteten Durchwuchs. Es wird auch schon von Kraut- und Knollenfäule berichtet.
Da der polnische Markt mit Kartoffeln bereits jetzt latent unterversorgt ist, wird außergewöhnlich viel importiert. Lieferländer sind Großbritannien und Rumänien, teils auch Westdeutschland.
Polen dürfte in diesem Jahr für Käufer aus Tschechien ausfallen. Das erhöht die Exportchancen für deutsche Exporteure.

02.08.2019 Deutscher Kartoffelanbau nun auf 276.300 Hektar – ein Plus von 8,7%

Das vorläufige Ergebnis der Bodennutzungserhebung weist einen kräftigen Zuwachs des Kartoffelanbaus in Deutschland aus.
Demnach wurden hierzulande 276.300 Hektar Kartoffeln angebaut. Das wären 24.100 Hektar oder 8,7% mehr als im Vorjahr. Eine erste Schätzung vor einigen Monaten hatte nur ein Plus von 8.200 Hektar ausgewiesen.
Den größten Zuwachs verzeichnet Niedersachsen, wo nun auf 123.500 Hektar Kartoffeln angebaut werden. Hier kamen 9.600 Hektar hinzu.
Nordrhein-Westfalen dehnte die Fläche um 7.800 Hektar aus und kommt mit seinen 41.000 Hektar fast an den Anbauumfang an Bayern heran. Meist wurde mehr Verarbeitungsrohstoff angebaut.

31.07.2019 Notierungen für belgischen Frittenrohstoff brechen ein

Gestern sanken die Notierungen für frühen Frittenrohstoff in Belgien auf nur noch 15-18 €/dt.
Dort sind die Erträge der Frühkartoffeln groß, die Bestände jetzt erntereif und die Rodemöglichkeiten gut. Außerdem haben die Fabriken eine hohe Vertragsabdeckung.
Auch aus dem Rheinland werden von Kartoffeln die beregnet werden konnten hohe Erträge gemeldet.
Die Preiskorrekturen sind möglicherweise zu hoch, denn bei den Anschlusssorten, die nicht beregnet werden können und bei Sorten die später eingelagert werden sollen drohen schlechtere Erträge, teils müssen sogar Totalausfälle befürchtet werden.

30.07.2019 Robuster Kartoffelmarkt – hohe Erzeugerpreise können sich behaupten

Nach der letzten Hitzewelle hat sich das Geschäft mit Konsumkartoffeln wieder etwas normalisiert. Bei ferienbedingt ruhiger Nachfrage nach Frischkartoffeln ist dieser Markt ausgeglichen, wenngleich das Preisniveau von bis zu 50 €/dt anzeigt, wie robust der Kartoffelmarkt ist.
In den Frühgebieten haben die Bauern, aufgrund einer guten Erfahrung aus dem Vorjahr und einer knappen Versorgung mit Saatgut der frühreifen Speisesorten, viele Doppelnutzungssorten gepflanzt. Der Aufwuchs daraus floss bisher komplett in die Frittenfabriken und belastet deshalb nicht den Speisekartoffelmarkt. Auch die Absortierungen aus den Speisesorten werden händeringend von Schälern und Fabriken aufgekauft. Übergrößen gibt es bisher kaum. Der Deutsche Niederrhein verlädt in diesen Tagen Verarbeitungsrohstoff in rauen Mengen und die Fabriken versuchen die hohen Erzeugerpreise zu drücken; mit mäßigem Erfolg.

16.07.2019 Kartoffeln: Durchschnittserträge kaum vorstellbar – es ist zu trocken

Die Experten im Verband der Kartoffelbauern in West- und Mitteleuropa NEPG befürchten, dass es auch in diesem Jahr keine durchschnittlichen Kartoffelerträge geben wird. Zwar sei die Anbaufläche von Konsumkartoffeln in den fünf größten Kartoffelländern in der EU um 2,2% auf die Rekordfläche von 611.190 Hektar ausgeweitet worden, wegen der Trockenheit dürfe es aber schwer werden, Durchschnitterträge zu erreichen.
Bei Frühkartoffeln sind die Erträge bisher aber gut, insbesondere auf beregneten Flächen sogar sehr gut. In Belgien können aber nur 3-4% der Kartoffeläcker beregnet werden. Die Experten gehen davon aus, dass in dieser Saison ca. 8-10% mehr Rohstoff benötigt wird, da die Anfangsbestände von Rohware aus der letzten Ernte und auch die Produktvorräte außergewöhnlich klein sind. An der Terminbörse in Leipzig stiegen die Kurse der Kartoffelfutures auf Termin April-20 heute auf ein Kontrakthoch.

02.07.2019 Kartoffelkurse spielen Jo-Jo

Erste Proberodungen beim Frittenrohstoff in Belgien zeigen hohe Erträge und viele Übergrößen. Die Sorte Amora konnte dort Ende März 15 Tage früher als üblich gepflanzt werden. Nach 81 Tagen bringen die 9 beprobten Felder Erträge von 21 bis 43 dt/ha. 60% der Knollen sind bereits 50mm+ groß. Das entspricht im Durchschnitt 18 Tonnen vom Hektar. Der belgische Prüfverein PCA führt die Untersuchung dieser Sorte bereits sei acht Jahren durch. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Ergebnisse gut und der Übergrößenanteil hoch.
In fast allen großen Kartoffelländern Europas wurde die Kartoffelanbaufläche ausgeweitet. Meist wurde der Anbau nur bei Konsumkartoffeln, wie Frittenrohstoff und Speisesorten, gesteigert.
In Belgien spekulieren die Einkäufer der Fabriken schon wieder auf ein Jahr mit Kartoffelüberschüssen. Nach 2018 mit knappem Rohstoffangebot hofft man jetzt darauf, dass, wie jedes dritte Jahr, ein massiver Rohstoffüberschuss die Preise wieder in den Keller schickt. An der Terminbörse spielen die Kartoffelkurse Jo-Jo.

25.06.2019 Belgische Frittenfabriken warten dringend auf neuen Rohstoff

Nach Vorstellungen der Kartoffelverarbeiter in Belgien soll es nächste Woche mit der Ernte von neuem Verarbeitungsrohstoff losgehen. Das Angebot aus Flandern ist in erster Linie für lokale Frittenfabriken vorgesehen. Zwar wuchsen die Feldbestände zuletzt gut, aber es fehlt noch am Unter-Wasser-Gewicht. Die Hitze verhindert aktuell die Einlagerung von Stärke und in den zu warmen Nächten sinkt das UWG sogar noch. Frittenfabriken in Holland machen derzeit fast alle Werksferien, die zur Überarbeitung der Anlagen genutzt werden. Im Juli sollen dann die letzten Lagerkartoffeln aus der Ernte 2018 verarbeitet werden, bevor dort, viel später als in Belgien oder bei uns in Deutschland, die neue Ernte zum Einsatz kommt. Der Rohstoffeinsatz der Kartoffelverarbeiter lag in den Monaten März bis heute weit unter dem der letzten Jahre. Da der Markt aber trotzdem mit Fritten versorgt wurde, geht man davon aus, dass die Produktläger bis zur neuen Ernte leer sind und das Interesse an der neuen Ernte höher sein wird als sonst.

24.06.2019 Kartoffelanbau in Niedersachsen wächst um 6.000 Hektar

Der Kartoffelanbau ist in Niedersachsen in diesem Jahr um 5% auf 122.846 oder +6.000 Hektar gewachsen. Davon entfallen 4.000 Hektar auf Stärke und Verarbeitungskartoffeln, die nun auf einer Fläche von 78.434 Hektar wachsen. Zum aktuellen Zeitpunkt sieht es auch so aus, dass die Erträge besser werden als im Vorjahr, da die Feldbestände üppig wachsen und die Reihen geschlossen sind. Die Hitze dieser Tage bremst zwar das Wachstum, es ist aber für Lagerkartoffeln noch nicht ertragsrelevant, so die Einschätzung von Anbauexperten.
Die Stimmung an der Terminbörse hat sich heute aber schon gedreht, da die Temperaturen in den kommenden Tagen in Deutschland auf bis zu 40°C steigen können. Seit Freitag sind die Börsenkurse auf den April-20-Termin um 13,4% oder um 2 €/dt gestiegen.

18.06.2019 Trotz Missernte mehr Frittenexporte

Trotz einer Kartoffel-Missernte in 2018 haben die Pommes frites-Hersteller in den ersten acht Monaten dieses Wirtschaftsjahres, das am 1. Juli 2018 begann, mehr Kartoffelprodukte verkaufen können. Das galt soviel für den EU-Binnenmarkt als auch für Drittlandexporte. Aus den drei größten Exportländern: Holland, Belgien und Deutschland wurden (Juli bis Februar) in die EU 1,857 Mio. Tonnen Fritten ausgeführt und in Drittländer 1,02 Mio. Tonnen. Zusammen wurden damit 2,927 Mio. Tonnen ca. 110.000 Tonnen mehr als im Vorjahr ausgeführt. Und das obwohl der Verarbeitungsrohstoff knapp und teuer war. Die AMI glaubt, dass die Produktläger inzwischen fast komplett geräumt sein dürften. Weil aus der Vorjahresernte kein Rohstoff mehr verfügbar ist, fahren die Fabriken jetzt ihre Produktion runter und müssen warten bis die neue Ernte da ist. Ab der zweiten Juli-Woche dürfte dann ein reger Wettbewerb um Vertragskartoffeln und vertragsfreie Mengen entstehen.

11.06.2019 Bis Juli weiter hohe Speisekartoffelpreise

Die AMI schreibt heute über den Frühkartoffelmarkt, dass die Abfolge der Lieferregionen über Ägypten, Israel, Spanien und jetzt auch von deutschen Anbauregionen selten so „überschnittsarm“ war wie in diesem Jahr. Die Marktversorgung mit Kartoffeln ist also so eng, dass alles was angeboten wird auch sofort verbraucht wird. Vermutlich, so die AMI, werden erst in der Dritten Juli-Dekade die Karten am Kartoffelmarkt neu gemischt.
So können die Anbieter die hohen Preise noch problemlos weiter durchsetzen. Das auch weil die derzeitige Wetterlage für den Kartoffelkonsum von Vorteil ist. Täglich werden in Deutschland zurzeit 3.300 Tonnen Speisekartoffeln benötigt.

03.06.2019 Mexiko zielt auf US-Agrarexporte falls der Streit mit den USA nicht gelöst wird

Die mexikanische Regierung sollte sich auf die US-amerikanischen Agrarprodukte konzentrieren, wenn sich der Handelsstreit mit den USA nicht beigelegt werden kann. Das rät der oberste Agrarlobbyist Bosco de la Vega als letztes Mittel, um sich vor den ungerechtfertigten Drohungen des US-Präsidenten zu wehren.
Die Flüchtlingspolitik der USA habe mit Mexikos Wirtschaft nichts zu tun. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass es bis zum 10. Juni zu keiner Einigung zwischen den beiden Regierungen kommt, müsse man die Agrarprodukte der republikanisch regierten US-Staaten boykottieren.
Mexikos Regierung erarbeitet derzeit eine Strategie, wie man auf die Drohungen des nördlichen Nachbarlandes regieren will. Der Agrarlobbyist de la Vega benennt Produkte, wie Futtermais, Sojabohnen, Schinken, Äpfel, Kartoffeln und Whiskey aus den USA, die Mexiko in großem Umfang aus den konservativen US-Bundesstaaten importiert. Im letzten Jahr verkauften US-Fermer 14 Mio. Tonnen Mais und 4 Mio. Tonnen Sojabohnen n Mexiko.
Donald Trump hatte mit Strafzöllen von 5% ab dem 10. Juni gedroht, sollten bis dahin die Mexikaner nicht die illegale Einwanderung aus Südamerika in die USA unterbinden. Dieser Strafzoll solle monatlich um weiter 5% angehoben werden. Bis Oktober wären das dann schon 25%.

23.05.2019 EEX-Kartoffelindex steigt heute auf 31,5 €/dt

Bei spürbar schwindendem Angebot von Veredelungskartoffeln sind die Preise dafür in Holland, aufgrund der kleineren Kartoffelernte in 2018, zuletzt weiter gestiegen. Das zeigt sich auch im heutigen Index für Veredelungskartoffeln der Derivatebörse EEX, in dem aus Holland Kassamarktnotierungen von 33,60 €/dt (+1,19 €/dt zur Vorwoche) einfließen.
Das ist auch der höchste Preis, aus den vier Melder-Nationen (D,B,F,NL). Der Durchschnittspreis für Europa, also der Index, wurde heute mit 31,50 €/dt berechnet. Das ist ein Euro mehr als in der Vorwoche. Alle Länder-Meldungen liegen heute wieder über der 30-€-Marke.
Die Kartoffelverarbeiter haben nach der kleinen Ernte in 2018 viel weniger Kartoffeln verarbeitet. In Holland fehlten im März, verglichen mit den großen Mengen im Vorjahr, schon fast 100.000 Tonnen.
Die Preisbefestigung beim Pommes-Rohstoff setzt sich bis zum Anschluss an die nächste Ernte wohl noch weiter fort. Für die Börsianer geht die Saison 2018/19 am 06. Juni zu Ende. Dann werden die verbliebenen offenen Positionen gegen den Index glatt gestellt.

16.05.2019 EEX-Kartoffelindex steigt um 5,5% auf 30,6 €/dt

Die Derivatebörse in Leipzig veröffentlichte heute, wie während der Vermarktungsperiode jeden Donnerstag, erneut ihren Index für Veredelungskartoffeln.
Der Marktzeiger stieg um 1,60 €/dt auf 30,50 €/dt an, ein Anstieg um 5,5%.
Die Kassamarktmeldungen in Belgien stiegen dabei mit 10,6% oder 2,84 €/dt gegenüber der Vorwoche am stärksten an. Mit 29,67 €/dt liegen die Kartoffelnotierungen in Belgien damit gleichauf mit Frankreich.
Die höchsten Kartoffelpreise zahlt man derzeit aber in Holland mit 32,41 €/dt das sind 0,93 €/dt mehr als in der Vorwoche.
Die deutschen Kartoffelpreise für Frittenrohstoff wurden heute mit 30,18 €/dt ermittelt.
An der Terminbörse ist der letzte Handelstag für Kartoffeln aus der Ernte 2018 der 06.Juni. Es gibt also noch drei weitere Index-Berechnungen, bevor diese spektakuläre Kartoffelsaison auch an der Terminbörse zu Ende geht. Inzwischen ist der Kontraktbestand der Kartoffelfutures auf die neue Ernte auch schon fast doppelt so hoch wie die alte Ernte.

14.05.2019 Deutsche Kartoffelanbaufläche wächst um 3%

Der Kartoffelanbau wächst in Deutschland weiter. Anfang dieser Woche gab es vom Statistischen Bundesamt eine erste Schätzung zur Flächennutzung. Demnach werden in Deutschland für die Ernte 2019 auf 260.000 Hektar Kartoffeln angebaut. Das wären ca. 3% oder 8.000 Hektar mehr als im Vorjahr. Die erste Schätzung beruht allerdings auf einer dünnen Datenbasis und ist mit Vorsicht zu genießen. Es ist also als erste Tendenz zu werten. Beobachter gehen davon aus, dass der Flächenzuwachs in erste Linie für Verarbeitungsrohstoff gilt.
Die Vermarktung von alterntigen Konsumkartoffeln ist europaweit sehr weit fortgeschritten. Speisekartoffeln aus der Ernte 2018 gibt es so gut wie keine mehr aber die Fabriken haben sich noch für einige Wochen Frittenrohstoff per Vertrag reserviert. Zudem kaufen belgische Fabriken jetzt wieder freien Rohstoff und stützen damit die Notierungen, während holländische Fabriken sich in Kaufzurückhaltung üben. Das Preisniveau bleibt insgesamt aber wohl noch über die nächsten drei Monate hoch.

09.05.2019 EEX-Kartoffelindex steigt heute um 60 Cent

Der EEX-Index für Veredelungskartoffeln steigt heute auf 28,9 €/dt. Das sind 60 Cent mehr als in der Vorwoche.
Zu dem Anstieg trugen die Notierungen aus Belgien (+1,33 auf 26,83) und Frankreich (+1,67 auf 27,67) bei, wo die Sorte Bintje in den Notierungen dominiert.
In Holland konnte sich der teuerste Beitrag in den Index von letzter Woche (31,98) auf jetzt 31,48 €/dt nicht mehr halten. Die deutsche Notierung blieb mit jetzt 29,77 €/dt fast unverändert.
Am 06.06.2019 ist der letzte Handelstag für den Juni-19-Terminkontrakt an der Derivatebörse in Leipzig. Kontrakte, die bis dahin nicht glattgestellt sind, werden dann mit dem Index, der dann ermittelt wird, glattgestellt.
Der Juni-19-Kontrakt beendete den heutigen Handelstag mit 30,6 €/dt. Die Börsenteilnehmer haben also noch etwas Phantasie für steigende Preise.

