Matif: Rapssaat Februar 2016

25.02.2016 China-Export: Neue Lieferbedingungen für kanadischen Canola

China, der größte Kunde für Kanadas Canola, hierzulande als Rapssaat bekannt, hat am Dienstag mitgeteilt, dass die Lieferungen zukünftig nur noch mit einem maximalen 1%tigen Fremdbesatz akzeptiert werden. Bisher war die Toleranzgrenze bei 2 bis 2,5 %. Fremdbesatz können andere Saaten, Pflanzenbestandteile oder Stroh sein.
Händler in Kanada äußerten sich zunächst gelassen über diese Ankündigung aus Chinas Quarantänebehörde. Bis zum Ende der laufenden Vermarktungssaison, Ende August, würde der Verkauf an China ohnehin abnehmen. Die Börsenkurse für Canola an der ICE Canada bewegen sich derzeit auf einem 10-Monats-Tief.
Die kanadische Regierung wird mit seinen Canola-Exporteuren und China einen Standard-Vertrag erarbeiten, der wirtschaftlich machbare Lieferungen ermöglicht, so ein Sprecher der Canadian Food Inspection Agency (CFIA).
Kanada ist weltweit der größte Exporteuer von Canola/Rapssaat.

23.02.2016 Thailand sucht Futterweizen und Rapssaat

Thailändische Importeure haben einen internationalen Tender zum Kauf von 256.600 Tonnen Futterweizen (jeglicher Herkunft mit Ausnahme Brasilien) und 5.000 Tonnen Rapssaat (indischer Herkunft) ausgeschrieben. Die Angebotsfrist endet am 24. Februar. Quelle: Reuters

15.02.2016 Indien: Weizenernte 2016 niedriger geplant? (P)
Indiens Landwirte ernten 2016 etwa 93,82 Mio. Tonnen Weizen. Das Ziel Indiens lag zuvor bei 94,75 Mio. Tonnen. Das teilte das indische Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Die Böden in Indien sind nach 2 Dürren Infolge zu trocken.
Indien ist nach China der größte Weizenproduzent. 2015 wurden dem Landwirtschaftsministerium zufolge 86,53 Mio. Tonnen Weizen geerntet.
In Indien wird im Oktober der Weizen ausgesät, im März beginnt die Ernte.
Weitere Prognosen:
gesamte Getreideproduktion: 253,16 Mio. tonnen
Rapsernte 2015/16: 6,83 Mio. Tonnen
Quelle: Reuters
10.02.2016 Frankreich: Größte Weizenfläche seit 80 Jahren (P)
Das französische Landwirtschaftsministerium hat die Prognose der Winterweizen-Aussaatfläche in Frankreich für die Ernte 2016 mit 5,20 Mio. Hektar nahezu unverändert zur vorherigen Prognose im Januar belassen (5,22 Mio. Hektar). Zum Vorjahr wäre das ein Anstieg um 1,1% und die größte Weizenfläche seit 80 Jahren.

Weitere Prognosen zur Anbaufläche 2016:
Wintergerste: 1,36 Mio. Hektar (Vormonatsprognose: 1,32 Mio. Hektar, Veränderung zum Vorjahr: : +4,1%
Rapssaat: 1,49 Mio. Hektar (Vormonatsprognose: 1,46 Mio. Hektar, Veränderung zum Vorjahr. +0,8%
08.02.2016 Strategie Grains senkt Prognose der EU-Rapssaat-Produktion 2016/17 um 2,6% (P)
Das private Agrarberatungsunternehmen Strategie Grains hat seine Prognose der Anbauflächen für Ölsaaten in der EU-28 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass man aktuell mit einer Rapssaatproduktion 2016/17 in Höhe von 21,40 Mio. Tonnen rechnet.  Zur vorherigen Saison (21,98 Mio. Tonnen) wäre das ein Rückgang von 2,6%. Die vorherige Prognose lag bei 21,77 Mio. Tonnen.  
Strateigie Grains rechnet mit einer Rapssaat-Anbaufläche von 6,35 Mio. Hektar und durchschnittlichen Erträgen von 3,37 Tonnen/Hektar. Die vorherige Prognose unterstellte eine Anbaufläche von 6,45 Mio. Hektar bei Erträgen von 3,37 Tonnen/Hektar.
Weitere Prognosen:
Sonnenblumen-Produktion: 8,44 Mio. Tonnen / vorherige Prognose: 8,41 - Vorjahr: 7,62
Sonnenblumen-Anbaufläche: 4,22 Mio. Hektar / vorherige Prognose: 4,21 - Vorjahr. 4,13
Sonnenblumen-Erträge: 2,0 Tonnen/Hektar / vorherige Prognose: 2,00 - Vorjahr: 1,85 
 
