Matif: Rapssaat Februar 2018

27.02.2018 Ölsaatenproduktion 2018 in der Ukraine steigt um 3,4 %
Die ukrainische Ölsaatenproduktion aus Rapssaat und Sonnenblumen soll in 2018 um 3,4 % auf 20,5 Mio. Tonnen steigen.
Die Aussaat für die Sonnenblumenernte dürfte um 5 % steigen, sodass man derzeit von einer Ernte von 14,25 Mio. Tonnen ausgeht. Die Rapssaatproduktion wird dem Beratungsunternehmen UkrAgroConsult zufolge um 10 % auf 2,54 Mio. Tonnen steigen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters
   
22.02.2018 HANSA Terminhandel Ölsaaten Mail

Die gestiegenen Rapskurse am Pariser Matif geben den deutschen Kassapreisen für Rapssaat ein wenig Unterstützung. Der Hauptgrund dafür ist der schwächere Wechselkurs des Euros gegenüber dem US-Dollar. Seit einer Woche sinkt die Kaufkraft der Gemeinschaftswährung von 1,25 auf aktuell 1,23. Händler betonen aber, dass die Nachfrage der Ölmühlen ruhig ist und deshalb auch keine höheren Prämien bezahlt werden. Importe von Rapssaat aus der Ukraine, Kanada sowie Australien sind durch den schwächelnden Wechselkurs teurer geworden. Die Ölmühlen sind allerdings auf den vorderen Terminen mit Rohstoff gut eingedeckt. Außerdem haben sie ihre Biodieselproduktion gedrosselt, weil Lieferungen des Biotreibstoffs aus Argentinien und bald auch aus Indonesien in die EU drängen.
Man darf aber die Kurse der CBoT-Sojabohnen nicht außer Acht lassen. Die Trockenheit in Argentinien hat in den letzten Tagen dafür gesorgt, dass institutionelle Anleger ihren Short-Positionen liquidierten, was die Kurse auf ein Sieben-Monats-Hoch trieb. Das sich verstärkende La Nina-Wetterphänomen, durch das viele Produktionsregionen wie Australien, Südafrika und Südamerika unter Trockenheit leiden tut ein Übriges.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters / Grafiken: Saxo-Trader

16.02.2018 HANSA Terminhandel Ölsaatenmail

Marktanalysten erwarten nicht mehr viel Bewegung im Rapsmarkt in der EU. In anderen Jahren ergaben sich im Übergang zur neuen Ernte noch gute Absatzmöglichkeiten. In diesem Jahr sei aber alles anders.
So mussten die hiesigen Ölmühlen ihre Produktion drosseln, weil große Mengen Biodiesel aus Argentinien in die EU strömen. Dadurch sind auch die Margen kleiner als üblich. Weil die deutschen Landwirte bisher ihren Raps nur verhalten anboten; sie spekulieren auf steigende Preise. Die Ölmühlen haben ihren Bedarf geringeren durch Importe aus Australien, Kanada und der Ukraine eingedeckt.
Aus diesen Gründen erwarten die Marktbeobachter bis zur neuen Ernte keine Versorgungslücken mehr. Die größten Mengen an Rapssaat in Deutschland lagern noch bei den Landwirten. Wenn sich die Ölmühlen mit ihren Rohstoffeinkauf weiter zurück halten, gibt es für höhere Erzeugerpreise nur noch wenig Spielraum. Am Pariser Matif handelte der Rapsfuture in dieser Woche auf den niedrigsten Stand seit April 2015.
Am Weltmarkt für Ölsaaten gab es in der zurückliegenden Woche dagegen den größten Preisanstieg seit sieben Monaten. Allein in dieser Woche stiegen die Kurse der CBoT-Sojabohnen um 4 %. Das Wetter in Argentinien herrscht unter den Händlern an den Terminbörsen vor. Eine seit Monaten anhaltende Trockenheit lässt eine kleinere Ernte erwarten.