08.05.2019 Weltmarkt für Kartoffelstärke wächst bis 2024 auf 4,4 Mio. Tonnen

Der globale Markt für Kartoffelstärke erreichte in 2018 ein Volumen von 3,7 Mio. Tonnen, bis 2024 sollen es 4,4 Mio. Tonnen werden. Das geht aus dem jüngsten Bericht von ResearchAndMarkets hervor.
Die Kartoffelstärke ist ein feines Pulver, das aus den Knollen von Kartoffeln gewonnen wird. Da es keinen eigenen Geschmack hat, wird die Stärke als Basismaterial für viele Lebensmittelprodukte verwendet, ohne deren Geschmack zu beeinflussen. Es wird zudem als Klebemittel, Ergänzungsmittel, Dickungsmittel und Stabilisierer in diversen Lebensmittelprodukten verwendet.
Darüber hinaus hat sie eine gesundheitsfördernde Wirkung, da die Stärke die Aufnahme von Mineralien wie Kalzium und Magnesium verbessert, sie kann zudem den Zuckerwert im Blut senken und die Aufnahme von Giften und krebserregenden Stoffen reduzieren.
Kartoffelstärke findet seinen Einsatz im Lebensmittelsektor bei Suppen, Backartikeln, Fleischprodukten, Gelees, Puddings und Pasta. Eine florierende Lebensmittelindustrie stützt die Nachfrage nach Kartoffelstärke. Die wachsende Kaufkraft der Verbraucher in vielen Entwicklungsländern und die daraus folgende Nachfrage nach Kartoffelstärke ist der Treiber des Marktes.
Außerdem wird Kartoffelstärke in der Textilindustrie eingesetzt, um Stoffe zu stärken. In der Pharmaindustrie werden damit Antibiotika produziert und in der Papier- und Chemieindustrie nutzt man die Klebereigenschaft. Das Wachstum in diesen Industriebereichen lässt die Nachfrage nach Kartoffelstärke bis 2024 auf 4,4 Mio. Tonnen steigen. In den Jahren 2019-204 wird ein jährliches Wachstum von 2,8% vorhergesagt.
Den größten Einsatzbereich findet die Kartoffelstärke in der Lebensmittelproduktion, gefolgt von anderen Industriebereichen. In allen Teilen der Welt, in Europa, Asien-Pazifik, Nord Amerika, Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Afrika, wird Kartoffelstärke extrahiert. Europa hat aber den größten Marktanteil.

07.05.2019 Holland exportiert Kartoffeln zu stolzen Preisen

Die holländischen Kartoffelexporteure profitieren jetzt davon, dass die Frittenfabriken während der Herbst- und Wintersaison umfangreich Rohstoffschonung betrieben und viele Kartoffeln importiert haben. Die Vorräte in Holland sind zwar niedriger als in anderen Jahren aber sie waren bis April im Vergleich zu ihren Nachbarländern recht ordentlich. Das ermöglicht den Exporteuren nun lebhafte Exporte zu sehr stolzen Preisen. Die Preisspanne für gesackte Ware variiert zwischen 30 und 40 €/dt. Darunter befinden sich auch Pommes frites geeignete Sorten wie Agria 55 mm+. Zwar halten sich die Kartoffelverarbeiter immer noch vom freien Markt fern, um die Preise nicht in die Höhe zu treiben, sie werden den Abfluss der restlichen Partien aus der alten Ernte aber nicht tatenlos zusehen wollen.
Die Pflanzenentwicklung der Frühkartoffelbestände in den frühen Anbaugebieten wird, aufgrund der niedrigen Temperaturen und der teils immer noch vorherrschenden Trockenheit, gebremst.
Von einer knappen Marktversorgung und einem rasanten Preisanstieg wird auch aus Polen berichtet. Für spanische Speisefrühkartoffeln, die jetzt nach Deutschland geliefert werden, verlangt man 80 €/dt franko.

23.04.2019 Lieferengpässe bei Speisekartoffeln – Belgiens Frittenfabriken noch gut versorgt

Zirka sechs Wochen früher als üblich endet in Deutschland die Vermarktungssaison mit Speisekartoffeln aus der Ernte 2018. Ein gutes Ostergeschäft räumte aber nicht nur die Vorräte aus der alten Ernte, sondern auch die Läger der Importeure, die nun von Lieferengpässen berichten. Bis in Deutschland erste Frühkartoffeln zur Verfügung steht, dauert es noch 4-6 Wochen und die Zwischenzeit muss durch Importe aus Spanien überbrückt werden. Lagerkartoffeln aus Frankreich werden immer teurer.
Unterdessen berichten die Fabriken in Belgien, dass sie noch über 710.000 Tonnen Vorräte von Verarbeitungsrohstoff aus der alten Ernte verfügen. Diese große Menge überrascht die Marktteilnehmer sehr, denn Belgiens Ernte 2018 war dermaßen schlecht ausgefallen, dass die Fabriken dort seit Monaten in der EU alle Kartoffeln kaufen, die zur Verarbeitung geeignet waren. Dieses und ein äußerst sparsamer und wirtschaftlicher Umgang mit dem Rohstoff sorgen nun dafür, dass die Vorräte ähnlich hoch sind, wie in früheren Jahren um diese Zeit. Der Index für Frittenrohstoff (zurzeit 27,8) wird sich vor dem letzten Handelstag des April-19-Termins deshalb kaum noch verändern.

16.04.2019 Kartoffelanbau in Frankreich und Belgien steigt

Dem französischen Amt für Agrarstatistik Agreste zufolge wächst der Kartoffelanbau dort in diesem Jahr um 12,8% auf 149.000 Hektar. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort obwohl die Pflanzgutversorgung nicht gut war. Getrieben wird diese Entwicklung von der belgischen Verarbeitungsindustrie. Die Fabriken dort können für ihren steigenden Rohstoffbedarf kaum noch zusätzliche Flächen finden. In Flandern, wo fast ausschließlich Frühkartoffeln angebaut werden, wird es mit 8% aber auch einen deutlichen Anbauzuwachs geben. Damit wird der Anbaurückgang von Frühkartoffeln im Vorjahr aber nur zum Teil kompensiert. Am 1. April waren in Belgien erst 25% der Frühkartoffeln und 3% der Anschlusssorten gepflanzt. Das ist nicht sonderlich früh.

11.04.2019 Der Index für Veredelungskartoffeln sinkt heute um 1,9 €/dt

Maßgeblich tragen dazu die Notierungen in Belgien und Frankreich bei. Die französische Kassamarktnotierung für Bintje sank seit letzter Woche um 2,5 €/dt auf 26,83, die belgische um 1,9€/dt auf 27,80.
Mit den weitestgehend stabilen Notierungen für Veredelungskartoffeln in Deutschland (von 28,71 auf jetzt 28,37) und Holland (von 31,41 auf jetzt 31,35) errechnet sich der Index für Frittenrohstoff nach 29,70 jetzt auf 27,8.
Wenn heute der letzte Handelstag für den EEX-Future auf Veredelungskartoffeln wäre, würde die Clearingbank die verbliebenen offen Terminkontrakte mit 27,80 in bar abrechnen. Eine physische Lieferung sieht die Börse nicht vor.
Der letzte Handelstag für den April-19-Terminkontrakt ist der 25. April, also in zwei Wochen. Gestern waren auf diesem Termin noch 4.072 Kontrakte offen.
Die nächste Fälligkeit ist der Juni-19-Termin mit dem letzten Handelstag am 06.06.2019. Dieser Future ist zur Stunde mit 29 €/dt 1,20 €/dt teurer als der Marktzeiger. Die Kassapreise müssten also noch um 1,20 €/dt steigen.

10.04.2019 Frittenrohstoff: Preisrutsch bei belgischer Bintje findet keine Nachahmer

Der kräftige Preisrückgang in der letzten Woche für belgische Bintje findet in Holland, Frankreich und Deutschland keine Nachahmer. Dafür sind in Europa die Vorräte zu niedrig. Während sich der Speisekartoffelmarkt umfangreich mit teuren Importen aus Israel, Ägypten und Frankreich versorgen kann, müssen die Frittenfabriken weiter fast ausschließlich vorgekauften Rohstoff der alten Ernte verarbeiten. Die Preisideen für frei verfügbare Kartoffeln sind indes bei Käufern und Anbietern zu unterschiedlich, sodass kaum Abschlüsse zustande kommen. Lediglich einige Partien Bintje in prekärer Qualität drängen auf den belgischen Markt. Diese wechseln für 18 bis 22 €/dt den Besitzer. Die Notierungen für andere Sorten waren in Holland zu Beginn dieser Woche mit 30-32 €/dt sogar leicht fester. Für unverkaufte Partien mit längerer Haltbarkeit rechnen sich die Lagerhalter später noch bessere Verkaufschancen aus.

02.04.2019 Speisekartoffeln knapp, Pokern mit Frittenrohstoff

In Frankreich werden Speisekartoffeln knapp. Per 28.02. lagerten dort nur noch 1,254 Mio. Tonnen Kartoffeln, so wenige wie zu diesem Termin schon seit Jahren nicht mehr. Seit Wochen laufen die Exporte aus Frankreich auf hohem Niveau. Für eine nachhaltige Versorgung Spaniens, wie zu dieser Jahreszeit üblich, wird es kaum noch reichen. Der Anteil an Verarbeitungsrohstoff an dem Bestand am Stichtag betrug 884.000 Tonnen. Auch wenn diese Menge längst einen Käufer gefunden hat, so reicht der Vorrat für die Frittenproduktion weiter als die der Speisekartoffelversorgung. Die Frittenfabriken hatten lange Zeit, auf Zweinutzungssorten zurückgegriffen und Rohstoffschonung betrieben, sodass hier vorerst kein Engpass droht.
In den Niederlanden halten sich die Fabriken mit dem Zukauf von freien Kartoffeln zurück, was allerdings eine erhoffte Wirkung auf die Preise verfehlt. Ein Anstieg des Angebots blieb zumindest bisher aus. Deutsche Fabriken versorgen sich ebenfalls fast ausschließlich aus Vorkontrakten und werden wohl erst im Mai wieder am freien Markt aktiv. Dann ist der April19-Terminkontrakt an der EEX aber schon abgelaufen, sodass ein Nachfrageimpuls mit steigenden Preisen nur noch im Juni-19-Kontrakt erwartet werden kann.

02.04.2019 Belgiens Frittenbuden verarbeiteten 2018 erstmals mehr als 5 Mio.to Kartoffeln

Der belgische Verband der Kartoffelhändler und –verarbeiter (Belgapom) teilt mit, dass im Jahr 2018 die 5-Mio.to-Marke beim Einsatz von Rohstoff für die Veredelung zu Kartoffelprodukten überschritten wurde.
Das ist ein absolut neuer Rekord, der umso mehr erstaunt, als dass es der größte jährliche Anstieg seit den 1990er Jahren ist. Zur Erinnerung: in 1990 wurden in Belgien rund 500.000 Tonnen Kartoffeln zu Pommes frites, Kartoffelbrei, Kartoffelflocken oder Granulaten verarbeitet. 28 Jahre später verzeichnet der Sektor einen Anstieg von 1.000%!
In 2018 stieg in Belgien der Verbrauch von Kartoffelrohstoff um 11,6%. Das ist bei weitem der größte jährliche Rohstoffverbrauchsanstieg in einem immer noch relativ neuen Segment der belgischen Lebensmittelindustrie.
Die Branche will auch weiter investieren und zwar in Qualität und Quantität. Nachhaltigkeit ist dabei das Leitmotiv aller Marktbeteiligten. Die Anstrengungen konzentrieren sich auf einen nachhaltigen Kartoffelanbau, umweltfreundliche Produktion und Logistik gleichermaßen.
Die Branche beschäftigte in 2018 8% mehr Mitarbeiter als im Jahr zuvor. Inzwischen sind es 4.762, dabei ist die Verarbeitung der Ware extrem gut automatisiert. Vor 1999 lag die Zahl der in der belgischen Frittenbranche Beschäftigten noch unter 2.000 Personen.
Die belgische Kartoffelverarbeitung findet im Herzen der europäischen Kartoffelproduktion statt. Man kann auf eine Vielzahl von Kartoffelprofis und ein einzigartiges Netzwerk von Dienstleistern zurückgreifen. Internationale Tiefseehäfen ermöglichen den schnellen Zugang zum Weltmarkt.
Nach der Ernte 2017 konnten die belgischen Kartoffelverarbeiter bis weit in 2018 hinein auf ein sehr großes Rohstoffanagebot zurückgreifen. Auch wenn die 2018er Ernte nach einer lang anhaltenden Trockenheit und mehreren Hitzewellen einen scharfen Einschnitt beim Angebot brachte, mussten aus dieser Ernte viele Partien sofort verarbeitet werden, da sie sich sonst nicht gehalten hätten.
Die extreme Wetterlage im letzten Sommer richtete einen riesigen Schaden an. Nicht nur, dass die Erträge klein blieben, es waren alle Beteiligten in der gesamten Wertschöpfungskette betroffen. Die meisten davon sind kleine und mittelständige Familienunternehmer, die in einem extrem turbulenten Jahr Gefahr laufen, ihr Unternehmen zu verlieren.
Die Verbandsvertreter der Belgapom hatten über Monate damit zu tun, die Gespräche zwischen Käufern und Verkäufern von Vorkontrakten zu begleiten. Man sucht derzeit noch nach einer Handelsordnung für den Kartoffelsektor, der den Marktbeteiligten in Extremzeiten wie dieser mehr Sicherheit bietet.
Die ungewöhnlich hohen Kartoffelpreise auf dem knapp versorgten sogenannten freien Markt sorgen dafür, dass auch die Preise für Fertigprodukte steigen. Das verschlechtert die belgische Stellung am Weltmarkt.

01.04.2019 Raus aus dem Plastikchaos?

Wir ertrinken im Plastikmüll, der Jahrhunderte überdauert. So ist es an der Zeit, über Alternativen nachzudenken und gleichzeitig nationale Wertschöpfungsketten zu verbessern. Gemeinsam mit dem VDL war die Landesgruppe Niedersachsen/Sachsen-Anhalt den Antworten auf diese Fragen auf der Spur.
Am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) der Hochschule Hannover ist man schnell mitten im Thema. Derzeit liegt der Anteil der Produktionskapazitäten von Biokunststoffen am Gesamtkunststoffmarkt von ca. 311 Mio. Tonnen weltweit bei etwa zwei Mio. t.
Am häufigsten werden Bio-Polyethylenterephthalat (Bio-PET), Bio-Polyethylen (Bio-PE), Polylactid (PLA), PLA-Blends, Stärkeblends und Cellosehydrat, eingesetzt. Die Rohstoffe für Biokunststoffe, deren Basis Zucker, Stärke, Holz und Pflanzenöl ist, werden derzeit überwiegend aus Asien sowie Mittel- und Südamerika bezogen. Es drängt sich die Frage auf, inwiefern auch regionale Produkte der norddeutschen Landwirtschaft eingesetzt werden können.
Im Einzelnen geht es dabei um Stärke aus Mais, Weizen oder Kartoffeln und Öl aus Raps anstatt aus Sojapflanzen sowie Zucker aus der Zuckerrübe anstatt aus Zuckerrohr und Cellulose aus Holz. Erst die stoffliche Nutzung von Rohstoffen in Kunststoffprodukten und deren anschließender energetischen Verwertung, ob in der Verbrennung, der Umwandlung zum Kraftstoff oder als Substrat in der Biogasanlage, könnte geschlossene Kreisläufe schaffen. Die Rohstoffe würden dann effizient, nachhaltig und ressourcenschonend eingesetzt.
An der Hochschule Hannover beschäftigt man sich seit vielen Jahren intensiv und erfolgreich mit der Erforschung von Biokunststoffen. Das IfBB habe wesentliche Kompetenzen in den Bereichen Materialentwicklung und –modifizierung, Verarbeitung von Biokunststoffen, Nachhaltigkeitsbewertungen und Technologietransfer, erklärte uns die Instituts-Leiterin Prof. Andrea Siebert- Raths. Am IfBB ist man davon überzeugt, dass Biokunststoffe heute bereits viele technische Anwendungsbereiche konventioneller Kunststoffe abdecken können. Es besteht jedoch noch ein großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Zudem fehlt häufig die Akzeptanz gegenüber Biokunststoffen, was die verarbeitende Industrie gleichermaßen betrifft wie den Verbraucher. Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer vom Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe Niedersachsen erläuterte, in welchen Bereichen bereits Biokunststoffe aus
landwirtschaftlichen Erzeugnissen eingesetzt werden. So gibt es bereits einige Beispiele und Perspektiven, wo die Kunststoffindustrie sinnvoll mit der Land- und Forstwirtschaft zusammenarbeitet, um Kreisläufe zu schließen und Wertschöpfungsketten auszubauen. So werden seit geraumer Zeit beispielsweise Dämmstoffe durch Holzfasern und Cellulose ersetzt, 5 bis 7 Prozent der verbauten Dämmstoffe bestehen heute aus nachwachsenden Rohstoffen. Komplexer sind da z.B. sog. Compoundierungsverfahren die es ermöglichen, lange Naturfasern (Hanf, Flachs) zu Naturfaserverbundwerkstoffen mit biologisch abbaubaren Kunststoffen (PLA) zu verarbeiten. So wird der Eintrag von nicht abbaubaren Kunststoffen in die Umwelt reduziert.
Carsten Brüggemann VDAJ Intern 1-2019

12.03.2019 Hollands Frittenindustrie sitzt auf sattem Rohstoffpolster

Der holländische Kartoffel Anbauverband VTA hat heute das Ergebnis einer Februar-Umfrage zu den Kartoffelvorräten veröffentlicht. Dem zu Folge haben die Lagerhalter in den Niederlanden seit dem letzten Herbst relativ wenige Kartoffeln verkauft. Die Verarbeiter verfügen im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen Ländern Europas, also noch über ein sattes Rohstoffpolster. Seit letztem Sommer konnte sich die Kartoffel verarbeitende Industrie in Holland durch eine längere Nutzung der Vorjahresernte, durch Rohstoffschonung sowie durch den Zukauf von Doppelnutzungssorten im In- und Ausland gut versorgen. Gegenüber dem Vorjahr, als Europa über eine äußerst große Ernte verfügte, besteht nur noch eine Lücke von 18%. Die unverkaufte Menge in den Lägern Hollands soll sogar größer sein, als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Diese Meldung vermiest aber die Stimmung am Kartoffelmarkt nicht, denn unbeständiges Wetter, das die Feldarbeiten unterbricht, sowie eine weiterhin gute Nachfrage aus Belgien stützen die Kartoffelpreise. Allerdings dürfte die VTA-Analyse verhindern, dass die Preise vorerst weiter steigen.