Sojabohnen-Produktion: 2,44 Mio. Tonnen / vorherige Prognose: 2,43 - Vorjahr: 2,09
Sojabohnen-Anbaufläche: 0,91 Mio. Hektar / vorherige Prognose: 0,90 - Vorjahr: 0,84
Sojabohnen-Erträge: 2,68 Tonnen/Hektar / vorherige Prognose. 2,69 - Vorjahr: 2,49
05.02.2016 Kanadas Raps- und Weizenbestände kleiner als im Vorjahr (P)

Statistics Canada gab gestern seine Einschätzung zu den dortigen Getreidebeständen zum Jahresende 2015 bekannt: Danach ergeben sich folgende Bestände gegenüber dem Vorjahr:
Weizen 20,7 Mio. Tonnen (-19,3 %)
Durum-Weizen 4,2 Mio. Tonnen (+3%)
Hafer 2,6 Mio. Tonnen (u.v.)
Gerste 5,7 Mio. Tonnen (+4,1 %)
Canola (=Raps) 12,1 Mio. Tonnen (-3,9 %)
Erbsen 2,2 Mio. Tonnen (-2,7 %)
Die Umfrage fand in der Zeit vom 4. bis 14. Januar unter 8.600 Farmen statt.

29.01.2016 Erneut kleine Rapsernte in der EU? (P)
Die Rapsernte 2016 wird wohl ähnlich klein ausfallen, wie im Vorjahr, so die vorläufige Einschätzung von Thomas Mielke, Geschäftsführer des in Hamburg ansässigen Analysten Oil World.
Mielke schätzt die Ernte auf rund 22 Mio. Tonnen, im Vorjahr waren es 22,1 Mio. Tonnen. Das ist deutlich weniger als die EU-Rapsernte in 2014, als noch 24,3 Mio. Tonnen zusammenkamen. Die EU wird demnach auch in diesem Jahr große Mengen Rapssaat zur Herstellung von Speiseölen, Biodiesel und Futtermittel einführen müssen.
Frankreich und Deutschland werden wieder die beiden größten Ernten unter den EU-Mitgliedsstaaten einfahren. Beide Länder kommen auf jeweils 5,2 Mio. Tonnen, in 2015 erntete Frankreich 5,27 Mio. Tonnen und Deutschland 5,03 Mio. Tonnen. Dann kommt Polen mit einer Ernteschätzung von 2,9 Mio. Tonnen für 2016, in 2015 waren es hier 2,1 Mio. Tonnen, 2014 2,54 Mio. Tonnen.
Mielke sieht einen Importbedarf der EU von 3 bis 3,5 Mio. Tonnen Rapssaat für 2016. Im Herbst wurden insgesamt 130.000 bis 150.000 Hektar weniger Ackerflächen mit Rapssaat bestellt. Die Preise boten nicht genügend Anreiz für die Bauern, außerdem ist jetzt der Einsatz von Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen der Gruppe Neonikotinoide verboten, was die Risiken für eine gute Ernte erhöht.
Die Frostperiode Anfang Januar hat in Frankreich keine Schäden verursacht, obwohl die Pflanzen schon weit entwickelt waren und keine Frostresistenz aufgebaut haben. Bislang geht man dort noch von guten Erträgen aus. Ähnlich sieht es in Deutschland aus. In Polen gab es allerdings Anfang Januar Auswinterungsschäden, als dort 15 bis 20° Frost herrschten; die Höhe der Ausfälle können aber noch nicht beziffert werden.
In Großbritannien haben die Farmer ihre Rapsaussaat um 6 bis 10 % eingeschränkt. Der regenreiche Herbst hat die Ausbringung einer ordentlichen Unkrautkontrolle beeinträchtigt, woraus man schließt, dass die Ernte auf der Insel in diesem Jahr geringer ausfällt.
27.01.2016 Euronext will Terminkontrakte auf Zucker auflegen (A)