13.02.2018 Frankreich: Landwirtschaftsministerium senkt Prognose für Weizenanbaufläche

Das französische Landwirtschaftsministerium hat seine Schätzung der Winterweizenaussaatfläche 2018 von 5,03 Mio. Hektar (Dezember-Schätzung) auf 4,96 Hektar reduziert. Die Aussaatfläche läge damit 0,1% über der Fläche, die 2017 geerntet wurde.
Für Wintergerste wurde die Schätzung der Anbaufläche von 1,36 Mio. Hektar (Dezember) auf 1,37 Mio. Hektar erhöht, ein Rückgang um 2,3% verglichen mit 2017.
Ein Anstieg der Anbaufläche wird bei der Rapssaat erwartet. Von 1,50 Mio. Hektar auf 1,54 Mio. Hektar wurde die Prognose erhöht und läge damit 6,7% über dem Ergebnis aus 2017.
Weizen und Raps werden fast ausschließlich als Winterkulturen in Frankreich angebaut, während Gerste auch eine signifikant große Menge als Sommer-Getreide anbaut.
Text: HANSA Terminhandel / Quelle: Reuters

12.02.2018 Mackprang stellt Insolvenzantrag

Das deutsche Traditionshaus Mackprang hat heute Insolvenz beantragt.
Die Arbeit werde vorerst weitergeführt, während die Gespräche mit den Gläubigern laufen, teilte Geschäftsführer Jens Kass gegenüber der Presse mit.
Die Firma und deren Gesellschafter konnten keine Vereinbarungen mit der finanzierenden Hausbank erreichen.
Das in Hamburg ansässige Getreidehandelshaus wurde vor 139 Jahren gegründet. Es handelt unter anderem mit Futtergetreide, Braugerste und Futterschroten wie Rapsschrot und Sojamehl.
Der größte Gesellschafter des Unternehmens ist die Firma Bohnhorst.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

08.02.2018 Kommt es zu Auswinterungen in Deutschland?

In vielen Teilen der Europäischen Union bedeckt eine Schneedecke die Wintergetreidebestände und schützt vor den teils zweistelligen Minusgraden. In Deutschland liegt allerdings kaum irgendwo Schnee, was die Getreidefachleute besorgt.
In Frankreich, dem EU-Land mit der größten Getreideanbaufläche, wird bisher kein Schaden am Wintergetreide beobachtet, obwohl es in den Wochen zuvor viel zu nass war. Jetzt ist es auch dort sehr kalt, aber der Schnee schützt.
Allerdings gibt es wegen dem Schnee in Frankreich Probleme beim Getreidetransport.
Die Kälte könnte sogar von Vorteil sein, weil einige Feldbestände schon zu weit entwickelt waren, beispielsweise der Winterraps. Frankreich erlebte den wärmsten Januar seit seinen Wetteraufzeichnungen. Das Zuviel an Regen war insbesondere für die Rapssaat von Nachteil.
In Deutschland sanken die Temperaturen teils unter Minus 10°C. Dort wo es zuvor Staunässe gab, dürften die jungen Getreidepflanzen jetzt absterben. Wenn der Frost noch länger anhält, könnte es zu größeren Schäden kommen.
Im Polen sind die Beobachter bisher noch sehr entspannt. Nur im Norden des Landes standen einige Flächen ebenfalls unter Wasser. Dort war es in den letzten Tagen aber nicht so kalt wie in Deutschland und jetzt soll es auch schon wieder wärmer werden.
In Großbritannien sehen die Wintergetreide - Feldbestände bisher sehr gut aus.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