07.03.2019 Niederlande ist Kartoffel-Exportweltmeister

In 2017 wurden weltweit Frischkartoffeln im Wert von 4,1 Mrd. US-Dollar exportiert. Zusätzlich wurden Kartoffelprodukte inklusive Pommes frites im Wert von 9,3 Mrd. US-Dollar ausgeführt. Autor dieser Erhebung ist Daniel Workman. Er ist Marktanalyst und Webmaster der Plattform World´s Top Exports.
Seit dem Jahr 2013 sank der Durchschnittswert der Frischkartoffeln aller Exportnationen von 4,6 Mrd. US-Dollar um 11,2%. Dagegen stieg der Wert der ausgeführten Kartoffelprodukte um 6,9% im Vergleich zum 5-Jahres-Mittel.
Der vierstellige international geltende Zollcode für Frischkartoffeln ist 0701 und die sechsstellige Ziffer für verarbeitete und gefrorene oder konservierte Kartoffelprodukte ist 200410, für Kartoffeln in Essig oder Essigsäure eingelegte Kartoffeln ist die Ziffer 200520.
Kartoffelexporte nach Ländern: Rohware
Rangliste der 15 größten Exportnationen im Jahr 2017: Frischkartoffeln in US-Dollar und in Klammern %-Exportmarktanteil
1. Niederlande: US$799,6 Mio. (19.4%)
2. Fankreich: $584,6 Mio. (14.2%)
3. Deutschland: $387,8 Mio. (9.4%)
4. China: $281,1 Mio. (6.8%)
5. Ägypten: $272,7 Mio. (6.6%)
6. USA: $239,1 Mio. (5.8%)
7. Kanada: $237,5 Mio. (5.8%)
8. Belgien: $209,9 Mio. (5.1%)
9. Großbritannien: $126,4 Mio. (3.1%)
10. Spanien: $105,5 Mio. (2.6%)
11. Israel: $82,9 Mio. (2%)
12. Pakistan: $81 Mio. (2%)
13. Italien: $57 Mio. (1.4%)
14. Südafrika: $54,9 Mio. (1.3%)
15. Zypern: $54,2 Mio. (1.3%)
Die 15 Länder hatten im Jahr 2017 86,6% Anteil der weltweiten Rohkartoffelexporte. Fünf Länder davon steigerten ihre Exporte seit 2013: China (+120,4%), Ägypten (32,5%), Kanada (+31,5%), Südafrika (+20%) und die USA (+9,9%).
Die größten Verlierer waren Italien (-40,3%), Pakistan (-37,9%), Großbritannien (-30,2%) und Deutschland (-29,6%).
Kartoffelexporte nach Ländern: Verarbeitete und haltbare Kartoffelprodukte
Exporte von TK-Kartoffeln und haltbare Kartoffelprodukte inclusive Pommes frites hatten in 2017 einen Wert von 7 Mrd. US-Dollar (80,3%), während die ungefrorenen, in Essig oder Essigsäure eingelegte Kartoffeln einen Wert von 2,3 Mrd. US-Dollar (19,7%) hatten.
Hier die 15 Länder, die die meisten Exporte auf sich vereinigten: in US-Dollar und in %-Exportmarktanteil) beider Kategorien.
1. Niederlande: US$2,2 Mrd. (23.4%)
2. Belgien: $2 Mrd. (21.9%)
3. USA: $1,4 Mrd. (15.3%)
4. Kanada: $1,1 Mrd. (11.5%)
5. Deutschland: $436 Mio. (4.7%)
6. Frankreich: $421,2 Mio. (4.5%)
7. Polen: $274,33 Mio. (2.9%)
8. Großbritannien: $266 Mio. (2.9%)
9. Argentinien: $171,9 Mio. (1.8%)
10. Spanien: $93,4 Mio. (1%)
11. Mexiko: $87,7 Mio. (0.9%)
12. Neu Seeland: $70,1 Mio. (0.8%)
13. Ägypten: $69,5 Mio. (0.7%)
14. Österreich: $66 Mio. (0.7%)
15. Russland: $54 Mio. (0.6%)
Diese 15 Länder hielten in 2017 einen Anteil am Weltmarkt von zusammen 92,5%. Die fünf Nationen, deren Exporte seit 2013 am stärksten stiegen, waren Spanien (+105,8%), Österreich (58,8%), Polen (+19%), Ägypten (+18,4%) und die Niederlande (+16%).
Die fünf Länder, deren Exporte seit 2013 am stärksten schrumpften waren: Argentinien (-23,8%), Russland (-22,5%), Neuseeland (-15,3%), Mexiko (-5,9%) sowie Deutschland (-5,4%).
Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Niederlande weiter der Exportweltmeister in Kartoffeln und Kartoffelprodukten ist.
Dieser Studie liegen Zahlen vom 24. Mai 2018 zugrunde, der Artikel erschien im Januar 2019 im Global Potato News Magazin – übersetzt am 07.03.2019 von Joachim Tietjen, HANSA Terminhandel GmbH

05.03.2019 Probleme belgischer Kartoffelbauern und Frittenfabriken

Belgische Kartoffelbauern haben zwei Probleme: Zum einen ist es der niedrige Grundwasserspiegel und zum anderen das extrem knappe Angebot an Pflanzkartoffeln. Es wird erwartet, dass viele Bauern ihren eigenen Nachbau für die Pflanzungen nutzen werden.
Unterdessen haben belgische Frittenfabriken in der französischen Region Bordeaux Land gepachtet, um dort frühen Verarbeitungsrohstoff zu pflanzen. Die Pflanzarbeiten dort sind bereits weit fortgeschritten oder schon abgeschlossen. Da frühlingshafte Wetter und die jüngsten Bestandsschätzungen haben dafür gesorgt, dass sie sich am Markt mit Kaufinteresse und höheren Geboten zurückhalten. Was sie über ihre Vorkontrakte hinaus benötigen, kaufen sie auf dem holländischen freien Frittenrohstoff-Markt und aus dem französischen Speisemarkt. Selbst Stärkekartoffeln kommen in Belgien für die Frittenproduktion noch zum Einsatz. Einige Fabriken arbeiten wegen der knappen Versorgungslage schon nicht mehr in voller Auslastung ihrer Anlagen und müssen ihr Produktangebot reduzieren.

26.02.2019 Stetiges Kaufinteresse nach Frittenrohstoff bildet robuste Preisuntergrenze

Das frühe Frühlingswetter stärkt die Position der Kartoffeln verarbeitenden Industrie. Die Käufer sind in der Defensive, da in West- und Mitteleuropa die Kartoffelvorräte sehr klein sind, insbesondere in der Hochburg der europäischen Kartoffelverarbeitung in Belgien. Das stetige Kaufinteresse von dort bildet eine robuste Absicherung der Preisuntergrenze für Frittenrohstoff. Die Kartoffelindustrie ist in diesen Tagen allerdings kaum Käufer für freien Frittenrohstoff, denn man kann auf Vertragskartoffeln zurückgreifen. Außerdem werden seit dem Beginn dieser Vermarktungssaison im Juli 2018 weniger Kartoffeln verarbeitet. Weil früher als üblich gepflanzt werden kann, hofft man nun darauf, dass auch die nächste Ernte früher startet. An der Derivatebörse EEX in Leipzig sanken die Kurse des April-19-Termins gestern unter die 30-Euro-Marke. Das sind 3 €/dt weniger als der bisher höchste Kurs auf dieser Fälligkeit und 1,1 €/dt weniger als der EEX-Kartoffelindex vom letzten Donnerstag.

25.02.2019 EEX-Kartoffelfutures stark unter Druck – April-19-Termin wieder unter 30 €

Der EEX-Kurs auf Apri-19 für Veredelungskartoffeln sank heute um 5,4% und damit wieder unter die 30-Euro-Marke.
Grund dafür dürfte das frühlingshafte Wetter sein, denn vielerorts haben die Bauern schon mit den Pflanzarbeiten begonnen. Damit steigt die Chance, dass die neue Ernte früher als üblich verfügbar wird. Angesichts der kleinen Ernte in 2018 sind die Vorräte in West- und Mitteleuropa aktuell extrem niedrig. Die hohen Preise am Markt sorgten seit Dezember dafür, dass die Exporte von frischen Kartoffeln oder von Kartoffelprodukten zurückgehen.
Außerdem ziehen hohen Preise Ware aus anderen Verwertungsrichtigen an und mit dem verfügbaren Rohstoff wird sehr schonend umgegangen.
Wenn die neue Ernte schon im Mai bis Juni früher als üblich startet, ist das ein weiterer Schritt der Risikobegrenzung für die Einkäufer.

19.02.2019 Pflanzkartoffelpreise auf Rekordniveau

Obwohl die Pflanzkartoffelpreise in diesem Jahr ein Rekordniveau erreichen, wird der Kartoffelbau 2019 insgesamt wohl nicht nennenswert schrumpfen. Das schreibt heute die AMI und begründet das wie folgt: Viele Kartoffelbauern haben immer etwas Nachbau in petto. Außerdem werden übergroße Knollen geschnitten und damit die Knollenanzahl in vielen Regionen vergrößert. Für Konsumkartoffelbauern ohne vertragliche Absicherung könnte der Anbau 2019 zum Wagnis werden. Die Anbaufläche in Nordwesteuropa werde in diesem Jahr ähnlich groß sein, wie im Vorjahr, schätzt Christoph Hambloch vom Bonner Marktanalysten AMI. Bei optimalem Witterungsverlauf käme dann eine Rekordmenge zusammen. Aber wer weiß schon, wie das Wetter wird. Bisher haben viele Regionen nach dem trockenen Sommer 2018 immer noch ein großes Niederschlagsdefizit.

14.02.2019 EEX-Kartoffelindex sinkt heute um 40 Cent

Das sonnige Frühlingswetter lässt darauf hoffen, dass die ersten Pflanzkartoffeln in West- und Mitteleuropa früher als üblich in den Boden kommen.
Das hatte bereits am Dienstag zu Kursrückgängen an der Terminbörse in Leipzig geführt. Vom bisherigen Hoch bei 33 €/dt waren die Terminmarktkurse auf der April-19-Fälligkeit um bis zu 3 €/dt gesunken.
Inzwischen macht sich dies auch am holländischen Kassamarkt bemerkbar. Dort wurden heute Kassapreise von 31,54 €/dt festgestellt. In der letzten Woche waren es noch 32,48 €/dt.
Alle anderen Ländernotierungen blieben heute aber gegenüber der Vorwoche unverändert. Der EEX-Index für Veredelungskartoffeln wurde heute mit 31,2 €/dt errechnet. Somit ist der Anstieg des Marktzeigers in der letzten Woche wieder aufgehoben.

12.02.2019 Wenig Umsatz mit echten freien Kartoffeln

Derzeit gibt es so wenig Umsatz mit „echten freien Kartoffeln“, dass die holländischen Melder zurzeit keine Notierung zustande bekommen. Für Mitlieferkartoffel, wo sich Fabriken bei ihren Vertragsladwirten eine Vorkaufsrecht eingeräumt haben, werden in den Niederlanden 30 bis zu 32 €/dt bezahlt. Das ist ähnlich wie in der Vorwoche, als die EEX einen Kartoffelindex von 31,60 €/dt feststellte. Heute gaben die Börsenkurse auf dem April-19-Termin deutlich nach und der Marktzeiger und die Börsenkurse sind deckungsgleich.
Die Einkäufer sind aktuell wieder auf der Suche nach Lieferverträgen aus der Ernte 2019. Die Gebote starten ab der Haupternte bei 9,8 und den späten Terminen in April 2020 von bis zu 14,95 €/dt. Besonders lange Lagerung im Kühlhaus wird zusätzlich vergütet. Der April-20-Terminkontrakt spiegelt das sehr gut wieder. Die Fabriken wollen ihre Abhängigkeit von Frühkartoffeln reduzieren.

08.02.2019 Kartoffel-Revolution in China

China produziert in diesem Jahr mit 100 Mio. Tonnen 10 x soviel Kartoffeln wie Deutschland oder 20 x soviel wie Kanada. Das Ziel der Chinesischen Regierung wird mit 150 Mio. Tonnen angegeben. Das wären dann mehr als die Hälfte der weltweiten Kartoffelproduktion.
China sieht die Kartoffelproduktion als notwendig an, um die Nahrungssicherheit im Land zu erhalten. In westlichen Ländern auf der Nordhalbkugel gehören Kartoffeln zu den Grundnahrungsmitteln.
Was derzeit in Chinas Kartoffelindustrie passiert, bezeichnen Fachleute am „Kartoffel-Revolution“. Bisher hat China noch nicht die richtigen Sorten gefunden, um damit die Pommes frites-Nachfrage des Landes bedienen zu können.
Von der steigenden chinesischen Nachfrage nach Fritten profitieren derzeit noch die Europäer und Nordamerikaner.

07.02.2019 EEX-Kartoffelindex steigt um weitere 40 Cent

Der Potato-Index der EEX steigt heute um weitere 40 Cent auf 31,60.
Dazu tragen höhere Kassapreise in Deutschland, Holland und Frankreich bei. In Belgien melden die Händler weiter 30,88 und damit den niedrigsten Kassapreis für Frittenrohstoff in West- und Mitteleuropa.
Dabei sind es die Einkäufer der belgischen Frittenfabriken, die in Holland die Kassapreise in die Höhe treiben. Im eigen Land sind nämlich kauf freie Frittenkartoffeln zu bekommen. Viele Landwirte können noch nicht einmal ihre Lieferverträge erfüllen.

05.02.2019 Festere Preise für Frittenrohstoff

Während die Nachfrage nach Speisekartoffeln gut bedient wird, weil Landwirte sehen, dass ihre Vorräte physiologisch zügig rasch altern, übersteigt die Nachfrage für Frittenrohstoff das Angebot. Speisesorten aus Flächen- und Kistenlägern zeigen Druckstellen und andere Mängel. Das verhindert, dass die Landwirte ihre Knollen spekulativ zurück halten.
Dagegen sind belgische Frittenfabriken bereit, im benachbarten Ausland höhere Preise für Verarbeitungsrohstoff auszugeben. Im eigenen Land gibt es so gut wie keine freien Kartoffelvorräte mehr aber auch die Einkäufer der holländischen Fabriken versorgen sich fast ausschließlich bei ihren Vertragslieferanten. Durch ihre „Mitlieferverträge“ nutzen sie ihr Vorkaufsrecht und haben insofern Zugriff auf fast alle Übermengen, die an den Markt kommen.