Die Euronext in Paris will im Herbst dieses Jahres Terminkontrakte auf Zucker auflegen, um den Marktteilnehmern die Preissicherung in einem Markt zu ermöglichen, in dem nach 50 Jahren Zuckermarktordnung mit Produktionsquoten in die Freiheit entlassen werden soll.
Der Kontrakt wird in Euro notiert und soll physisch erfüllbar sein, so Nick Kennedy, Leiter der Abteilung Rohstoffderivate. Im letzten Jahr fiel die Milchquote und in Herbst 2017 wird die Zuckermarktordnung abgeschafft, die bereits seit 1968 galt. In beiden Märkten, dem Milchmarkt und dem Zuckermarkt werden höhere Produktionsmengen und eine hohe Volatilität der Preise erwartet. Europa benötigt also eigene Kontrakte und kann in Ergänzung zu den an der ICE gehandelten Futures, die in US-Dollar angeboten werden, den Marktteilnehmern hierzulande als Finanzinstrumente angeboten werden, weil sie besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Die Europäische Union ist weltweit der größte Zuckerrübenproduzent und einer den bedeutenden Importeure für Rohrzucker, der zur Produkten verarbeitet wird. Der Handel mit Milchfutures an der Euronext hat nach einem zweiten Anlauf im letzten Jahr noch nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt, die Produktentwickler der Euronext erhoffen sich für Zucker aber mehr Erfolg, da die Marktteilnehmer meist bereits mehr Erfahrung mit dem Preissicherung an Terminbörsen hätten.
So zeigten sich auch die Hersteller von Fertigprodukten an den auf europäische Verhältnisse zugeschnittene Finanzderivate interessiert. Allerdings hat das französische Agrarberatungsunternehmen Agritel in eine Studie zum Zuckermarkt herausgefunden, dass die großen Zuckerfabriken sich noch abwartend verhalten.
Die Euronext konzentriert sich, seit der Abspaltung von der International Commodity Exchange (ICE) im Jahre 2014, auf ein Wachstum mit Agrarderivaten (Futures und Optionen). Der Weizenfuture in Paris ist derzeit das Flaggschiff unter den Europas Agrarfutures und gilt als Benchmark für unseren Getreidemarkt, gefolgt vom Rapssaatfuture und dem Maisfutures. Im Energiebereich hat man kürzlich einen Terminkontrakt auf Holzpellets aufgelegt, der genau wie drei verschiedene Terminkontrakte auf Milchprodukte (Magermilchpulver, Butter und Molkepulver) noch gar keine Umsätze verzeichnen konnte.