08.02.2018 HANSA Terminhandel GmbH – Ölsaatenmail

Ölmühlen klagen über geringe Verarbeitungsmargen auch wenn sich die Absatzmöglichkeiten für Rapsschrot verbessert haben. Falls sie etwas zukaufen, greifen sie auf Rapsimporte aus Australien oder der Ukraine zurück. Den Landwirten hierzulande sind die Preise zu niedrig und halten sich mit dem Verkauf zurück. Viele spekulieren auf höhere Preise im Übergang auf die Ernte 2018.
Die Ukraine wird in diesem Jahr den Anbau von Sojabohnen einschränken, weil eine Förderung durch den Fiskus entfällt. Strategie Grains schätzt, dass die Rapsproduktion in der EU in 2018/19 um 3,6 % ansteigt. Der Welt-Ölsaatenmarkt beobachtet gebannt die Wetterbedingungen in Südamerika. Während es in Argentinien zu trocken ist und deshalb spürbare Ertragseinbußen erwartet werden müssen, ist es zu Beginn der Sojabohnenernte in Brasilien extrem nass, was die Transportlogistik vor große Probleme stellt. Davon könnten US-Exporteure profitieren, die in dieser Saison noch längst nicht die erwarteten Ausfuhren getätigt haben. Die Kurse der Sojabohnenfutures streben wieder in Richtung 10 Dollar/Bushel, der Frontmonat im Matif-Rapsfuture hat die 350er-Marke wieder überschritten.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

05.02.2018 EU-28: Strategie Grains erwartet Anstieg der Rapssaatproduktion um 3,6%

Das private Analystenhaus Strategie Grains hat in seiner monatlichen Prognose die Erwartung an die Rapssaat-Ernte in der EU-28 zur Vermarktung 2018/19 um 3,6% zum Vorjahr auf 22,78 Mio. Tonnen erhöht. Reduziert hat das Unternehmen die Schätzung der Sonnenblumensaat-Produktion für 2018/19 um 3,1% auf 9,09 Mio. Tonnen. Bei der Sojabohnen-Produktion wird mit einem Anstieg zum Vorjahr um 4,6% auf 2,73 Mio. Tonnen gerechnet.
Rapssaat wird demnach in der EU-28 auf einer Fläche von 6,75 Mio. Hektar angebaut. Im Vorjahr waren es 6,72 Mio. Hektar. Steigen könnte auch die Anbaufläche von Sojabohnen auf 0,99 Mio. Hektar (vorher: 0,98 Mio. Hektar). Rückläufig (0,7%) ist wohl die Anbaufläche für Sonnenblumensaat von 4,29 Mio. Hektar auf 4,26 Mio. Hektar.
Die Erträge beim Raps könnten um 3,4% steigen, Bei der Sonnenblumensaat wird ein Rückgang um 2,3% erwartet und bei den Sojabohnen ein Rückgang um 3,0%.

25.01.2018 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Seit mehr als acht Handelstagen steigen die Kurse der CBoT-Sojabohnen. Treiber sind das trocken Wetter in Argentinien sowie eine weiter steigende Nachfrage aus China. Außerdem haben die Farmer in Brasilien Startschwierigkeiten mit der Sojabohnenernte. Die Exportverladungen werden sich wohl etwas verzögern.
Hierzulande hoffen die Marktbeteiligten darauf, dass sich der Wechselkurs des Euros abschwächt und damit sich der Warenstrom von Rapssaatimporten aus der Ukraine und Australien abschwächt. Inlandsraps wird derzeit nur wenig gehandelt; die Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft ist gering auch weil Kontraktpreise mittlerweile knapp 70 €/Tonnen tiefer liegen als im Vorjahr. Nur noch logistische Schwierigkeiten der ausländischen Lieferanten könnten die Nachfrage nach Inlands-Rapssaat antreiben. Einige Marktteilnehmer hoffen auch auf Hilfestellung aus Brüssel und fordern Importbeschränkungen für Biodiesel aus Argentinien. Für Palmölimporte aus Malaysia hatte die EU letzte Woche schon ein Einfuhrverbot erlassen. Wegen Hochwasser auf Oberrhein und Mosel wird kaum Rapssaat in Deutschland bewegt.
Die Preise für Sojaschrot sind hierzulande in der vergangenen Woche im Zuge höherer Terminmarktnotierungen am CBoT deutlich angezogen, was die ruhige Nachfrage nach Sojaschrot weiter abkühlt. Unsicherheit gibt es über die weitere Marktentwicklung im Frühjahr, weil umfangreiche Biodieselimporte aus Argentinien in Aussicht gestellt werden. Außerdem will die EU im kommenden Jahr die Biodieselquoten senken.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