05.02.2019 Handgranate aus dem ersten Weltkrieg mit Kartoffeln in Hong Kong

In einer Kartoffellieferung aus Frankreich für eine Chipsfabrik in Hong Kong wurde eine Granate aus dem ersten Weltkrieg entdeckt. Die chinesische Polizei hat die Granate auf einem Industriegelände entschärft.

05.02.2019 8% weniger Kartoffeln auf P.E.I.

Auf der Insel Prince Edward Island (P.E.I.) werden üblicherweise 1/3 der gesamten kanadischen Kartoffeln geerntet. Die Insel ist eine ostkanadische Atlantikprovinz und liegt vor New Brunswick im St. Lorenz-Strom. Neben Tourismus leben die ca. 140.000 Einwohner von der Landwirtschaft und der Fischerei. Das Klima ist im Gegensatz zum kanadischen Festland gemäßigt. Die feuchten Sommer sind mit 23°C Höchsttemperaturen ideal für den Anbau von Kartoffeln.
In 2018 fiel im Herbst außerordentlich viel Regen und ab September gab es schon sehr frühe Fröste. Darunter litt die Kartoffelernte und die Ernte war 8% kleiner als im Durchschnitt der letzten Jahre. 2.800 Hektar Kartoffeln konnten nicht geerntet werden. Die Qualität der geernteten Kartoffeln ist schlechter als in anderen Jahren.
Die Region mit den meisten Fritten Fabriken Kanadas muss in diesem Winter in großem Umfang Kartoffeln „importierten“. Bisher wurden 9.000 Tonnen aus anderen Provinzen und auch aus den USA geliefert. Das sind deutlich mehr als in früheren Jahren. Die Kartoffeln kommen aus dem benachbarten New Brunswick, aus Alberta, Mais und aus dem fernen Idaho.
Die hohen Frachtkosten können in einem erbittert umkämpften Weltmarkt für Fritten nicht auf umgelegt werden, sagte ein Sprecher der Genossenschaft Cavendish Farmer.

29.01.2019 Extrem hoher Frittenexport aus der EU trotz Rohstoffknappheit

Seit dem Beginn dieses Wirtschaftsjahres am 1. Juli und bis Ende November wurden aus der EU so viele Pommes frites in Drittländer verkauft wie noch nie. Die wichtigsten drei Exporteure Belgien, Holland und Deutschland haben Eurostat zufolge 636.000 Tonnen TK-Fritten ausgeführt (+21%y/y). Angesichts der aktuellen Rohstoffknappheit verwundern solche Erfolgszahlen. Man muss das mit den günstigen Lagerkartoffeln in Verbindung bringen, die am Ende der letzten Saison hier noch in großem Umfang verfügbar waren. Wie die sehr hohe Nachfrage am Weltmarkt weiter bedient werden kann, nachdem die Ernte in der EU so dramatisch klein ausgefallen ist, steht allerdings in den Sternen, zumal auch in Nordamerika der Verarbeitungsrohstoff knapp ist. Saudi Arabien kaufte in den ersten fünf Monates diese Wirtschaftsjahres 86.000 to Fritten, Brasilien 59.000 to, gefolgt von Chile (39.000 to), den USA (33.000 to) sowie China (32.600 to-+135%y/y).
Angesichts dieser Entwicklung kann man auch davon ausgehen, dass die Produktvorräte bei den Frittenfabriken nicht sonderlich groß sind.

24.01.2019 Index für Veredelungskartoffeln steigt auf 31 €/dt

Seit letzter Woche ist der EEX-Kartoffelindex erneut gestiegen und zwar um weitere 60 Cent/dt auf 31 €/dt. Die deutschen und holländischen Marktbeteiligten meldeten 0,85 respektive 0,75 Cent mehr als in der Vorwoche. In Frankreich stiegen die Preise für Frittenrohstoff um 58 Cent/dt an. Der belgische Beitrag zum Marktzeiger lag auf dem Vorwochenniveau von 30,88 €/dt.
Insgesamt befinden sich die Kassamarktpreise in diesen vier Ländern in einer engen Bandbreite von 30,32 bis 31,79 €/dt. Bei einer extrem knappen Marktversorgung sind die Kartoffeln aus Europa für Käufer im Ausland inzwischen zu teuer. Nur Frankreich meldet noch gute Exportgeschäfte mit Konsumkartoffeln in die Nachbarländer.

17.01.2019 EEX-Kartoffelindex steigt über 30 €/dt
Heute steigt der EEX-Index für Veredelungskartoffeln auf 30,40 €/dt. Das ist gegenüber der Vorwoche ein Plus von 60 Cent.
Dieser Marktzeiger setzt sich aus vier Ländernotierungen zusammen:
Die deutschen Marktteilnehmer melden einen Kassapreis von 29,47 €/dt (Vorwoche:28,96), Holland meldet heute 31,04 nach 30,79, Frankreich 30,25 nach 29,83 und Belgien 30,88 nach 29,75.
Damit ist der Kassamarktpreise für Veredelungskartoffeln in Mitteleuropa am niedrigsten und in Holland am höchsten.
Die größte Steigerung zu Vorwoche fand in dieser Woche in Belgien statt (+1,13). Dort ist die von Exportaufträgen verwöhnte Frittenindustrie mit dem Verarbeitungsrohstoff völlig unterversorgt.
15.01.2019 Mit den Kartoffelpreisen in der EU geht es weiter aufwärts

Überall fehlt es an Kartoffeln. Die deutschen Zuschussgebiete haben seit der letzten Ernte teils 30% mehr verkauft als in anderen Jahren. Entsprechend geringer sind dort jetzt die Vorräte. Stärkefabriken und Kunden im Ausland kriegen wohl am wenigsten von der letzten Kartoffelernte ab. Abpacker suchen längst nach Angeboten aus dem Ausland und dort sind die Preise noch viel höher als hierzulande. Das ermöglicht den hiesigen Anbietern ihre höheren Forderungen rasch durchzusetzen; nur so bleibt die Lieferbereitschaft erhalten. Das macht aber auch Sinn, denn viele Lagerkartoffeln sind physiologisch älter als sonst um diese Jahreszeit. Kräftige Preiserhöhungen gibt es auch in Belgien, wo die Fabriken händeringend nach freiem Frittenrohstoff suchen. Für unter 30 €/dt gibt es wohl auch dort keine Kartoffeln mehr.

08.01.2019 Höhere Kartoffelpreise ohne nennenswerte Kassamarktumsätze

Ohne nennenswerte Umsätze am Markt steigen in Holland die Preise für freien Frittenrohstoff. Der Branchenverband VTA hatte bisher sogar darauf verzichtet, zu notieren, weil im neuen Jahr noch keine repräsentativen Kassamarktpreise verfügbar sind. Die höheren Preise werden mit einer starken Nachfrage aus Belgien begründet. Auch die Speisekartoffeln für den Export in Drittländer steigen spürbar an. In Afrika lassen sich aber höhere Forderungen aber bisher kaum durchsetzen. Während in den Niederlanden für Speisekartoffeln längst die 30-Euro-Marke überschritten ist, kosten Verarbeitungskartoffeln nach der nächsten Notierung auch schon soviel.
In Belgien werden die Landwirte von den Einkäufern der Fabriken mit Preisverbesserungen für den Vertragsanbau umworben. Die Sorte Bintje soll für September-Lieferungen mit 10 €/dt abgegolten werden, bis Ende April 2020 steigen die Preise dann um weitere 5 €/dt.

18.12.2018 Kartoffelengpass in der EU wirkt sich bis Osteuropa aus

Mit Blick auf hohe und teils weiter steigende Kartoffelpreise in West- und Mitteleuropa bieten Landwirte in Polen und inzwischen sogar auch in Russland keine Kartoffeln mehr an. Sie warten auf höhere Preise für Neuabschlüsse. Dort werden, wie seit Wochen auch hierzulande, nur noch Kontrakte abgewickelt. Im Polen registrieren die Händler immer häufiger Anfragen aus dem Ausland, es werden Erzeugerpreise von 14 bis 19 €/1200 kg genannt. In Russland kosten die Kartoffeln umgerechnet zwischen 7 und 11 €/100 kg. Die Preise sind seit letzter Woche um 20% gefallen, so der Branchendienst East Fruit daily. Der Grund dafür war ein Überangebot, denn viele Bauern hätten früher als üblich damit begonnen, ihre Lagerkartoffeln anzubieten, da diese sich nicht gut halten. Jetzt halten die russischen Bauern ihr Angebot aber wieder zurück.

04.12.2018 Zweigeteilter Kartoffelmarkt – längere Betriebsunterbrechung zu erwarten

Während der Markt für Speisekartoffeln vor dem Weihnachtsfest zur Hochform aufläuft, ist die Lage am Markt für Frittenrohstoff weiter ruhig. Vertragslandwirte beklagen, dass sie mit ihrem Angebot zurückstehen mussten, weil zuerst die lagerkritischen Partien verarbeitet wurden. Dieser Prozess ist scheinbar jetzt vorbei. Die Verarbeiter können allerdings immer noch auf Speisekartoffeln zurückgreifen, deren Optik es verbietet, diese zu waschen und abzupacken. Nun wird es bald auch keine billigen Bintje für 15 €/dt mehr geben. Wegen der knappen Rohstoffversorgung wird es am Frittenmarkt aber wohl auch in den kommenden Wochen ruhig bleiben, denn die Weihnachtsferien werden in diesem Wirtschaftsjahr wohl zu einer längeren Betriebsunterbrechung führen. Unterdessen sind die Kartoffelpreise nun auch in Polen gestiegen. Man hat festgestellt, dass es auch dort nicht genügend Verarbeitungsrohstoff für die steigende Nachfrage nach Kartoffelprodukten gibt.

27.11.2018 Erdäpfelqualität in Österreich soll eine Katastrophe sein

Das ohnehin knappe Kartoffelangebot dürfte sich in den kommenden Wochen rasch verkleinern, denn das physiologische Alter der Lagerware ist viel weiter als üblich. In Österreich melden Händler Aussortierungen von 50% und mehr. Die Erdäpfelqualität ist dort eine Katastrophe schreibt der Nachrichtendienst „Mein Bezirk“ auf seiner Homepage. Dafür verantwortlich sind Drahtwurmbefall und Stolbur. Die dort eigentlich auskömmliche Ernte wird durch die Absortierungen dezimiert, sodass auch Österreich bald Kartoffeln importieren muss. Wegen der Angebotsverknappung dürften auch dort die Kartoffelpreise bald steigen. Zurzeit erhalten Landwirte in NÖ und OÖ für ihre Speisekartoffeln ca. 22 €/dt.

20.11.2018 Belgien mit Frittenrohstoff unterversorgt

Die Kartoffelverarbeiter in Belgien sind mit Rohstoff unterversorgt. Die Erntemenge wird vom Verband PCA mit nur 3,5 Mio. Tonnen angegeben, das sind 900.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Im Winterlager liegen 32% weniger Kartoffeln als zu diesem Termin in 2017 und 19% weniger als im 5-Jahres-Mittel. Grund dafür sind durchschnittliche Erträge von nur 370 dt/Hektar und eine 1% kleinere Anbaufläche. Die wichtigste Sorte für die Verarbeitung zu Kartoffelprodukten wie Pommes frites ist die Fontane, gefolgt von der alten Sorte Bintje. Diese bereitet in diesem Jahr sehr große Probleme in der Lagerung und der Verarbeitung. Es drohen Verluste, sodass man nachhaltig auf Importe angewiesen ist. Zurzeit liefern Holland und Frankreich, da im Inland kaum unverkaufter Frittenrohstoff verfügbar ist.

13.11.2018 Hohe Kartoffelpreise bremsen Export

Das hohe Kursniveau bei Kartoffeln in West- und Mitteleuropa bremst den Export von Speisekartoffeln aus Holland, Frankreich und anderen Überschussregionen. Die Händler klagen über hohe Preise, kritische Qualitäten und schlechte Handelsspannen.
Am Markt für Verarbeitungsrohstoff gibt es wenig Veränderung. Die Fabriken verarbeiten bevorzugt Vertragskartoffeln, weil außer notleidenden Problempartien mit einem hohen Anteil von Schwimmern kaum freie Kartoffeln angeboten werden. Um zu retten, was zu retten ist, haben sich die meisten Fabriken darauf eingestellt, diese Partie mit hohem Aufwand aufzubereiten. Dafür zahlt man aber auch deutlich weniger, als für lagerfähige Partien notiert wird. Solche werden aber zurzeit kaum angeboten.
Mit Kolumbien (41.000 Tonnen Frittenimporte aus der EU p.a.), kommt neben Brasilien (220.000 Tonnen Frittenimporte aus der EU p.a.) ein weiteres Südamerikanisches Land hinzu, die auf EU-Fritten Strafzölle erheben. Die EU-Kommission legt vor einem WTO-Gericht dagegen Beschwerde ein.

30.10.2018 Am Markt für Frittenrohstoff wird es eng

Durch das erwartete Defizit bei der Kartoffelproduktion in Europa wird das Angebot bald sehr begrenzt sein. Auch in Nordamerika gibt es herausfordernde Erntebedingungen mit kleineren Erträgen. In den kommenden neun Monaten wird es also eng am Markt für Frittenrohstoff. Die Saatkartoffelproduktion ist ebenfalls sehr klein, schreibt der PotatoCall in seinem Monatsbericht Oktober. Das Ernteertragssystem MARS der EU-Kommission hat in seiner letzten Analyse Durchschnittserträge für Kartoffeln in der EU von 30,9 t/ha festgestellt; ein Minus von 8,3% gegenüber dem Vorjahr. Den größten Ertragsverlust weisen die Fachleute für Deutschland mit 24% aus.

23.10.2018 Stabiler Kartoffelmarkt in Holland

In Holland sind die Kartoffelpreise aktuell stabil bis fest. Die Ernte kommt dort zügig voran und es gibt dabei auch keine Probleme. Einige Landwirte haben die Ernte noch verzögert, da es zum einen zu trocken war und zum anderen auch noch auf höhere Stärkewerte gehofft wurde. 20% der Sandbodenkartoffeln müssen in den Niederlanden noch geerntet werden. Die Fabriken verarbeiten derzeit nur Vertragskartoffeln oder die Mengen, die von Vertragslandwirten darüber hinaus angeboten werden. Diese kosten von 25 bis 29 €/dt. Nach einer kleineren Menge im August verarbeiten die Fabriken im September wieder normale Mengen, die teils aus Doppelnutzungssorten abgeworben wurden. Die Exporte aus Holland laufen gut.

16.10.2018 Erste Kartoffeln aus Winterlägern am Markt

Der überregionale Absatz von Speisekartoffeln aus Niedersachsens Haupternte nimmt in diesem Jahr bereits sehr früh Fahrt auf. Provisorische Läger wurden so gut wie keine angelegt, weil auch hier die Ernte unterdurchschnittlich ausfiel. Andererseits konnten Beregnungsbetriebe, von denen es in der Heide sehr viele gibt, noch ganz ordentliche Ernten einfahren. Da die Preise in den Empfangsregionen im In- und Ausland höher sind, funktioniert der Abverkauf schon jetzt und es werden bereits durchgeschwitzte Partien aus Winterlägern geräumt. Dafür lassen sich inzwischen auch die in der letzten Woche geforderten Lageraufschläge durchsetzen.
Der niederländische Anbauverband VTA hat errechnet, dass Pommes frites aus der EU trotz unserer hohen Preise, am Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben. So kosten TK-Fritten aus der EU jetzt 650-700 €/Tonne (Vj.: 200 €/to) und Kanadische TK-Fritten 860 USD sowie US-Fritten 1.020 USD/Tonne. Jetzt spielt das Wechselkursverhältnis Euro zu US-Dollar eine größere Rolle.