20.01.2016 Chinas hoher Soja-Schrotbedarf treibt die -Bohnenimporte auf neue Rekorde (A)

China, der weltweit größte Importeur von Sojabohnen, wird in dem gerade begonnen Kalenderjahr seine Importe dieser Ölsaat nochmals deutlich steigern. Die Ölmühlen werden den Preisvorteil von Sojabohnen gegenüber anderen proteinreichen Pflanzen weiter nutzen, das sagte heute ein Analyst aus der dortigen Industrie gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters.
Mischfutterhersteller sind die größten Verbraucher von Sojaschrot. Sie werden weniger Rapssaatmehl und Baumwollmehl oder Distillers Dried Grains (DDGs) einsetzen und stattdessen Sojaschrot nehmen. Einen höheren Bedarf sehen selbst die Hersteller von Schweinefutter, das immerhin 40 % aller chinesischen Futtermittel ausmacht. Deren Nachfrage ist auf den niedrigsten Stand seit Jahren gesunken.
In 2015 stieg Chinas Import von Sojabohnen um 14,4 % und die Sojaschrotproduktion um10,3 %. Sojaschrot ist sehr günstig und die Futtermittelhersteller haben, entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung im Land, ihren Bedarf gesteigert. Und das obwohl der weltweit größte Schweine-Produzent und –Konsument, seine Schweineherde auf den niedrigsten Stand seit 2004 zurück gefahren hat. Sauenhalter hatten die Produktion von Ferkeln verringert, nachdem sie jahrelang Verluste erlitten und gleichzeitig höhere Umweltauflagen erfüllen mussten. Deshalb bleibt der Bestandsaufbau aktuell auch noch verhalten. Da aber die Produktion von anderen proteinreichen Futtermitteln eingeschränkt wurde, steigt die Nachfrage nach Sojaschrot.
Vor wenigen Wochen hat China zudem seine Importe von DDGs stark eingeschränkt, weil man die Ethanolhersteller des Landes vor dem scharfen Wettbewerb am Weltmarkt schützen will. Gleichzeitig ging die Produktion von Rapsschrot und Baumwollschrot in China stark zurück. Die Bauern in China werden im Mai 2016 30 % weniger Rapssaat ernten, schätzen Marktbeobachter. Die lokalen Rapspreise standen im letzten Jahr unter Druck, weil die Interventionspolitik weniger staatliche Bestände fordert. So sank die Rapsschrotproduktion im Vorjahr unter 6,5 Mio. Tonnen. In 2011 waren es noch mehr als 8 Mio. Tonnen. Die Produktion von Baumwollmehl sank um 19 % p.a. auf 4,09 Mio. Tonnen, so eine Verbandsstatistik in China von der Cofeed.
Inzwischen ist Sojaschrot fast ohne Konkurrenz und hat seinen Marktanteil seit Mitte 2015 stetig weiter ausgebaut. In Chinas nördlicher Provinz Shandong kostet das aus lokaler Erzeugung hergestellte Sojaschrot so wenig wie vor acht Jahren und der internationale Wettbewerb könnte dafür sorgen das das auch vorerst so bleibt.
Eine außerordentlich gute weltweite Versorgung mit Sojabohnen hat die Kurse an der CBoT auf den niedrigsten Stand seit 2009 sinken lassen. Dadurch behält diese Ölsaat den Vorzug bei den Futtermittelherstellern. Die steigende Sojaschrot-Nachfrage könnte Chinas Importe auf 85 Mio. Tonnen in diesem Vermarktungszeitraum ansteigen lassen. Das wären 9 % mehr als im letzten Jahr.

13.01.2016 Neue Rekorde: Chinas Sojabohnen-Importe steigen in 2016 weiter

China importierte im Dezember 9,12 Mio. Tonnen Sojabohnen. Das ist die zweithöchste Monatsmenge seit Beginn der Statistik und bringt die Jahresimportmenge auf ein Rekordergebnis von 81,69 Mio. Tonnen. Das belegen jüngste Zahlen des chinesischen Zolls.
Die Dezember Bohnenimporte waren 6,9 % höher als im gleichen Monat des Vorjahres, während die Importe für das gesamte Jahr 2015 um 14,4 % stiegen. Darin zeigt sich die große Nachfrage der Futtermittelindustrie nach Sojamehl, einem bedeutenden Zusatz bei der Herstellung von Tierfutter.
Chinas Importe in der aktuellen Marktsaison, die erst im September 2016 endet, werden nach Einschätzung lokaler Händler auf über 82 Mio. Tonnen Sojabohnen geschätzt; das USDA kam gestern in ihrem Monatsbericht allerdings nur auf 80,5 Mio. Tonnen.
Chinas Ölmühlen haben in 2015 ihre Kapazitäten ausgeweitet, um die steigende Nachfrage nach Mischfutter bedienen zu können, so die neueste Expertenanalyse. Zuvor war man noch von einem „0-Wachstum“ ausgegangen. Der Sojamehlbedarf stieg aber an, nachdem mehr Sauen besamt wurden, um den Viehbestand aufzustocken. Man geht in 2016 von einer Nachfragesteigerung von 10 % aus, sodass man dann 179 Mio. Tonnen Sojamehl herstellen kann. In 2015 war die Verarbeitungskapazität noch mit 162 Mio. Tonnen angegeben worden. Das waren 4 % mehr als ein Jahr zuvor. Niedrige Preise für Sojamehl verdrängt derzeit alternative Futterkomponenten wie Rapssaatmehl oder Baumwollsaatenmehl.
Chinas Importe von Speiseölen stiegen im Dezember um 30,5 % gegenüber Dezember 2014 auf nun 770.000 Tonnen. Importe im gesamten Jahr 2015 stiegen um 4,1 %, so die Zollstatistik. China importiert hauptsächlich Palmöl, Sojabohnenöl und Rapssaat Öl.