23.01.2018 Ukraine: Anaylst UkrAgroConsult erwartet höhere Rapssaatexporte

Die Rapssaatexporte der Ukraine in der Saison 2018/19 könnten auf 2,25 Mio. Tonnen steigen. Das Analystenhaus UkrAgroConsult erwartet das und nennt als Grund eine größere Ernte. Erwartet wird in diesem Jahr eine Erntemenge von 2,5 Mio. Tonnen versus 2,3 Mio. Tonnen 2017.
Text: HANSA Terminhandel / Quelle: Reuters

18.01.2018 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Das hohe Kursniveau des Euro gegenüber dem US-Dollar ließ in der vergangenen Woche keine Phantasie bei den Matif-Rapskursen aufkommen. Am Kassamarkt liegen die Erzeugerpreise deutlich unter dem Vorjahresniveau; die Lagerhalter hierzulande sind deshalb kaum bereit, ihre nicht allzu große Ernte aus dem Vorjahr zu vermarkten.
Neben dem starken Euro sorgen die angekündigten Biodieselimporte aus Argentinien dafür, dass die Ölsaaten in der EU kaum Chancen auf höhere Preise haben. Der hohe Eurokurs treibt dazu noch die Rapsimporte aus der Ukraine und aus Australien an. Die Prämien zu den sinkenden Kursen des Matif-Futures können sich deshalb nur knapp behaupten. Heute notieren die Matif-Rapsfutures seit einer Woche nicht mehr schwächer.
Ein anderes Bild zeigten die Sojabohnenkurse in der zurückliegenden Woche. Die USDA-Zahlen kamen am vergangenen Freitag für viele Marktbeobachter mit einer kleinen Überraschung daher. Die US- und Weltendbestände wurden von den Experten der US-Regierung höher eingeschätzt als es der Markt erwartet hatte. Daraufhin trennten sich institutionelle Anleger von einigen Short-Positionen und sorgten damit für einen Kursanstieg. Inzwischen beobachten die Börsenhändler nicht nur das große Angebot, sondern sehen auch, dass Chinas Sojabohnenimporte auch im kommenden Jahr weiter steigen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche  / Grafik: Saxo-Trader

12.01.2018 Milder Winter lässt EU-Wintergetreide gut aussehen

Die Getreidebestände in der Europäischen Union leiden in diesem Winter nicht unter irgendwelchen Risiken, da es bisher ein mildes Wetter gab. Marktteilnehmer konzentrieren sich jetzt auf die Aussaat des Sommergetreides, da nicht alle Flächen in Ländern wie Polen und Deutschland während des nassen Herbstes mit Wintergetreide bestellt werden konnten.
Analysten verweisen auf das Risiko von Auswinterung, wenn es ohne eine schützende Schneedecke noch tiefe Frosttemperaturen gibt. Dafür haben wir aber noch keine Hinweise.
Frankreich, Europas größter Getreideanbauer, hat seit Dezember sehr viel Regen gesehen aber die Feldbestände sehen dennoch meist sehr gut aus, weil die Aussaatbedingungen vorteilhaft waren.
Es gibt zwar einige wenige Felder mit Staunässe, das hat laut dem Marktanalysten Agritel aber noch keinen Einfluss auf die Erträge. Ohne den Regen würde man jetzt, wie im letzten Jahr zu dieser Zeit, über Trockenheit sprechen…. Der Niederschlag in der Winterzeit übersteigt die saisonübliche Menge um 30 %. Der Januar startete in Frankreich auch zu nass.
FranceAgriMer bewertete die Weizenbestände Anfang Dezember noch mit 95 % als gut bis sehr gut. Die Anbaufläche blieb auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dagegen wurde deutlich weniger Raps angebaut.
Auch in Deutschland gab es bisher nur wenige Tage mit ernstem Frost und die Feldbestände überstanden den viel zu nassen Herbst ohne größere Probleme. Es wurden aber nicht alle geplanten Flächen mit Weizen und Raps bestellt. Man ist gespannt, mit welchen Sommerungen sie bestellt werden. Die deutsche Winterweizenanbaufläche sank gegenüber dem Vorjahr um 4,7 %, der Rapsanbau verlor 2,6 %. Auf den freien Flächen dürften bald Sommerweizen, Sommergerste, Hafer und andere Sommerfrüchte bestellt werden.
In Polen sieht es ähnlich aus. Dort hatte ebenfalls zu viel Regen die Aussaat von Wintergetreide vereitelt. Es wird noch immer viel von Staunässe berichtet. Die Winterweizenfläche ist 10 % kleiner als im Vorjahr, die Rapsanbaufläche verliert 10 bis 12 %. Auswinterungen gab es bisher nicht.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