09.10.2018 Kartoffeln: Für Lageraufgelder noch zu früh

Der Heidekartoffelverbund in Niedersachsen versucht derzeit, für Speisekartoffeln einen Lageraufschlag von fünf Euro/100 kg durchzusetzen. So lange die Marktversorgung frisch vom Feld aber noch gewährleistet ist, dürfte das noch nicht gelingen. In den Supermärkten laufen noch Bevorratungsaktionen zu günstigen Preisen und der überregionale Absatz aus Niedersachsen ist ruhig. Auch die Einkäufer der Verarbeitungsindustrie halten sich derzeit am freien Markt zurück. Sie sind mit Vertragskartoffeln gut versorgt und aus Holland und Belgien hört man sogar von einem Angebotsdruck. Bintje mit einem hohen Schwimmer-Anteil wurden deshalb am vergangenen Freitag von der Belgapom nach zuvor 25 € auf nur noch 20 €/dt abgewertet. Partien bevorzugter Sorten zur Lieferung ab November kosten in Holland aber schon wieder 30 €/dt und mehr. Im April 2019 wurden für gute Partien auch schon 33 €/dt genannt. Knapp drei Euro mehr als an der Terminbörse!

02.10.2018 Kartoffelernteschätzung nur grob richtig

Das vorläufige Ergebnis der deutschen Kartoffelernte 2018 entspricht im Groben und Ganzen den Markterwartungen. 25 % weniger Kartoffeln als im letzten Jahr wurden auch schon vor der offiziellen Ernteschätzung des BMEL vom Markt erwartet. Trotzdem bezweifeln viele Marktteilnehmer die Ergebnisse im Detail. So sollen die anbaustarken Regionen wie der Osten Niedersachsens, der deutsche Niederrhein und das Frühkartoffelgebiet im Südwesten Deutschlands, durchaus gute Erträge haben. In anderen Regionen wie Bayern und insbesondere im Osten Deutschlands, wo kaum beregnet wurde, sind die Erträge aber viel niedriger als vom Ministerium beschrieben.
Allgemein wird erwartet, dass sich auch am endgültigen Ergebnis aber kaum etwas ändern wird, da schon viel mehr Proberodungen ausgewertet waren, als in anderen Jahren zu diesem Termin.
Fazit: lieber grob richtig als exakt falsch

01.10.2018 Vorläufigen Ergebnis der Kartoffelernte 2018

„Nach guten Erträgen im vergangenen Jahr ist für das Jahr 2018 mit einer sehr kleinen Kartoffelernte in Deutschland zu rechnen. Grund dafür sind Hitze und Trockenheit während der Wachstumsphase.
Das sind nach Schätzungen des Sachverständigenausschusses von Bund und Ländern zur "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" rund 25 Prozent weniger als im Vorjahresergebnis. Im vergangenen Jahr hatte das Ergebnis bei rund 11,7 Millionen Tonnen gelegen. Das endgültige Ergebnis kann von der Vorschätzung noch abweichen, da die Haupternte noch im Gange ist.
Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung wurden in diesem Jahr rund 250 200 Hektar Ackerland mit Kartoffeln bestellt; damit blieb die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Spitzenreiter bei der Anbaufläche bleibt unangefochten Niedersachsen mit einem Flächenanteil von aktuell 45 Prozent, gefolgt von Bayern mit 16 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 13 Prozent. Eingeschränkt gegenüber dem Vorjahr wurde der Kartoffelanbau in Schleswig-Holstein (- 8 Prozent) und in Sachsen (- 6 Prozent). Die größte Ausweitung im Vergleich zum Vorjahr erfolgte in Sachsen-Anhalt (+ 7 Prozent).
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den anderen wichtigen nordwesteuropäischen Kartoffelanbaugebieten (Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien) herrschten im Sommer 2018 Hitze und Trockenheit, so dass das Angebot spürbar niedriger als 2017 ausfällt. Hinzu kommt eine große Nachfrage der Industrie für Verarbeitungskartoffeln (zum Beispiel für Pommes Frites und Chips). Die Erzeugerpreise übertreffen vor diesem Hintergrund das extrem niedrige Vorjahresniveau deutlich.
Die diesjährige Kartoffelanbausaison gestaltete sich hinsichtlich der Witterungsbedingungen erneut sehr schwierig, wenngleich mit anderen Vorzeichen als im Vorjahr. Die Pflanzung der Speisefrühkartoffeln begann wegen der späten Frostperiode und lang anhaltender Niederschläge mit leichter Verzögerung. Die warmen Temperaturen ab April und weitgehend ausbleibende Spätfröste sorgten zunächst für eine gute Entwicklung der Kartoffelbestände.
Die Frühkartoffelernte blieb von witterungsbedingten Einbußen weitgehend verschont. Anders sieht es hinsichtlich der Haupternte aus. Bei den mittleren und späten Kartoffelsorten führten die lang anhaltende Hitze und Trockenheit zu Mengen- und Qualitätseinbußen, soweit nicht durch Beregnung gegengesteuert werden konnte. Die derzeitigen Rodeergebnisse weisen mit 350 Dezitonnen je Hektar ein Minus von 118 Dezitonnen bzw. 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Ähnlich niedrige Erträge waren zuletzt im Jahr 2003 zu verzeichnen. Insbesondere in Süddeutschland gab es Standorte mit durchaus zufriedenstellenden Erträgen; in Ostdeutschland fielen die Ertragseinbußen dagegen besonders groß aus.
Dort, wo es in den letzten Wochen ausreichend Niederschläge gab, herrschen derzeit gute Rodebedingungen. An anderen Standorten hindern noch zu trockene Böden den Fortgang der Erntearbeiten.“

25.09.2018 Kartoffeln: Schwache Erträge

In den Niederlanden sinkt aktuell die Nachfrage nach Verarbeitungsrohstoff. Das liegt wohl daran, dass die niederländische Kartoffelernte kurz vor der Hochsaison steht. Man ist damit beschäftigt, die Ware zu sortieren und zu verarbeiten, was nicht lagerfähig ist. Für zusätzliche Einkäufe am freien Markt gibt es derzeit wenig Bedarf. Die jüngsten Niederschläge haben zur Verbesserung der Rodebedingungen beigetragen, wenngleich nicht alle Regionen ausreichend Regen abbekommen haben. Eine qualitätsschonende Ernte ist auf den sandigen Böden vergleichsweise schwierig. Letzte Proberodungen brachten keine neuen Erkenntnisse. Der Durchschnittsertrag liegt mit etwa 52 Tonnen/Hektar niedriger, als der 5-Jahres-Durchschnitt. Die Kartoffelerträge in Belgien sind ebenfalls sehr schwach. Die Sorte Bintje hat stark unter der Sommerhitze gelitten, deutlich bessere Ergebnisse liefert die Sorte Fontane. Der durchschnittliche Ertrag bei Bintje liegt bei 32,7 Tonnen /Hektar und der Übergrößenanteil bei nur 56%. In „normalen“ Jahren liegt der Durchschnittsertrag bei 40-52 Tonnen/Hektar und der Übergrößenanteil bei bis zu 76%, bei der Sorte Fontane liegt der durchschnittliche Ertrag bei 39 Tonnen/Hektar und der Übergrößenanteil bei 74%. In „normalen“ Jahren werden Erträge zwischen 45 und 47 Tonen/Hektar erzielt.

18.09.2018 NEPG bestätigt schwache Kartoffelernte in Nordwesteuropa

Der Verband der Nordwesteuropäischen Kartoffelerzeuger (NEPG) hat seine erste Einschätzung der Konsumkartoffelernte in Nordwesteuropa (Belgien, Niederlande, Deutschland, Frankreich und Großbritannien) veröffentlicht. Danach rechnet der Verband mit einem Rückgang der Ernte um 18% auf weniger als 24 Mio. Tonnen. Im Vergleich zum 5-Jahres-Durchschnitt ist das ein Rückgang um 8%. Bemerkenswert vor diesem Hintergrund ist, dass die Anbaufläche innerhalb der letzten 5 Jahre um 8,4% gewachsen ist. Das verdeutlicht noch einmal die schwierige Lage, die die extreme Trockenheit und die hohen Temperaturen ein Nordwesteuropa verursacht haben.
Im Schnitt rechnet man bei den fünf größten Anbauländern mit Durchschnittserträgen von 40 Tonnen/Hektar. Die Bruttoernte schätzt die NEPG auf 23,5 – 24,5 Mio. Tonnen.
Fraglich ist auch, wie lagerfähig die Kartoffeln sein werden, denn aus allen Ländern wird Durchwuchs gemeldet. Wie stark sich das auf die Qualitäten auswirkt, ist noch unsicher, denn lange noch nicht alle Kartoffeln sind geborgen. In Großbritannien beispielsweise hat die Haupternte kaum begonnen. 
Sicher ist hingegen, dass die Erzeuger, die mit Lieferverträgen zu hohe Vertragsverpflichtungen eingegangen sind, nun vor großen Herausforderungen stehen, denn einige Verarbeiter haben schon angekündigt, auf die Lieferung zu bestehen.

11.09.2018 Kleinere Kartoffelernte in Polen

Die polnische Kartoffelernte 2018 fällt deutlich kleiner aus, als im Vorjahr. Grund dafür ist vor allem die gegenüber 2017 um 10% gesunkene Anbaufläche. Außerdem litten die Bestände unter den trockenen heißen Bedingungen im Sommer, wenngleich weniger stark, als in Nordwesteuropa. Der Regen im Juli sorgte in vielen Regionen für Linderung. Trotzdem fällt Polens Kartoffelernte mit etwa 8,5 Mio. Tonnen wohl um 10-15% kleiner aus, als im vergangenen Jahr.
Frankreich hingegen steuert auf die zweitgrößte Konsumkartoffelernte seit vielen Jahren hin. Die Anbaufläche stieg um 6.000 Hektar auf 145.000 Hektar. Die vorherige Prognose wurde allerdings nach unten korrigiert, wenngleich die Korrektur geringer ausfiel, als erwartet.
In Belgien litten die Kartoffeln schwer unter der Trockenheit im Sommer. Die Bestände der Sorten Bintje und Fontane zeigen bereits deutliche Abreifeerscheinungen. Bei der Sorte Bintje (Kaliber 35mm+) wurden Anfang September Durchschnittserträge von 32 t / ha festgestellt, 2017 waren es zur selben Zeit 47 t / ha. Die Sorte Fontane zeigt Durchschnittserträge von 37 t / ha (Vorjahr: 50 t /ha).
An der EEX in Leipzig wurde gestern mit € 31,70/Tonne ein neuer Höchstpreis gehandelt. Das Handelsvolumen ist zuletzt aber deutlich zurückgegangen.

04.09.2018 Fester Kartoffelmarkt – Terminmarkt ohne Phantasie

Die hohen Preise für Speise- und Veredelungskartoffeln bremsen die Exporte aus Mittel- und Westeuropa. Kartoffelverarbeiter sind aber auf der Suche nach freiem Rohstoff, der meist aus dem Speise- oder Stärkesektor kommt. So kann dort auch kein Angebotsdruck entstehen, obwohl die Haupternte inzwischen an vielen Orten begonnen hat. Es bestätigen sich allgemein extrem niedrige Erträge, wobei im Westen und auf Beregnungsflächen der Übergrößenanteil noch weiter zunimmt. Aus diesem Grund rufen die Einkäufer bisher nur wenige Vertragskartoffeln ab. Man will die letzten Ertragsreserven auch noch mitnehmen. Frittenrohstoff kostet in Holland am freien Markt von 25 €/dt für Bintje bis 28 €/dt für andere Sorten. Speisekartoffeln kosten auch schon mal über 30 €/dt. Die Börsenkurse für April-19 sind mit 31 €/dt daran gemessen relativ niedrig.

28.08.2018 60 % der belgischen Kartoffeln zeigen Durchwuchs

Der belgische Branchenverband Fiwap PCA berichtet, dass 60 % der Verarbeitungssorten in Belgien Durchwuchs zeigen. In so hohem Umfang und in dieser Intensität wurde das Phänomen noch niemals zuvor festgestellt. Für die Fabriken bedeutet das, dass es heuer nicht nur weniger Rohstoff gibt, sondern diesen auch meist in sehr schlechter Qualität. Der Zuwachs lag in der zurückliegenden Woche durchschnittlich nur bei 4,3 Tonnen. 20 % der Kartoffeläcker in Belgien hatten gar keinen Zuwachs mehr. Hierzulande hat bereits die Einlagerung von Winterkartoffeln begonnen. Frittenfabriken nutzen die Erntezeit dazu, am freien Markt Kartoffeln zuzukaufen. Gleichzeitig schont man die Vertragskartoffeln, sofern diese noch ein bisschen grün sind und noch an Ertrag zulegen können. Holländische Verarbeiter zahlen für freie Kartoffeln mit bis zu 30 €/dt soviel, dass viele Bauern kaum widerstehen können. Diese sparen Lagerkosten und haben kein Qualitätsrisiko mehr. Unterdessen ordern Holländer und Briten trotz der desolaten phytosanitären Lage in Polen besonders grobfallende Kartoffeln und Frittenrohstoff. Das erinnert an 2012 als die Briten mit 660.000 Tonnen viermal so viele Kartoffeln wir üblich auf dem Kontinent kauften.

23.08.2018 EEX: Erstes Geschäft im Flüssigmilch-Future

An der European Energy Exchange (EEX) wurde gestern, am 22. August 2018, das erste Handelsgeschäft im neuen Flüssigmilch-Future abgeschlossen. Das Geschäft umfasst ein Volumen von 25.000 Kilogramm zum Preis von 36,50 Euro/100 kg und wurde für den Verfallsmonat Oktober 2018 getätigt.
Der am 15. August eingeführte Future auf Flüssigmilch ergänzt das Produktportfolio der EEX am Terminmarkt für Milchprodukte. Die EEX ist die erste Börse in Europa, die einen Flüssigmilchkontrakt zum Handel anbietet. „Das neue Produkt ist eine attraktive Ergänzung für das Risikomanagement im Milchmarkt, da es unseren Kunden eine noch genauere Absicherung gegen Preisrisiken ermöglicht“, sagt Sascha Siegel, Head of Agricultural Commodities der EEX.
Zur finanziellen Abrechnung des neuen Produkts berechnet die EEX den „EEX European Liquid Milk Index“. Das Angebot der Börse für das Risikomanagement am Milchmarkt umfasst zusätzlich finanziell abgerechnete Futures auf Butter, Magermilchpulver und Molkenpulver.
Die European Energy Exchange (EEX) ist die führende europäische Energiebörse. Sie entwickelt, betreibt und vernetzt sichere, liquide und transparente Märkte für Energie und energienahe Produkte. Als Teil der EEX Group, einer auf internationale Commodity-Märkte spezialisierten Unternehmens-gruppe, bietet die EEX Kontrakte auf Strom und Emissionsberechtigungen sowie Fracht- und Agrarprodukte an. Die EEX gehört zur Gruppe Deutsche Börse.

Mitteilung von HANSA Terminhandel GmbH:
Die Börsenkurse für EEX-Milchprodukte sowie EEX-Kartoffelfutures finden Sie (15 Minuten Zeitverzögert) in unserem geschlossen Benutzerkreis.
Die Saxo-Bank bietet den Future auf Veredelungskartoffeln über den Saxo-Trader an, auch die etablierten Futures auf EEX-Milchprodukte Butter und Magermilchpulver (jeweils 12 Fälligkeiten) stehen zum Handel über den Saxo-Trader bereit.
Sobald der Flüssigmilchfuture einen Kontraktbestand aufgebaut hat und signifikante Umsätze hat, bieten wir auch diesen Future zusammen mit der Saxo-Bank zum Handel an.

21.08.2018 Kartoffeln: Überall Misserträge – VTA beobachtet explosionsartigen Durchwuchs

Um die Vertragslandwirte bei Laune zu halten, zahlen Frittenhersteller freiwillig 1-3 €/dt höhere Preise, wenn Lieferverträge möglichst umfangreich erfüllt werden. Außerdem senken die Käufer allgemein das untere Sortiermaß von 50 mm auf 35 mm ab. Ein so großes Entgegenkommen seitens der Kartoffelverarbeiter gab es noch nie!
Die Verarbeiter kaufen derzeit alles auf, was ihnen zur Herstellung ihrer Produkte geeignet erscheint. Dabei hat die Saison erst gerade begonnen. Zur Schonung der Rohstoffmengen wurden bereits große Mengen an Doppelnutzungssorten oder typische Speisekartoffeln eingekauft und verarbeitet. Dabei werden mit 25 bis 30 €/dt Preise geboten, die Packstationen für Speisesorten derzeit nicht zahlen können.
Auf Flächen, die nicht beregnet werden konnten wird ausnahmslos von Misserträgen berichtet. Und selbst auf beregneten Flächen liegen die Erträge bei maximal fünf Tonnen unter dem 5-Jahres-Mittel. In „normalen Jahren“ wächst im September und Oktober noch eine große Masse hinzu. Ob das auch in diesem Jahr passiert, ist äußerst ungewiss. Auf Beregnungsflächen in Holland, beobachtet der Kartoffelanbauverband VTA explosionsartigen Durchwuchs.