12.01.2016 Matif Raps Chartanalyse

Der Matif Rapskontrakt Februar 16 hat seine Abwärtsbewegung im neuen Jahr deutlich verstärkt und dabei die wichtige Unterstützung bei 370 Euro durchbrochen. Nun testet der Kurs die nächste Marke bei 362 Euro. Da sich der RSI langsam dem überverkauften Bereich nähert, könnte es beim Erreichen der 362er Linie zu Gewinnmitnahmen und einer Stabilisierung kommen. Sollte sich die Kursschwäche weiter fortsetzen, wäre das nächste Ziel das Preistief vom August 15 bei 350 Euro.

08.01.2016 Trockenheit und Hitze beschränken Indiens Rapssaat und -Öl-Produktion

Eine kleinere Anbaufläche aufgrund von Trockenheit und der wärmste Winter seit fünf Jahren könnten die indische Rapsproduktion und deren Öl-Gehalt deutlich reduzieren. Deshalb würden die Importe von Speiseölen steigen, so Bauernverbände und Händler.
Preise für die Ölfrucht mit dem höchsten Öl-Gehalt stiegen bereits in 2015 auf ein Rekordhoch, nachdem im Staat Madhya Pradesh in Zentralindien im zweiten Jahr in Folge die Saat der größten Trockenheit seit drei Jahrzehnten ausgesetzt ist. Außerdem kam der Regen zur Unzeit. Die Anbaufläche sank hier auf ein Drittel vom dem was im letzten Jahr angebaut wurde. Auf ganz Indien bezogen, sinkt die Rapssaat-Produktion um 7-8 %, so die Einschätzung von Händlern. Bezogen auf die Vorjahresmenge von 5 Mio. Tonnen sind das 375.000 Tonnen weniger.
Das Landwirtschaftsministerium schätzte die indische Raps-Anbaufläche heute auf 6,28 Mio. Hektar, das sind 3,2 % weniger als im Vorjahr. Die Temperaturen im zentralen und nördlichen Indien waren im Januar, der wichtigsten Vegetationsphase für Wintersaaten, so hoch, wie seit fünf Jahren nicht mehr.
Eine niedrigere Produktion von Ölsaaten wird einen höheren Importbedarf nach sich ziehen. Indien Bürger konsumieren 18-19 Mio. Tonnen Speiseöle im Jahr. Im Vorjahr gab Indien nur noch mehr Geld für Gold- und Rohölimporte aus.

08.01.2016 Chinas Sojabohnenimporte steigen auf über 80 Mio. Tonnen

China, der größte Sojabohnenimporteur der Welt, wird im Wirtschaftsjahr 2015/16 wohl 2 Mio. Tonnen mehr Sojabohnen importieren, als in der vorherigen Vermarktungsperiode. Es werden 2,1 % mehr Sojabohnen benötigt, weil die Ölmühlen einen größeren Bedarf hätten, so ein offizieller Experte der Regierung in Peking.
Im vorherigen Vermarktungszeitraum, der am 31. Oktober endete, wurden 78,36 Mio. Tonnen Sojabohnen importiert. Die Mischfutterhersteller haben eine größere Nachfrage nach Sojaschrot signalisiert, da in China die Schweinebestände wieder aufgebaut wurden, teilte das Getreide- und Ölsaaten-Informationscentrum in Peking in seinem letzten Report mit.
Der Anstieg des Importbedarfs um 2,1 % ist der kleinste seit 2011/12. Darin schlägt sich bereits das schwächere Wirtschaftswachstum des Landes nieder. Sojaschrot ist preiswerter als Rapsschrot oder Baumwollsaatmehl, aus dem ebenfalls proteinreiches Mischfutter hergestellt wird. Beide Alternativen, das Rapsschrot oder das Baumwollsaatmehl, seien derzeit nur knapp verfügbar, so der Regierungsexperte.
Chinas Rapsschrot-Produktion wird in 205/16 um 3,7 % sinken, während die Produktion von Baumwollsaatmehl um 18 % gegenüber dem Vorjahr sinkt.

23.12.2015 Russland könnte in 2016 bis zu 1 Mio. Tonnen Weizen nach China exportieren

Russland könnte im kommenden Jahr bis zu 1 Mio. Tonnen Getreide nach China exportieren. Das teilte heute der oberste Wächter über Russlands Behörde für Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) Sergei Dankvert gegenüber der Nachrichtenagentur TASS mit.
In der letzten Woche hätten sich Moskau und Peking über die Qualitätskontrolle für Getreide geeinigt, die eine technische Voraussetzung dafür ist, dass der chinesische Markt für Agrarexporte aus Russland bereit ist.
Rosselkhoznadzor und chinesische Regierungsvertreter, die für die Lebensmittelsicherheit zuständig sind, unterzeichneten Dokumente für die Einfuhr von russischem Weizen, Mais, Rapssaat, Sojabohnen und Reis.