11.01.2018 Die EU importiert 11 % weniger Sojabohnen und 33 % mehr Rapssaat

Die Europäische Union importierte im Vermarktungsjahr 2017/18, das am 1. Juli begann, bis zum 9. Januar 6,3 Mio. Tonnen Sojabohnen. Das sind 11 % weniger als am gleichen Termin im Vorjahr.
Außerdem importierte die EU 2,15 Mio. Tonnen Rapssaat, was 33 % mehr sind als zu diesem Termin in 2017.
Die Sojaschrotimporte kommen bisher auf 10,2 Mio. Tonnen, ein Plus von 7 %.
Palmölimporte lagen bei 3,3 Mio. Tonnen einem Plus von 5 %.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters / Tabelle: EU-Kommission

11.01.2018 HANSA Terminhandel GmbH – Ölsaaten-Mail

Seit unserer letzten Ölsaaten-Mail sind die Kurse der CBoT-Sojabohnen kontinuierlich gesunken. Grund dafür ist die bevorstehende Sojabohnenernte in Brasilien, die nach jüngsten Schätzungen mit mehr als 110 Mio. Tonnen eine Rekordernte werden dürfte. Gleichzeitig klagen US-Exporteure über enttäuschende Bohnenexporte, die teils mit schlechter Qualität begründet werden. Dass Argentinien immer noch mit Trockenheit zu kämpfen hat, was inzwischen zu Ertragseinbußen bei der noch anstehenden Aussaat führen dürfte, ist wohl längst in den Terminmarktkursen eingepreist. Die Fonds waren zum Jahresbeginn in allen Agrarfutures der CBoT mit Short-positionen so hoch eingedeckt wie noch nie zuvor. Inzwischen sorgen aber sehr feste Rohölnotierungen dafür, dass die Energiefutures, wozu auch Sojabohnen und Rapssaat gehören, nicht weiter verfallen.
Letzte Woche stiegen am Pariser Matif die Rapssaatfutures sogar an und folgten damit ausnahmsweise nicht dem Trend, der aus Übersee vorgegeben wurde. Die festeren Kurse schlagen hierzulande sogar bis auf die Erzeugerebene durch und bescheren den Landwirten leichte Preisaufschläge. Die Abgabebereitschaft ist dennoch nicht sehr ausgeprägt. Dagegen ist aber auch die Nachfrage der Biodieselindustrie nach Rapsöl gering. Billige Importe aus Südamerika vermiesen den hiesigen Produzenten die Stimmung. Im Gegensatz dazu war mehr Interesse an Rapsschrot spürbar. Die globale Versorgung mit Ölschroten ist hoch und viele Käufer spekulieren auf Preisnachlässe.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche

04.01.2018 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

In der zurückliegenden Handelswoche konnten die Kurse der CBoT-Sojabohnen bis gestern noch einmal zulegen. Grund dafür sind steigende Rohölpreise aufgrund der politischen Unruhen im Iran. Inzwischen notierte der Nordseeöl Brent-Future schon über 68 USD/Fass. Der höchste Stand seit drei Jahren. Analysten sind sich sicher, dass die Kurse wieder sinken werden, da die Versorgungslage mit Energie weltweit gut ist, es ist aber unsicher, ob und wann sich die Lage im Nagen Osten beruhigt. Fondsgesellschaften sind mit 69.000 Lots CBoT-Sojabohnenfutures gefährlich stark im Verkauf engagiert. Das macht den Future anfällig für ein unkontrolliertes Ausbrechen nach oben, wenn weitere unvorhergesehene Ereignisse passieren. Parallel zum Sojabohnenfuture entwickelte sich auch der Matif-Rapsfuture fester.
In Argentinien waren zum Jahreswechsel erst 82 % der geplanten Sojaflächen bestellt. Dort ist es immer noch zu trocken und die Aussaat im Januar kann keine optimalen Erträge mehr bringen. Die Regierung in Buenos Aires hat jetzt damit begonnen, die Ausfuhrzölle für Sojabohnen, Sojaschrot und-Öl abzusenken.
In den USA behindert Eisgang auf dem Mississippi den Nachschub von Sojabohnen aus dem Mittleren Westen. Dort ist die schlimmste Kälte aber wohl überwunden, was heute die Kurse der CBoT-Agrarfutures wieder unter Druck setzt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

03.01.2018 Ukraine: Getreideexporte brechen im ersten Halbjahr 2017/18 um 10% ein

Die ukrainischen Getreideexporte fielen im ersten Halbjahr der Vermarktungsperiode 2017/18 um 10% auf. Das meldet das Landwirtschaftsministerium. Darin enthalten sind 11,2 Mio. Tonnen Weizen, 5,8 Mio. Tonnen Mais und 3,7 Mio. Tonnen Gerste.
Im laufenden Vermarktungsjahr 2017/18 wurden 62,3 Mio. Tonnen Getreide in der Ukraine geerntet versus 66 Mio. Tonnen im Vermarktungsjahr 2016/17. Der amtierende Landwirtschaftsminister reduzierte im vergangenen Monat seine Prognose der Getreideexporte 2017/18 auf 41 Mio. Tonnen. Zuvor ging man noch von 42 Mio. Tonnen aus. Transportprobleme wurden als Hauptgrund genannt. Rapssaat wurde in der laufenden Saison in einem Volumen von über 2 Mio. Tonnen exportiert, bei den Sojabohnen waren es 1,3 Mio. Tonnen.
In der Vermarktungsperiode 2016/17 exportierte die Ukraine über 44 Mio. Tonnen Getreide, davon 17,4 Mio. Tonnen Weizen. Rapssaat wurde 2016/17 in einem Volumen von 880.000 Tonnen exportiert und Sojabohnen in einem Volumen von 1,4 Mio. Tonnen.
Text: HANSA Terminhandel / Quelle: Reuters

29.12.2017 Ukraines Agrarexporte steigen um 19 %

Die Agrarexporte aus der Ukraine stiegen in den ersten elf Monaten in 2017 um 19 % auf 16,4 Mrd. USD. Dazu trugen starke Steigerungen im Export von Zucker, Speiseöle und Getreide bei. Das teilte heute das Agrarministerium in Kiew mit.
Die Ukraine exportierte 5,3 Mio. Tonnen Sonnenblumenöl im Wert von 3,99 Mrd. USD, 17,1 Mio. Tonnen Mais zu 2,7 Mrd. USD und 16 Mio. Tonnen Weizen zu 2,5 Mrd. USD.
Zu den Exporten gehörten auch 2,2 Mio. Tonnen Sojabohnen und 1,99 Mio. Tonnen Rapssaat, sowie 700.000 Tonnen Gerste.
Die Ukraine gehört zu den weltweit größten Produzenten von Getreide und Pflanzenölen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