14.08.2018 NEPG erwartet 15-20 % weniger Kartoffeln

Während die Kartoffelerträge fast überall in Mittel- und Westeuropa um 15 bis 25 % hinter denen der Vorjahre zurückbleiben, lässt das Ergebnis einer Proberodung im niederländischen Polder aufhorchen. Ein Handelshaus hatte in der KW 32 bei der Proberodung auf einer Innovator-Fläche mit Beregnung im Noordoostpolder einen mittleren Ertrag von 43,35 Tonnen/Hektar festgestellt, der Anteil von 50mm+-Knollen beträgt dort fast 80 %. Das Ergebnis liegt zwar auch hier noch 7 Tonnen unter dem des 5-jährigen Mittels zurück, der Stärkegehalt ist aber 15 % höher. Die jüngsten Regenfälle kommen dieser Fläche auch noch zugute. Das wird aber wohl eine Ausnahme bleiben. Laut einer Schätzung der NEPG haben Dürre und hohe Temperaturen der letzten Wochen schwache Kartoffelerträge zur Folge und die Qualität dürfte zu einer großen Herausforderung werden. Im Mittel der fünf Mitgliedsländer des Verbands der Kartoffelbauer bleiben die Erträge in der gesamten EU um 15 bis 25 % hinter dem langjährigen Mittel zurück.

07.08.2018 Kartoffeln: auf hohem Niveau sehr volatil

Die Kartoffelkurse an der Terminbörse in Leipzig sind extrem volatil und bewegen sich aktuell auf hohem Niveau seitwärts. Der April-19-Termin verlor in den letzten drei Handelstagen von seinem Höchststand, der bei 32,5 lag, gut 4,5 €/dt. Meteorologen melden ab Donnerstag einen Wetterwechsel mit Regen. Zumindest an den Küsten Mitteleuropas soll es kühler werden. Wie viel Regen es gibt und ob der ausreicht, um die Kartoffelbestände nach wochenlanger Hitze wieder zu beleben, ist ungewiss. Fachleute glauben, dass es für viele Bestände bereits zu spät ist. Andere noch grüne Bestände, wie z.B. die Sorte Challenger, könnten aber wieder Erträge bilden. In jedem Fall müssen die Kartoffelbauern alles dran setzen, die Erntequalität zu erhalten.

Grafik: Saxo-Trader

01.08.2018 EEX freut sich über hohe Umsätze in Agrarderivaten

In einer Pressemeldung der Leipziger Derivatebörse von heute wird auf das hohe Handelsvolumen von Agrarprodukten hingewiesen:
Im Monat Juli stieg das Volumen im Segment Agrarprodukte um 76 Prozent auf 12.550 Kontrakte (Juli 2017: 7.148 Kontrakte). Das Volumen in Veredelungskartoffeln überstieg erstmals die Marke von 10.000 Kontrakten (10.294 Kontrakte, entspricht 257.350 Tonnen Warenäquivalent). Der Terminmarkt für Milchprodukte erreichte ein Volumen von 2.256 Kontrakten (entspricht 11.280 Tonnen Warenäquivalent).

31.07.2018 Teurer Frittenrohstoff: Ab sofort nur noch neue Ernte

Die Verarbeitung von Frittenkartoffeln aus der Ernte 2017 ist nun offensichtlich in den letzten Zügen. Ab sofort verwenden die Fabriken überwiegend die neue Ernte und rufen Vertragskartoffeln ab. Daneben suchen Frittenhersteller in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden angesichts der fortdauernden Hitze und Dürre vertragsfreien Rohstoff. Dabei werden sie im Speisesektor fündig, wo Doppelnutzungssorten verfügbar sind. Auf diese Weise bauen sich in Deutschland Frühkartoffelbestände ab, die sich aufgrund der hitzebedingt schwachen Konsumnachfrage ergeben haben. Schäler zahlen dafür bereits bis zu 20,00 €/dt. Das ist auch der Preis der in Holland für grobe Ware (40mm+) gezahlt wird. Längerfristige Absprachen sind unter den Kartoffelbauern derzeit kein Thema mehr. Im Gegensatz: Die Erzeuger sorgen sich um die Vertragserfüllung. Bei Ernteeinbußen von mindestens 25 % wird es für den einen oder anderen Landwirt schwierig, überhaupt seine Vertragskartoffeln zusammen zu bekommen.

30.07.2018 Deutschland: DBV erwartet Sonderhilfen in Höhe von 1 Mrd. Euro

Deutschlands Landwirte benötigen aufgrund der Schäden, die durch die extreme Trockenheit und der Hitzewelle verursacht wurden, Sonderhilfen in Höhe von rund 1 Mrd. Euro. Das sagte DBV-Präsident Joachim Ruckwied heute der Funke Mediengruppe.
Die Hilfen sollten demnach an Landwirte gezahlt werden, die Ernteeinbußen von 30% und mehr erlitten haben.
In diesem Jahr haben die Bestände unter der Trockenheit und der anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Nordeuropas gelitten.
„Eine Mrd. Euro wären wünschenswert, um die Ernteverluste zu kompensieren“ so Rukwied.
Deutschlands Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte am Sonntag, sie sei besorgt über die Ernteverluste beim Getreide, bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben.
Am Dienstag wird es ein Treffen der Bundes- und Landesbehörden geben, bei denen über die Lage beraten wird und am Mittwoch wird Landwirtschaftsministerin Klöckner über die Auswirkungen der Trockenheit beim Kabinettstreffen berichten.
Text: HANSA Terminhandel / Quelle: Reuters

24.07.2018 Kartoffeln: Ernteschätzungen werden stetig nach unten korrigiert

Anhaltend hohe Temperaturen in Mittel- und Nordeuropa werden den Einschätzungen der Kartoffelverarbeiter zufolge zu dramatischen Ertragseinschränkungen führen. Der Verband der Kartoffelverarbeiter BOGK geht derzeit von mindestens 25 % weniger Kartoffeln in Europa aus. Die Ernteerwartungen wurden in Großbritannien, Skandinavien, Frankreich, Belgien und Deutschland bereits mehrfach nach unten korrigiert. Ob das schon alles ist, weiß niemand. Regen in 14 Tagen wäre sogar kontraproduktiv, weil die Qualitäten dann leiden. Ein Zuwachs brächte mehr Ausschuss. Die Verarbeiter zahlen für alterntigen Frittenrohstoff unterdessen aktuell bis zu 15 €/dt. Vor einer Woche waren es teils noch nicht einmal 3 €/dt.

24.07.2018 BOGK: mindestens 25 % weniger Kartoffeln in Europa

Der Bundesverband der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK) erwartet für Deutschland und Europa eine erheblich kleinere Kartoffelernte in schlechter Qualität.
In einer Presseerklärung von heute erwartet der Verband mindestens 25 % weniger Ertrag. Es werden die für die Pommes-Produktion nötigen Übergrößen fehlen.
Da sich das Wetter in den kommenden Tagen nicht wesentlich ändert, so der Verband, vergrößern sich die Probleme von Woche zu Woche.
Die Kartoffelpflanzen leiden unter Trockenstress und unter Hitze, sie haben das Wachstum eingestellt. Ein Rohstoffverknappung sowie Qualitätsprobleme sind unausweichlich.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: BOGK

19.07.2018 Keine weiteren Preisrückgänge bei Frühkartoffeln

Die steigenden Terminmarktkurse beeinflussen jetzt auch den Speisemarkt. Mit jedem weiteren heißen und trockenen Tag werden die Verkäufer von Frühkartoffeln selbstsicherer und akzeptieren aktuell keine weiteren Preisrückgänge. Inzwischen sind auch im Süden die Folienverfrühten Kartoffeln vermarktet und die Anschlusssorten bringen nicht mehr die hohen Erträge, sodass Angebot und Nachfrage jetzt in die Waage kommt. Auch die Haupternte wird in vielen Regionen Deutschlands bei weitem nicht so hohe Erträge bringen wie im Vorjahr. Deshalb ist jetzt wohl am Frühkartoffelmarkt ein Wendepunkt erreicht.
An der Terminbörse sind die Kurse des April-19-Termins, nach einer spektakulären Rally, heute nur noch geringfügig angestiegen. Der November-18-Termin notiert aber auch schon deutlich über 20 €/dt. Übergrößen aus dem Speisesegment sind für die Frittenfabriken bereits jetzt attraktiv. Das war vor kurzem völlig undenkbar.

18.07.2018 EEX: Tagesrekord im Handel im Veredelungskartoffeln

Die European Energy Exchange (EEX) verzeichnete am Montag, den 16. Juli 2018, einen neuen Tagesrekord im Handel mit Veredelungskartoffeln. An diesem Tag wurden 1.239 Kontrakte gehandelt, das entspricht einem Volumen von 30.975 Tonnen Warenäquivalent und dem höchsten gehandelten Tagesvolumen an der EEX seit dem Start der Agrarkontrakte im Mai 2015.
Der vorherige Tagesrekord an der EEX belief sich auf 796 Kontrakte (19.900 Tonnen Warenäquivalent), gehandelt am 26. Juni 2015.
Quelle: EEX

18.07.2018 China muss in diesem Wirtschaftsjahr wohl Weizen importieren

Chinas Ernte von Sommergetreide wird in diesem Jahr mit 138,72 Mio. Tonnen 2,2 % kleiner ausfallen als in 2017. Das ist die Prognose des National Bureau of Statistics von heute.
Auf 267,03 Mio. Hektar wurde Sommergetreide ausgesät; das sind 0,6 % weniger als im letzten Jahr. Chinas Sommergetreide ist meist Weizen, es sind aber auch Gerste und Buchweizen, Kartoffeln und gelbe Erbsen in der Zahl inkludiert.
Die Einschränkung in diesem Jahr ist hauptsächlich auf eine kleinere Weizenanbaufläche zurückzuführen. Außerdem spielte das Wetter nicht so optimal mit, sodass man teils auf andere Feldfrüchte ausweichen musste.
Erdnüsse und Gemüse sowie Baumwolle stellen eine wirtschaftlich günstige Alternative dar, nachdem die Regierung umfangreiche Reformen in seiner Anbaustruktur vollzogen hatte.
Andauernde Regenfälle im letzten Herbst und Winter hatte die Aussaat von Wintergetreide behindert. Niedrige Temperaturen und fehlender Sonnerschein begrenzten dann noch die Erträge.
Chinas Weizenernte könnte um 20 % sinken und Experten rechnen damit, dass man mehr Weizen importieren muss, obwohl China der größte Getreideerzeuger der Welt ist.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

17.07.2018 Sorge um Kartoffelernte

In Belgien lässt die anhaltende Dürre die Kartoffelkulturen besonders leiden. Man sorgt sich inzwischen nicht nur mehr um die Frühkartoffeln, sondern auch um die Kartoffeln der Haupternte. Späte Sorten haben kaum irgendwo in Belgien ihren Blattapparat ausbilden können. Die Reihen sind oft nicht geschlossen und die Blätter sind dunkelgrün, was auf Trockenstress hindeutet. Bei hohen Temperaturen bleibt die Assimilation gering und so bildet sich kein Ertrag. In Belgien kann nur auf wenigen Standorten beregnet werden, weil die Wasserentnahme stark reguliert ist. Dürrebedingte Schäden nehmen täglich zu. Das treibt die Terminmarktkurse an der EEX mit hohen Umsätzen inzwischen auf über 24 €/dt. Auch in Norddeutschland sorgt man sich um die Kartoffelernte. In den kommenden 14 Tagen ist beim Wetter wenig Änderung in Sicht.

03.07.2018 Unterschiedliche Entwicklung der EU-Kartoffelbestände

Zum ersten Mal bleiben einige Lagerhalter in Holland auf ihren Kartoffeln der Ernte 2017 sitzen. Dabei bemühen sich die Fabriken, soviel wie möglich aus der alten Ernte zu verarbeiten. Sie wollen noch weitere vier Wochen Kartoffeln aus der alten Ernte zu Produkten verarbeiten und die Anlagen laufen ununterbrochen auf Hochtouren. Hohe Produktvorräte könnten die Fabriken davor bewahren, schon frühzeitig mehr Geld für den Verarbeitungsrohstoff ausgeben zu müssen.
Im starken Kontrast dazu wird die Trockenheit in vielen Teilen West- und Mitteleuropas zu einer Herausforderung für die neue Ernte. Gestern übersprangen im April-19-Termin die Kurse der EEX-Kartoffelfutures die 20-Euro-Marke. Heute wurde sogar bis 20,5 €/dt gehandelt, bevor die Kurse zum Handelsschluss wieder etwas nachgaben.
Im Juni hatte es in den Niederlanden mit durchschnittlich 26 mm so wenig geregnet, wie seit 26 Jahren nicht mehr. Die Aussichten sind weiter trocken bei hohen Tagestemperaturen. Auf den Äckern in der EU entwickeln sich die Kartoffelbestände sehr unterschiedlich.

26.06.2018 Kartoffeln: Kontraktbestand steigt
Nach 300 Lots am Freitag und 355 Lots, die gestern auf der April 19 Fälligkeit gehandelt wurden, lag der Umsatz heute etwas niedriger bei 163 Kontrakten. Gestern wurde mit 17,70€ das bisher höchste Niveau auf dieser Fälligkeit erreicht. Die Tagespanne heute war recht groß. Zu Preisen zwischen 16,30€ und 17,40€, also zu deutlich niedrigeren Preisen als gestern, wurden Veredelungskartoffeln am heutigen Dienstag an der EEX in Leipzig gehandelt. Der Kontraktbestand legte erneut zu. Impulse kommen derzeit hauptsächlich vom Wetter. In Teilen Niedersachsens, sowie in Belgien und in Holland leiden die Kartoffeln unter der anhaltenden Trockenheit. Wetterdienste erwarten kurzfristig keine Entspannung der Lage. Schwierig gestaltet sich die Vermarktung von alterntigem Rohstoff. Die Bestände sind hoch, die Nachfrage ist allerdings schwach.
Text: HANSA Terminhandel
12.06.2018 Franzosen weiten Kartoffelanbau stetig aus

Während sich der Kartoffelanbau in Polen weiter verkleinert, pflanzen französische Bauern inzwischen seit sechs Jahren jährlich mehr Kartoffeln.
Polens Statistikbehörde schätzte die dortige Anbaufläche für dieses Jahr jetzt auf rund 300.000 Hektar; das sind 29.000 Hektar weniger als im letzten Jahr. Dort ist es zudem seit Ende März trocken. Die Feldbestände haben sich in den letzten Wochen rasch entwickelt – es gibt sogar schon einen Vegetationsvorsprung. Inzwischen wartet man aber dringend auf Regen.
Die französischen Bauern haben in diesem Jahr mehr Kartoffeln angebaut, obwohl die Kartoffelverarbeitung dort stagniert und der Inlandsabsatz sowie der Export tendenziell schwinden. Einzig der Absatz nach Belgien lief in den vergangenen Jahren besser, weil dort die Verarbeitungsindustrie kräftig wächst. Im zu Ende gehenden Vermarktungsjahr erzielten die französischen Bauern für Frittenrohstoff die schlechtesten Preise.

05.06.2018 Preisdruck am Kartoffelmarkt

Am Markt für alterntigen Verarbeitungsrohstoff kommt zum Schluss der auslaufenden Saison noch einem Druck auf. Seit April ist es in Mitteleuropa wärmer als üblich und die Kartoffelvorräte altern rascher. Die Kartoffelverarbeiter in Holland verarbeiten das Angebot mit Hochdruck und die Frittenfabriken arbeiten wohl alle an ihren Kapazitätsgrenzen. Trotzdem überwiegt das Rohstoffangebot und die Preise geraten unter Druck.
Auf den Feldern wirken sich die außergewöhnlichen Wetterbedingungen unterschiedlich aus. Während sich die Bestände an vielen Stellen rasch entwickeln, sollen die Kartoffeln in Holland noch nicht einmal alle aufgelaufen sein. Dort wo es zudem Starkregen gab, stehen einige Felder unter Wasser. Am kommenden Wochenende werden weitere Gewitterkapriolen die Lage noch unübersichtlicher machen.
An der Terminbörse EEX sind die Kurse des April-19-Termins heute kräftig eingebrochen. Mit 14 €/dt wurde heute für diese Fälligkeit das vorläufige Kontrakttief erreicht.