22.12.2015 USA: Rückgang der Wildbienenbestände besorgniserregend
Der Bestand an Wildbienen, einem wichtigen Bestäuber für viele Nutzpflanzen, hat sich in den Vereinigten Staaten in einigen Hauptanbaugebieten für Agrarrohstoffe spürbar verringert. Das geht aus einer von Wissenschaftlern erstellten nationalen Studie hervor, die vom Präsidenten Barak Obama in Auftrag gegeben wurde. 139 Gebiete wurden als besonders besorgniserregend bezeichnet. Sie beinhalten Regionen in Kalifornien, Central Valley, dem Nordwesten, den Great Plains, West-Texas und das südliche Mississippi River Tal. Betroffen sind u.a. Nutzpflanzen wie Mandeln, Kürbisse, Heidelbeeren, Wassermelonen, Pfirsiche und Äpfel. Diese Pflanzen sind stark abhängig von Bestäubern. Die genannten Gebiete repräsentieren 39% der bestäubungsabhängigen Ernte in den Vereinigten Staaten, so Taylor Ricketts, Direktor vom Institut für Ökologische Ökonomie der Universität Vermont. Weniger bestäubungsabhängige Kulturpflanzen sind Soja, Raps und Baumwolle. Mais und Weizen benötigen keine Bestäuber.
Wildbienenrückgänge können die Kosten der Landwirte erhöhen und die Pflanzenproduktion sogar destabilisieren. In der Zeit von 2008 – 2013 verringerte sich die Zahl der Wildbienen in den Vereinigten Staaten um 23%, das geht aus der Studie hervor. Faktoren für den Rückgang der Wildbienen sind die Umwandlung von natürlichen Lebensräumen in Ackerland u.a. Mais für die Produktion von Biokraftstoffen, sowie der Einsatz von Pestiziden und Krankheiten.
Den volkswirtschaftlichen Wert der Leistungen, die die Wildbienen in den Vereinigten Staaten erbringen, wird auf mehr als 3 Milliarden US-Dollar pro Jahr beziffert.
Der Rückgang der Wildbienen führt zu einer größeren Abhängigkeit der kommerziellen Bienenvölker, deren Population ebenfalls rückläufig ist.
22.12.2015 Weizen und Pflanzenöle: Risiken der Anbieter steigen

Nachdem die Agrarmärkte in diesem Jahr kräftig unter Druck gerieten, könnte 2016 eine Erholung der Kurse eintreten. Wenn der Konsum steigt und die Verpflichtung zu höheren Quoten der Biodieselbeimischungen wirksam wird sowie unpassendes Wetter die Weizenpreise eintritt, kommen die Preise für Weizen und Speiseöle aus ihren mehrjährigen Tiefs heraus.
Die Erträge für beide Rohstoffe nehmen bereits ab, weil durch das El Nino-Wetterphänomen in den bedeutenden Weizenanbauregionen am Schwarzen Meer, in Südostasien, Indien und Australien Trockenheit vorherrscht.
Dadurch war der Weizenfuture am CBoT bereits Anfang dieses Monats um 7 % von seinem tiefsten Kurs seit Juni 2010 angestiegen, während Palmölfutures in Malaysia bereits seit August um 30 % von ihren 6-Jahres-Tiefs anzogen.
In Indien, das für mehr als 10 % der Weltweizenproduktion steht, wird im zweiten Jahr in Folge die Jahresproduktionsmenge sinken. Händler sprechen bereits von noch höheren Importen als im Vorjahr. Zur Überraschung des Marktes importierte Indien im Vorjahr die größten Weizenmengen seit mehr als 10 Jahren. Die Steigerungen dürften aber nicht so groß ausfallen, dass es den Weltmarkt bewegen würde. Schließlich verfügt Indien noch über Bestände aus den vorherigen vier großen Ernten. Nur ein großes Wetterereignis könnte den Markt wirklich bewegen. Aktuell unterstützt ein starker El Nino die Weizenpreise, denn in Australien, die Nr. 4 unter den großen Exporteuren der Welt, erntet 15 % weniger als im Vorjahr.
Die Palmölproduktion in Indonesien und Malaysia wird erst Zeitversetzt wegen dem El Nino-Ereignis sinken, denn die Palmen reagieren zirka neun Monate später auf Trockenheit. Es wird also erst in der zweiten Hälfte 2016 mit einem geringeren Palmöl-Angebot gerechnet. Das würde Indien besonders hart treffen, denn dann sind die Importe von Speiseölen besonders hoch, auch weil die Rapsanbaufläche dort wegen Trockenheit um 15 % eingeschränkt wurde. Außerdem benötigt Indonesien mehr Palmöl für die Produktion von Biodiesel. Die Regierung will sich aus der Abhängigkeit von Rohölimporten lösen.
Ein größeres Angebot aus Argentinien von Sojabohnen und Sojaöl könnte den Preisauftrieb aber deckeln.

18.12.2015 Europäische Kommission reduziert Prognose der Maisernte 2015
Die Europäische Kommission hat ihre Prognose der diesjährigen Maisernte in der Europäischen Union von 57,5 Mio. Tonnen auf 56,6 Mio. Tonnen reduziert. Im Vorjahr wurden 77,9 Mio. Tonnen Mais geerntet.
Die Prognose der  EU Weichweizenernte 2015 wurde von der Kommission mit 149,15 Mio. Tonnen unverändert belassen. Damit wird die Annahme einer neuen Rekordernte, die leicht über dem Vorjahresergebnis von 148,7 Mio. Tonnen liegt, bestätigt.
Reduziert wurde die Schätzung der Rapssaaternte 2015 auf 21,3 Mio. Tonnen. 2014 wurde mit 24,3 Mio. Tonnen Rapssaat ein Rekordergebnis erzielt. Quelle: Reuters
17.12.2015 Großbritannien erhöht Prognose der Weizenernte 2015
Großbritanniens Landwirtschaftsministerium hat die Prognose der dortigen Weizenernte von 16,17 Mio. Tonnen auf 16,44 Mio. Tonnen erhöht. Damit läge das Ergebnis 1% unter dem Ergebnis des Vorjahres von 16,61 Mio. Tonnen. Die Ernte wäre aber die Zweitgrößte seit 2008, mit Rekorderträgen von 9,0 Tonnen/Hektar. Die Anbaufläche sank dabei um 5,3%.
Beim Raps wurde die Prognose der Produktion von 2,32 Mio. Tonnen auf 2,54 Mio. Tonnen (+3,4%) erhöht (Vorjahr: 2,46 Mio. Tonnen). Der Anstieg der Produktion ist das Resultat des 6,9%-tigen Anstiegs der Erträge von 3,6 Tonnen pro Hektar (2014) auf 3,9 Tonnen pro Hektar. Quelle: Reuters
14.12.2015 Coceral erhöht Quartalsprognose für EU Weichweizenernte 2015

Der europäische Getreideverband Coceral erhöhte am Freitag seine Quartalsprognose der diesjährigen EU Weichweizenernte von 148,2 Mio. Tonnen (September) auf 150,3 Mio. Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden 148,5 Mio. Tonnen Weichweizen in der EU geerntet. Damit wäre das Ergebnis des Vorjahres von 148,5 Mio. Tonnen übertroffen.
Die Prognose der EU Maisernte wurde erneut reduziert von 59,5 Mio. Tonnen (September) auf 58,5 Mio. Tonnen. Im Vorjahr wurde das Rekordergebnis von 75 Mio. Tonnen erzielt.
Analysten erhöhten in diesem Jahr stetig ihre Prognosen für die Weizenernte aufgrund hoher Erträge. Die Trockenheit im Sommer hat dem Weizen im Gegensatz um Mais nicht geschadet.
Für die Rapsernte erhöhte Coceral seine Prognose leicht von 21,4 Mio. Tonnen auf 21,5 Mio. Tonnen. Damit läge das Ergebnis weiter hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres von 24,4 Mio. Tonnen. Quelle: Reuters