01.06.2018 Finaler EEX-Kartoffelindex der Saison 2017/18 liegt bei 5,3 €/dt

Der finale EEX-Index für die Vermarktungssaison 2017/18 von Veredelungskartoffeln wurde gestern mit 5,3 € festgestellt. Das sind 20 Cent weniger als in der Woche zuvor.
Mit 5,3 € werden nun die verbliebenen Juni-18-Terminkotrakte an der EEX abgerechnet. Der meist gehandelte April-18-Termin hatte einen Abrechnungspreis von 5,8 €.
Ausschlaggebend für den letzten Rückgang des Marktzeigers waren in der letzten Woche rückläufige Kassapreise in Deutschland (-0,56) und in Holland (-0,25).
Die Beiträge der vier Meldenationen waren gestern:
D=6,04, NL=6,44, F=4,3 und B=4,55.
Das war nun auch die letzte Erhebung der Kassapreise zur Berechnung des Marktzeigers in dieser Saison. Im November, wenn die Vermarktung der nächsten Haupternte beginnt, startet die EEX in Leipzig die neue Berichtssaison und trägt damit zur Markttransparenz bei. So wird auch branchenfremden Marktteilnehmern die Orientierung am Kartoffelmarkt erleichtert.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

29.05.2018 Kartoffeln: April-19-Termin strebt wieder auf 17-Euro zu

Die Kurse für Veredelungskartoffeln für den Liefertermin April 2019 streben heute wieder auf ihren bisherigen Höchstkurs vom 22. Mai zu. Vor einer Woche stieg der Kurs auf 17 €/dt und verfiel in den Folgetagen aber wieder. Solch eine hohe Volatilität ist für diese Jahreszeit typisch, da die Marktteilnehmer unter dem Eindruck von hochsommerlichen Mai-Temperaturen stehen und einige daraus schon eine kleinere Ernte ableiten.
Das sieht die EU-Behörde für die Einschätzung von Erntemengen MARS nicht so, in ihrem Bericht der vergangenen Woche berichten die Experten wegen des warmen April und Mai von einem kräftigen Wachstum bei Kartoffeln. Trotz der späten Pflanztermine in Westeuropa entwickeln sich die Feldbestände jetzt normal. Unter Berücksichtigung der bisherigen Witterungsbedingungen schätzt man den Kartoffelertrag um 2,7 % höher als im 5-Jahres-Mittel - so die Statistik.

24.05.2018 EEX-Kartoffelindex sinkt auf 5,5 €/dt

Der Index für die EEX-Veredelungskartoffeln sinkt heute um 10 Cents auf 5,5 €/dt.
Die Notierungskommissionen der vier Meldenationen melden kaum noch Veränderungen. Bis auf die niederländische Notierung blieben alle Preise zur Woche gleich.
In den Niederlanden ist der Kassapreis für Verarbeitungsrohstoff um 12 Cent /dt gesunken. Damit ist der Index bei genau 5,535 €/dt was abgerundet zu 5,5 €/dt führt.
In der kommenden Woche beendet der Juni-18-Termin seinen Handel und der dann festgestellte Index wird zur Abrechnung der verbliebenen offenen Börsenpositionen herangezogen.

22.05.2018 Kartoffeln: es wird gepflanzt und auch schon geerntet

Während in einigen Teilen West- und Mitteleuropas die ersten Frühkartoffeln dieser Saison geerntet werden, sind noch nicht überall die Kartoffelpflanzungen abgeschlossen. Im Norden Hollands, also in Groningen und Drente unterbrachen zuletzt kräftige Niederschläge die Feldarbeiten. Außerdem bereiten in Großbritannien nasse Böden weiterhin Probleme. Eine Woche wird es wohl noch dauern, bis die Feldarbeiten hier abgeschlossen werden können. Im Osten waren die Kartoffelpflanzungen am Wochenende zu 75 bis 100 % abgeschlossen, im Süden der Insel müssen hingegen noch 25 % der Kartoffeln gelegt werden und in Schottland fehlen auch noch 20 %.
Erste Frühkartoffeln werden bei günstigem Wetter aber im Westen Großbritanniens, in Frankreich und in der Pfalz im Südwesten Deutschlands geerntet. Bei sommerlichem und teils sehr trockenen Bedingungen Wetter entwickeln sich die Feldbestände im Norden zügig.
An der Terminbörse in Leipzig stiegen die Kartoffelkurse des April-19-Termins gestern und heute bis auf 17 €/dt.

17.05.2018 EEX-Kartoffelindex sinkt heute um 10 Cent auf 5,6 €/dt

Zwei Wochen bevor der Juni-18-Termin für Veredelungskartoffeln seinen letzten Handelstag hat, sinkt der Index dafür heute auf 5,6 €/dt.
Es gab im Prinzip nur eine wesentliche Veränderung in den Ländernotierungen. Die deutschen Händler meldeten einen Preisrückgang von 54 Cent/dt. Damit liegen die Kassamarktpreise für Verarbeitungsrohstoff in Deutschland wieder unter denen in den Niederlanden, wo heute 6,81 €/dt notiert wurden.
Die Meldungen aus Belgien und Frankreich blieben zur Vorwoche unverändert bei 4,55 respektive 4,30 €/dt.
Am Terminmarkt sind noch 1.528 Kontrakte in der Juni-18-Fälligkeit abzurechnen. Zur Stunde handelt die Börse hierfür 5,7 €/dt.
Der April-19-Termin notiert heute in einer Spanne von 16,4 bis 16,8 €/dt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

15.05.2018 Deutschland: Zweitgrößte Kartoffelfläche seit 7 Jahren

Entgegen der Einschätzung der Europäischen Kartoffelbauern (NWPG) melden die deutschen Ernte- und Betriebsberichterstatter heute keine Ausweitung des deutschen Kartoffelanbaus. Diese Prognose beruht auf einer Mitgliederbefragung.
Demnach wurden in Deutschland auf 249.000 Hektar Kartoffeln angebaut; im Vorjahr waren es mit 251.000 Hektar 2,1 % mehr. Die NWPG schätzten letzte Woche, dass der Anbau hierzulande gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % ausgeweitet wurde.
Einig sind die Experten sich darin, dass die Anbaufläche im Norden Deutschlands zunimmt und dass mehr Kartoffeln für die Veredelung zu Kartoffelprodukten angebaut werden. Das geht zulasten von Speisekartoffeln.
Der diesjährige Anbauumfang ist der zweitgrößte der vergangenen sieben Jahre. Ob das wieder ein Zuviel an Kartoffeln bedeutet wird sich aber erst im Spätsommer erweisen. Die Hektarerträge sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im Vorjahr wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

08.05.2018 NWEPG erwarten Ausweitung des Kartoffelareals

Die Vertreter der Kartoffelerzeuger in Nord-West-Europa (NWEPG) erwarten in ihrem Beritt (B, NL, F, GB, D) eine geringe Ausdehnung des Kartoffelareals aber etwas weniger Kartoffeln als im Vorjahr. In Frankreich, Belgien und Deutschland werde es demnach eine Ausweitung der Anbaufläche geben, in Holland sinkt die Anbaufläche um 2,5 %. Die Anbaufläche wird mit 585.608 ha angegeben. Unterstellt man in den fünf EU-Ländern Erträge im 5-Jahres-Durchschnitt, so wäre die Erntemenge 4 % kleiner als im Vorjahr. Das reicht locker aus, um den gewachsenen Bedarf der Industrie zu decken, zumal viele Landwirte mehr ertragsstarke Verarbeitungskartoffeln angebaut haben und stattdessen den Speisekartoffelanbau einschränkten.

07.05.2018 Kartellamt: Hohe Bußgelder gegen Kartoffelhändler

Pressemitteilung Pressestelle Kaiser-Friedrich-Str. 16 53113 Bonn
Tel.: 0228/9499-215/214 Fax: 0228/9499-143 www.bundeskartellamt.de
3. Mai 2018 Bundeskartellamt/ Kartellverfolgung


Das Bundeskartellamt hat Geldbußen gegen zwei Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln in Höhe von insgesamt 13,2 Mio. Euro wegen Preisabsprachen bei der Belieferung der Metro-Gruppe (Vertriebsschienen Cash & Carry und Real) verhängt. Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Hans-Willi Böhmer Verpackung und Vertrieb GmbH & Co. KG (nachfolgend „Böhmer“), Mönchengladbach, und um die Kartoffel-Kuhn GmbH (nachfolgend „Kuhn“), Frankenthal. Eingeleitet wurde das Verfahren mit einer branchenweiten Durchsuchung im Mai 2013 infolge eines Kronzeugenantrages. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die beteiligten Unternehmen haben über Jahre hinweg einen wichtigen Parameter bei der Kalkulation ihrer wöchentlichen Angebote gegenüber der Metro-Gruppe abgesprochen. Mit der Angleichung der in der Kalkulation anzusetzenden Einkaufspreise wurde der Preiswettbewerb zwischen den beiden Hauptlieferanten der Metro-Gruppe faktisch ausgeschaltet.“ Die Tätigkeit der o.g. Abpackunternehmen besteht im Wesentlichen aus dem Ankauf der Rohware, dem Waschen, Sortieren, Verpacken und teilweise auch der Lagerung (in Kühlhäusern) der Ware und schließlich dem Verkauf der abgepackten Speisekartoffeln und Zwiebeln vor allem an den Lebensmitteleinzelhandel. Böhmer zählt zu den beiden mit Abstand größten Abpackbetrieben für Kartoffeln und Zwiebeln in Deutschland, Kuhn dagegen ist nur im südwestdeutschen Raum tätig. Böhmer und Kuhn sind die beiden Hauptlieferanten der Metro-Gruppe für abgepackte Kartoffeln und Zwiebeln. 2 Die Verantwortlichen der genannten Unternehmen hatten sich zumindest seit Anfang 2005 und bis zur Verfahrenseinleitung am 7. Mai 2013 insbesondere im Vorfeld der wöchentlichen Angebotsabgabe für abgepackte Kartoffeln und Zwiebeln (reguläre Beschaffung) gegenüber der Metro-Gruppe regelmäßig telefonisch kontaktiert. Dabei informierten sie sich gegenseitig über ihre jeweiligen Einkaufspreise für Kartoffeln und Zwiebeln (sog. „Rohwarenpreise“) und einigten sich darauf, einen bestimmten, einheitlichen Rohwarenpreis sowohl für Kartoffeln als auch für Zwiebeln der jeweils eigenen, internen Kalkulation des Angebotspreises gegenüber der Metro-Gruppe zugrunde zu legen. Zudem bestand zwischen ihnen das Einvernehmen, bei der jeweiligen internen Kalkulation des Angebotspreises auch für die anderen Kostenpositionen die gleichen oder annähernd die gleichen Werte anzusetzen, wobei diese Werte – im Gegensatz zu den Rohwarenpreisen – grundsätzlich konstant waren. Die Verfahren gegen weitere Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei der Belieferung von anderen Lebensmitteleinzelhändlern wurden aus Ermessensgründen eingestellt. Die betreffenden Verhaltensweisen sind nach der Durchsuchung durch das Bundeskartellamt inzwischen sämtlich beendet worden. Bei der Bußgeldfestsetzung wurde berücksichtigt, dass das Unternehmen Kuhn bei der Aufklärung der Absprachen mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert hat. Die verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide kann Einspruch eingelegt werden, über den das OLG Düsseldorf entscheiden würde. Ein Fallbericht mit den Inhalten des § 53 Abs. 5 GWB wird in Kürze auf der Internetseite des Bundeskartellamts veröffentlicht.

03.05.2018 Der EEX-Index für Veredelungskartoffeln bleibt heute bei 5,8 €/dt

In der KW 18 bleibt der Index für Veredelungskartoffeln gegenüber der Vorwoche auf unveränderten 5,8 €/dt. Seit neun Wochen sind die Kartoffeln Woche für Woche teurer geworden. Der niedrigste Index dieser Saison wurde am 25.01.2018 mit 3,7 €/dt errechnet. Letzte und diese Woche wurde der höchste Preis ermittelt.
Dabei sind die Erlöse für freien Frittenrohstoff bei weitem nicht Kostendeckend. Auch die Lageraufschläge sind zu gering, um die Haltekosten zu decken.
In dieser Woche gab es nur noch ein Belgien einen kleinen Preisanstieg von13 Cent/dt auf jetzt 4,55 €/dt. Belgien und Frankreich bilden damit das Schlusslicht im Vergleich der vier Meldenationen.
Für die Laufende Saison gibt es noch die Juni-18-Future, mit man eine Preissicherung durchführen kann. Der Schlusskurs in diesem Kontrakt wurde heute mit 7,3 €/dt ermittelt, 40 Cent weniger als gestern. Marktteilnehmer hoffen auf einen weiteren Anstieg der Kassamarktpreise. Die Basis ist heute 1,50 €/dt höher als der Kassamarkt.

26.04.2018 Erste russische Großanlage zur Produktion für Pommes frites eingeweiht

Gestern wurde im europäischen Teil Russlands in der Stadt Lipezk die erste Großanlage zur Herstellung von Pommes frites in Betrieb genommen. Die Anlage ist darauf ausgelegt, in absehbarer Zeit den gesamten russischen Importbedarf von Tiefkühlpommes zu ersetzen.
Gebaut wurde die Produktionsanlage von einem Joint Venture der Firmen Russian Belaya sowie der Lamb Weston / Meijer Gruppe, einem weltweit führenden Unternehmen bei der Pommes frites Produktion. Gefördert wurde die Anlage durch staatliche Zuschüsse. Von Beginn an, soll die Pommes Produktion in Lipezk Tiefkühlware erzeugen und damit die rapide wachsende russische Nachfrage nach den goldenen Stäbchen bedienen.
Bei der Eröffnung betonte gestern der stellvertretende russische Landwirtschaftsminister Ivan Lebedev, dass das Werk einen wichtigen Beitrag dazu liefert, die russische Nachfrage nach Lebensmitteln aus der heimischen Landwirtschaft zu bedienen.
Insgesamt wurden 8,7 Mrd. Rubel oder umgerechnet 115 Mio. Euro in die Pommes-Linie, mit dem derzeit höchsten Branchenstandard, investiert und es sollen 218 neue Jobs entstehen. Bis zum Ende 2019 soll die Anlage ihre volle Produktionsleistung bringen und dann 200.000 Tonnen rohe Kartoffeln pro Jahr verarbeiten.
Die Firmengruppe Belaya ist das führende Unternehmen Russlands für Fertigsalate und –Gemüsegerichte. Es kann auf eine 100-jährige Tradition zurückblicken. Über die Zusammenarbeit mit Lamb Weston / Meijer, das in mehr als 100 Ländern aktiv ist, sind die Russen glücklich, da man so an das umfassende Wissen des globalen Players kommt.
Der russische Markt für Pommes frites wächst in einem atemberaubenden Tempo. Der erste Kunde für Pommes aus Lipezk ist die McDonald Corporation, mit der man jetzt eine langfristige Partnerschaft aufbauen will. Man hofft, dass andere Lebensmittelketten folgen. Seit bereits 28 Jahren ist McDonalds in Russland präsent. Das Unternehmen hat sich stets bemüht, in seinen Restaurants den internationalen Qualitätsstandard einzuhalten und hatte dafür viele Lebensmittel importiert, wenn diese in Russland nicht angeboten wurden. Pommes aus Lipezk werden ab sofort Import-Pommes ersetzen, versprach der Vorstand von McDonald´s Russland Khamzat Khasbulatov. Mit dieser Anlage käme McDonald auf 98 % Rohstoffen, die in Russland erzeugt werden.
Um die Rohware für die neue Anlage in entsprechender Qualität einkaufen zu können, hat Belaya einen Ausbildungsbetrieb auf einer Farm in der Tambov-Region eingerichtet. Diese Farm wird 30 % aller Kartoffeln für Lipezk erzeugen und hat moderne Räume für die Langzeitlagerung eingerichtet. Den Rest der benötigten Kartoffeln sollen Landwirte aus der Region anbauen. Man will langfristige Abnehme- und Lieferverträge abschließen. In den letzten fünf Jahren haben Agrarökonomen bereits viel Landwirte zu Kartoffelbauern ausgebildet sowie verschiedene Sorten gezüchtet, die bereits 50 Tonnen und mehr pro Hektar aufbringen.
Quelle: Belaya / Lamb Weston / Meijer

24.04.2018 Frankreich überrascht mit noch größerem Kartoffelanbau

Nach einem schwierigen Jahr für die Kartoffelvermarktung in Europa überrascht das französische Statistikamt Agreste damit, dass die Bauern dort ihre Anbaufläche für Konsumkartoffeln ausgeweitet haben. Wenn die Erhebung stimmt, sind 3.500 ha hinzugekommen und das Gesamtareal ist damit auf 142.400 Hektar angestiegen. Vor drei Jahren wurden 33.000 Hektar weniger angebaut. Dieser neue Anbaurekord in dem Land der EU, das seit mehr als einem Jahr dadurch auffällt, mit aggressiven Angeboten die Preise in ganz Europa unter Druck zu setzen, ist keine gute Nachricht für die Anbieter von freien Konsumkartoffeln wie Speisekartoffeln oder Verarbeitungsrohstoff ohne Liefervertrag. Letzteren bleibt aber immer noch die Möglichkeit, sich an der Terminbörse im April-19-Termin kostendeckende Preise abzusichern.

19.04.2018 Der Index für Veredelungskartoffeln stieg heute um 20 Cent auf 5,5 €/dt

Eine Woche vor dem letzten Handelstag für die April-18-Futures auf Veredelungskartoffeln stieg der von der EEX berechnete Index erneut an und zwar auf 5,5 €/dt.
Maßgeblich für den Anstieg waren die deutsche und holländische Notierung.
In Deutschland kostet der Verarbeitungsrohstoff im Durchschnitt jetzt 7,12 €/dt, das sind 49 Cent/dt mehr als in der Vorwoche.
In Holland liegt der gemeldete Preis bei 6,78 €/dt, ein Plus von 29 Cent zur Vorwoche.
Weit abschlagen sind die Preismeldungen aus Belgien und Frankreich:
Der belgische Preis für Veredelungskartoffeln bliebt in dieser Woche bei 4,05 €/dt und damit unverändert zur Vorwoche.
In Frankreich, wo nur Preise für die Sorte Bintje in den Marktzeiger einfließen, bleiben die Kartoffelnotierungen bei 3,8 €/dt.

18.04.2018 Kartoffeln: Projekt zur Vorhersage und Entsorgung von Übermengen

In Mittel- und Westeuropa werden Jahr für Jahr mehr ertragsstarke Kartoffelsorten angebaut, die immer öfter zur Überproduktion führen und die Preise in den Keller treiben. In den letzten zehn Jahren gab es bereits drei Kampagnen mit einem sehr hohen Überschuss an Kartoffeln und niedrigen Erzeugerpreisen.
Die französische Erzeugerorganisation UNPT, die flämische Gruppe ABS und Kartoffelerzeuger in Wallonien (FWA) haben jetzt ein interregionales Projekt gegründet, das Alternativen für den Absatz von Übermengen ausfindig machen soll.
Das Projekt will in einem ersten Schritt die Meinungsbildung der Kartoffelbauern unterstützen, in dem man bereits zu Beginn einer jeden Vermarktungsperiode eine Prognose über signifikante Übermengen abgibt. In einem zweiten Schritt sollen Möglichkeiten für den Absatz in alternativen Verwendungsrichtungen sowie den Konditionen dafür angeboten werden.
Das Projekt fokussiert sich dabei auf verschieden Bereiche, wie Verwertung als Futtermittel, Verarbeitung zu Kartoffelstärke, Biogas oder industrielle Kompostierung. Am Ende kommt es jetzt darauf an, dass genügend Landwirte aus der Region an dem Projekt teilnehmen.
Es startete im Januar, wird von Hilfsfonds für die regionale Wirtschaftsförderung finanziert und endet Anfang Juli 2019.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: agrodigital.com

17.04.2018 Belgische Kartoffelvorräte so hoch wie nie zuvor

Anfang April führte der belgische Kartoffelanbauverband PCA eine weitere Bestandserhebung durch. Die Vorräte aus der letzten Ernte waren so groß wie nie zuvor. Auf der Erzeugerstufe lagerten am 01.04. demnach noch 1,960 Mio. Tonnen Kartoffeln; 700.000 Tonnen mehr als vor einem Jahr. 47 % davon waren noch nicht verkauft. 53 % sind Vertragskartoffeln. Die Sorte Bintje verliert an Bedeutung. Von der bevorzugten Sorten Fontane und andere exklusive Sorten waren im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele im Lager. 930.000 Tonnen Kartoffeln waren noch unverkauft, das sind nach Angaben der AMI in Bonn dreimal soviel wie im Vorjahr. Aus den hohen Vorräten kann die dynamisch wachsende Verarbeitungsindustrie noch monatelang aus dem Vollen schöpfen. Mit dem preiswerten Rohstoff werden jetzt Produkte auf Vorrat erzeugt. Im März setzen belgische Frittenfabriken 420.000 Tonnen Rohstoff ein.

12.04.2018 EEX-Kartoffelindex steigt heute auf 5,3

Der EEX-Kartoffel-Index stieg heute um weitere 40 Cent auf 5,30 €/dt.
Den größten Anstieg verbuchte der Verarbeitungsrohstoff in Deutschland. Gegenüber der Vorwoche kamen 83 Cent hinzu. Damit tragen die deutschen Kartoffeln mit 6,63 €/dt zum Marktzeiger der Leipziger Terminbörse bei.
Die höchsten Notierungen mit 6,78 €/dt findet man in den vier Meldenationen aber noch in Holland, wo in dieser Woche ein Anstieg von 53 Cent gemeldet wurde.
Weiter abgeschlagen notieren die Bintje-Notierungen in Belgien (4,05 €/dt) und Frankreich 3,8 €/dt).
Die Terminbörse handelt den April-18 zur Stunde mit 6,1 €/dt.
Weil der Handel für den bisher meistgehandelten April-18-Termin bereits am 26.04. endet, müssten die Kassamarktnotierungen in den letzten beiden Index-Berechnungen um weitere 80 Cent steigen.
Der Juni-18-Termin beendet seinen Handel am 31. Mai und der Kurs dort liegt bereits nachhaltig über 9 €/dt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

10.04.2018 Belgien: Aussaat von frühem Frittenrohstoff vier Wochen verspätet

Einkäufer der Frittenfabriken sondieren derzeit die Rohstoffverfügbarkeit für die Monate Mai bis Juni. Grund dafür ist die um ca. vier Wochen verspätete Aussaat von Frühkartoffeln in Belgien aufgrund von wassergeschwängerten Böden, die nur langsam abtrocknen. Die Gebote streben bereits in Richtung 10 €/dt. Der Angebotsdruck von Lagerkartoffeln hat unterdessen abgenommen, zumal Stärkefabriken in Deutschland und Holland jetzt auch für minderwertige Qualitäten einen Absatz ermöglichen. Von einem Run auf Lagerkartoffeln kann aber noch nicht gesprochen werden. Die Käufer schätzen die Versorgungslage immer noch sehr großzügig ein. Einige Sorten bleiben sogar fast unverkäuflich, wenn sie zu niedrige Unterwassergewichte aufweisen. An der EEX profitiert davon insbesondere der Juni-18-Termin, der zur Stunde mit ein Kurs von 9,2 €/dt ein Tagesplus von 50 Cent aufweist.

05.04.2018 EEX-Kartoffelindex steigt auf 4,9 €/dt

Die Leipziger Terminbörse hat den Index für Veredelungskartoffeln heute mit 4,9 €/dt berechnet. Ein Plus von 40 Cent gegenüber der Vorwoche.
Den größten Anstieg verzeichnet man in den Niederlanden, wo die Kassamarktnotierungen inzwischen bei 6,25 €/dt liegen. In der zurückliegenden Woche stiegen die Kartoffelpreise dort um 1,18 €/dt. Damit führt Holland den Reigen der vier Meldenationen an.
Es folgt, wie so oft in früheren Zeiten, Deutschland mit 5,8 €/dt (Vw.: 5,89). Ein leichter Preisrückgang zur Vorwoche also.
Weit abgeschlagen bleiben die Kartoffelpreise Belgien (3,93 €/dt) und Frankreich (3,80 €/dt). Aber auch dort zogen die Notierungen an, obwohl sich die dort notierte Sorte Bintje immer noch schwer absetzen lässt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

03.04.2018 Steigende Nachfrage nach gut backenden Kartoffelpartien

In West- und Mitteleuropa gibt es inzwischen eine steigende Nachfrage nach gut backenden Kartoffelpartien. Kartoffeln vom Spotmarkt werden für sofort von Vertragslandwirten gesucht, deren eigene alte Ernte nicht mehr den zugesagten Qualitätsansprüchen entspricht. Einkäufer der Fabriken suchen in Ergänzung zu ihren Vorverträgen Partien für die Monate Mai und später. Inzwischen gelten Speisekartoffeln in einigen EU-Ländern schon fast als ausverkauft und sie werden in den Monaten April und Mai mehr Lagerkartoffeln importieren. Dazu gehören Österreich, Spanien, Portugal, die Tschechische Republik aber auch Polen. Dort gibt es zwar noch große Mengen Kartoffeln aus der alten Ernte, die aber kaum noch den Qualitätsansprüchen der Supermärkte entsprechen. Davon profitiert jetzt in erster Linie Frankreich, wo die Exporteure nun die Situation nutzen, um ihre hohen Vorräte abzusetzen.
Da sich im März die Frühkartoffelpflanzungen allgemein um 2 bis 3 Wochen verspätetet hatten, rechnen Experten schon damit, dass es bei der Sommerernte eine knappe Versorgung geben wird.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

13.03.2018 Ruhe am holländischen Kartoffelmarkt

Die Preise für Frittenrohstoff können sich in Holland gut behaupten; beim Export von Speisekartoffeln herrscht aber Preisdruck. Am niederländischen Kartoffelmarkt ist es auch im März viel zu ruhig. Die Frittenfabriken halten an ihrer Strategie fest, Vertragskartoffeln oder Übermengen von Vertragslandwirten abzunehmen. Falls darüber hinaus etwas zugekauft wird, sind es Partien, die sich nicht länger halten lassen. Solange solche Ware auf Absatz drängt, wird sich an der Marktlage kaum etwas ändern, vermutet die AMI in Bonn.
Für die Monate Mai bis Juni gibt es allerdings ein geringes Kaufinteresse für Frittenrohstoff zu Preisen von 6,00 bis 7,50 €/dt. Das entspricht in etwa dem Kursniveau für den Juni-18-Termin an der EEX.

07.03.2018 Exporteure drücken Kartoffelpreise um wettbewerbsfähig zu bleiben

Während es man Speisekartoffeln durchaus schon mal für bessere Qualitäten etwas mehr erzielen kann, bleibt das Grundpreisniveau für Standardware in diesen Tagen erhalten. Exporteure drücken sogar die Preise, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Holland und Frankreich stehen mit hiesigen Anbietern im scharfen Wettbewerb der Kunden im Ausland.
Wegen der außerordentlich hohen Marktversorgung gibt es auch für den Anbau von Vertragskartoffeln der neuen Ernte keine Anreize. Die Gebote für Kartoffeln zur Lieferung ab Feld liegen bei durchschnittlich 9 €/dt. Das sind 0,85 bis 1,5 €/dt weniger als im Vorjahr. Für Kartoffeln zur Lieferung im späten Frühjahr 2019 liegen die Gebote aktuell bei 12,2 bis 13,6 €/dt. Das sind 0,6 bis 0,8 €/dt weniger als im Vorjahr. An der Terminbörse bieten die Käufer für April-19-Termin noch 14,4 €/dt.

01.03.2018 EEX-Kartoffelindex bei 3,8 €/dt stabil

Der Index für Veredelungskartoffeln bleibt auch heute bei 3,8 €/dt stabil. Die Änderungen in den Kassamarktnotierungen in Holland und Deutschland sind nicht der Rede wert.
Bis zum letzten Handelstag des April-18-Terminkontrakts an der EEX in Leipzig in acht Wochen müsste der Kassamarkt also noch um 1,1 €/dt steigen. Oder der Terminmarkt bewegt sich in Richtung Index.
Auf dem Termin April-19 können sich Landwirte aktuell 14,4 €/dt sichern. Damit wären die Produktionskosten bei durchschnittlichen Erträge gut gesichert.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

27.02.2018 Trotz Winter: Kaum veränderte Kartoffelpreise

Der holländische Verband der Kartoffelbauern VTA meldet zum Wochenbeginn kaum veränderte Kartoffelpreise. Daran ändert das kalte Winterwetter auch nichts. Allerdings mehren sich die Hinweise auf Qualitätsprobleme, die jetzt auch in Belgien und Nordfrankreich von der Sorte Challenger gemeldet werden.
Die günstigen Kartoffelpreise ermöglichen der Stärkefabrik Avebe gute Geschäfte. Eine hohe WEltmarktnachfrage nach speziellen Eiweißen, die aus Kartoffeln erzeugt werden, sollte dazu führen, dass bis April zusätzlich 100.000 bis 300.000 Tonnen Kartoffeln vom freien Markt aufgenommen werden. Das dürfte etwas Druck aus dem Markt nehmen. Sobald die Sonne höher kommt, wird das Angebot die Nachfrage aber wieder übersteigen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche

22.02.2018 Der Index für Veredelungskartoffeln bleibt heute bei 3,8 €/dt

Es gab heute kaum Veränderungen bei den nationalen Notierungen. Der deutsche Beitrag zum Marktzeiger stieg auf glatte 5 €/dt nach 4,89 €/dt. Gleichzeitig sank der holländische Kassapreis von 4,75 auf jetzt 4,56 €/dt.
Den billigsten Frittenrohstoff gibt es nach wie vor in Frankreich (2,80) dicht gefolgt von Belgien wo heute unverändert 2,93 €/dt notiert wurde.
Der Frontmonat April-2018 an der Terminbörse in Leipzig beendete den heutigen Handel mit 5,0 €/dt und damit hat der Markt eine Phantasie für steigende Kassapreise in den kommenden neun Wochen von 1,2 €/dt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

15.02.2018 EEX-Kartoffel-Index sinkt heute um 10 Cent auf 3,8 €/dt

Der Index für Veredelungskartoffeln sinkt heute um 10 Cent auf 3,8 €/dt.
Grund dafür sind geringfügig schwäche Notierungen in Deutschland. Alle anderen Meldungen aus Holland, Belgien und Frankreich blieben zur Vorwoche gleich.
Nach Veröffentlichung des EEX-Index sanken die Kurse der beiden vorderen Terminkontrakte auf Kartoffeln der alten Ernte um 30 Cent. Der April-18-Termin sank gegenüber dem Schlusskurs von gestern auf 4,5 €/dt und der Juni-18-Termin wurde zuletzt auf 6,6 €/dt gehandelt.
Bis zur Fälligkeit des April-18-Termins sind es noch 10 Wochen. Bis dahin müssten die Kassapreise um 70 Cent pro dt steigen. Bis zum letzten Handelstag des Juni-18-Termins sind es noch 15 Wochen. Die Differenz zum aktuellen Kursniveau beträgt zur Stunde 2,8 €/dt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

13.02.2018 Frittenfabriken weiter sehr gut mit Rohstoff versorgt

In Deutschland sind die Fritten-Fabriken weiter mit Verarbeitungsrohstoff sehr gut versorgt. Da sie einen hohen Anteil ihres Bedarfs bereits vorab gekauft haben und der Kontraktanteil höher als im Vorjahr ist, sind die Landwirte hierzulande mit der diesjährigen Saison zufriedener als die schwierige Marktlage es vermuten lässt. Schließlich kosten Kartoffeln am freien Markt nur einen Bruchteil der Festpreise in den Verträgen. Die Fritten-Anlagen laufen am Limit ihrer Kapazitäten. Trotzdem werden nur wenige Kartoffeln am Spotmarkt zugekauft und wenn, dann nur die qualitativ besten Partien. Die Sorte Bintje bereitet besonders in Frankreich ein Problem im Verkauf. Andere Sorten können sich von dem extrem niedrigen Preisniveau etwas abheben. In Holland verhindert das zunehmende Angebot lagerkritischer Partien einen Preisanstieg.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche

06.02.2018 Kartoffeln: Angebotsdruck lässt auch in Holland nach

In Holland sind die Lagerhalter mit ihren Aufräumarbeiten zügig vorangekommen. Der Angebotsdruck durch Problempartien hat zumindest vorerst nachgelassen. Dazu trägt sicherlich auch die kühlere Witterung bei, die den physiologischen Alterungsprozess verlangsamt. Das verbessert zwar die Stimmung aber zu steigenden Preisen führt das noch nicht. Die angebotenen Partien werden aber nicht mehr zu den Spannenuntergrenzen gehandelt. Das ist ja auch schon was!
In dieser Situation wäre hilfreich, wenn der Export mehr Kartoffeln aufnehmen würde. In Polen und in der Ukraine sind allerdings immer noch viele Partien zu sehr niedrigen Preisen im Angebot, sodass es für Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland schwer ist, dort einen Fuß in die Tür zu setzen. Ein gewisser Nachfragesog geht allerdings von Russland aus, wo für gute Qualitäten inzwischen Preise von 16 bis 26 €/dt bezahlt werden. Direkte Lieferungen aus der EU sind wegen des Handelsembargos aber gar nicht möglich.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigen Recherche

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