08.12.2015 Ukraine: 17% der Wintergetreide-Aussaat ist nicht aufgelaufen
Per 3. Dezember war rund 17% (1,1 Mio. Hektar) der Wintergetreide-Aussaat nicht aufgelaufen. Besonders betroffen waren die Regionen: Dnipropetrpvsk, Poltava, Zaporizhia und Kharkiv.
Aufgelaufen ist die Aussaat auf 5,6 Mio. Hektar, das ist eine Quote von 83%. Auf 3,7 Mio. Hektar (66%) wird der Zustand der Bestände als „gut“ bis „befriedigend“ bewertet. 1,9 Mio. Hektar (34%) befinden sich in einem schwachen Zustand. Verloren sind die Bestände auf 80 Hektar.
Bei der Rapssaat ist die Aussaat auf 564.600 Hektar der ausgesäten Flächen aufgelaufen, eine Quote von 87%. 376.500 Hektar = 67% befinden sich in einem guten bis befriedigendem Zustand. Auf 185.900 Hektar (33%) wird der Zustand der Pflanzen als schwach bezeichnet, 2.200 Hektar (0,4%) sind verloren. Die hauptsächlich betroffenen Regionen sind: Dnipropetrovsk, Donetsk, Mykolaiv und Poltava.
Per 4. Dezember wurde Wintergetreide auf 6,7 Mio. Hektar ausgesät.
5,6 Mio. Hektar (91% der Prognose) Winterweizen und Triticale
145.000 Hektar (92% der Prognose) Roggen
881.000 Hektar (84% der Prognose) Gerste
649.000 Hektar Winterraps (Prognose: 649.000 Hektar)
Insgesamt prognostiziert das Ministerium eine Aussaatfläche von insgesamt 7,4 Mio. Hektar.
04.12.2015 Frankreich: Größter Winterweizenanbau seit 80 Jahren

Die erste Schätzung der Flächennutzung in Frankreich zeigt, dass auf 5,222 Mio. Hektar Winterweizen angebaut wurde (Vj. 5,143Mio. Hektar). Das ist die größte Winterweizenanbaufläche seit 1935.
Die Winterraps-Fläche wird auf 1,455 Mio. Hektar geschätzt (Vj. 1,480 Mio. Hektar).

03.12.2015 Matif Raps Chartanalyse

Der Aufwärtstrend des Matif Rapskontrakt Februar 16 ist weiter intakt. Mit dem Kurssprung am 26. November wurden die beiden Tops vom Oktober, bzw. Anfang November überwunden und die Notierung bewegt sich in einem aufsteigenden Dreieck in Richtung 390 Euro. Sollte der Sprung über diesen Widerstand gelingen, wäre der Weg frei bis 400 Euro. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es nach dem steilen Anstieg der letzten Tage im Bereich der 390er Marke zu Gewinnmitnahmen kommt und der Kurs dadurch unter die kurzfriste Trendlinie fällt. Dies würde weitere Verkäufe nach sich ziehen und könnte zu einer Kursschwäche bis zu langfristigen Aufwärtstrendlinie führen.

03.12.2015 EU – Agricultural Outlook Konferenz

Eine geringere Biodieselproduktion in der EU hat eine stagnierende Nachfrage nach Rapssaat-Öl zur Folge und wird die Sojaschrotimporte als Futtermittel steigern, denn geringere Produktionsmengen an Rapsschrot, ein Nebenprodukt der Ölgewinnung, müssen kompensiert werden. Das ist eine Erkenntnis auf der EU Agricultural Outlook-Konferenz in Brüssel, die gestern und heute stattfindet.
Ein Referent schätzte, dass im Jahr 2020 6,5 % der gesamten Transportenergie in der EU durch Biodiesel gedeckt wird. Damit bleibt der Wert unter den 7 % - Marke, die sich die Kommission gesetzt hat. Ursprünglich unterstützte die EU Biokraftstoffe, um die Treibhausgas Emissionen zu begrenzen und seine Abhängigkeit von Fossilen Energieträgern zu verringern. Diese Politik wurde aber verworfen, als Wissenschaftler und Umweltverbände pflanzenbasierte Treibstoffe für höhere Lebensmittelpreise und Landverschwendung verantwortlich machten.
Politische Unsicherheiten und ein rückläufiger Treibstoffverbrauch werden aber wohl den Anteil an Biotreibstoffen erhöhen.

zurück zur Übersicht

Auf der rechten Seite Ihrer Homepage können sie z.b. News anzeigen oder Ihre Besucher anderweitig informieren.