28.12.2017 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Die Kurse der CBoT-Sojabohnen haben nach Weihnachten ihrem Abwärtstrend unterbrochen. Grund dafür sind die Wetterverhältnisse in Südamerika. In Argentinien fiel weniger Regen, als nötig wäre, um die ausgetrockneten Böden für die Aussaat von Sojabohnen vorzubereiten. Nach den Weihnachtstagen war klar, dass die Niederschläge nicht ausreichen, um optimale Erträge erwarten zu können. In einigen Anbauregionen war zuletzt überhaupt kein Regen gefallen. Unterdessen kauft China täglich weiter große Mengen Sojabohnen in den USA. Die Exporte dürften ab dem 1. Januar aber schwieriger werden, denn China verschärft die Annahmebedingungen für Bohnen aus Nordamerika. In dieser Saison konnten die US-Exporteure bisher aber deutlich weniger Sojabohnen nach China liefern. Möglicherweise dreht sich jetzt das Blatt wieder zugunsten der USA, denn in Argentiniens Hauptumschlagsplatz für Getreide und Ölsaaten Rosario streiken die Gutachter, nachdem es in einem Verladeterminal von COFCO eine Explosion mit einem Toten und vielen Verletzten gegeben hat. Hierzulande erwarten Händler im Januar Rapsimporte aus Australien und Kanada sowie billigen Biodiesel aus Argentinien. Der Kurs des Rapssaat-Frontmonats am Pariser Matif sinkt auf den tiefsten Stand seit Anfang Juli 2016.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

22.12.2017 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Seit Anfang Dezember sind die Kurse der CBoT-Sojabohnen kontinuierlich gefallen. Aktuell notiert der Frontmonat auf seinem 4-Monats-Tief. Regenfälle in Argentiniens Getreidegürtel sowie eine weitere Rekordernte in Brasilien lassen die Hoffnungen schwinden, dass sich die hohen Vorräte an Ölsaaten auf der Welt in dieser Saison abbauen. Die EU-Kommission ließ in dieser Woche kanadisches Canola für die Biodieselproduktion in der EU zu. Gestern verschärfte China seine Anforderungen an US-Sojabohnen: Ab Januar dürfen nur noch 1 % fremde Bestandteile in den Lieferungen sein. Der Rapsanbau in Deutschland ist in diesem Jahr um 2,6 % kleiner. Am deutschen Kassamarkt besteht Unsicherheit über die Marktentwicklung in den kommenden Wochen. Importraps aus Australien und billigen Biodieseleinfuhren aus Argentinien vermiesen die Stimmung der Anbieter.

Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche / Grafik: Saxo-Trader

21.12.2017 Briten senken 2018er Ernteschätzung für Weizen

Das britische Landwirtschaftsministerium senkte heute ihre Schätzung zur UK-Weizenernte 2018 von 15,16 Mio. Tonnen auf 14,84 Mio. Tonnen, das sind allerdings immer noch 3,2 % mehr als in diesem Jahr.
Der durchschnittliche Weizenertrag wird auf 8,3 Tonnen/Hektar geschätzt, zuvor ging man noch 8,5 Tonnen/Hektar aus. Im Vorjahr ernteten die Farmer dort durchschnittlich 7,9 Tonnen vom Hektar.
Die Anbaufläche bleibt mit 1,79 Mio. Hektar 1,7 % unter der des letzten Jahres.
Die britische Rapssaaternte wird jetzt auf 2,17 Mio. Tonnen geschätzt, das sind geringfügig weniger als in der vorherigen Schätzung aber mehr als die Ernte in 2017 als 1,78 Mio. Tonnen geerntet wurden.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

21.12.2017 Winterweizenfläche in Deutschland 4,7 % kleiner

Die deutsche Anbaufläche für Winterweizen zur Ernte 2018 hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,7 % verringert. Das Statistikamt teilte heute mit, dass in diesem Herbst in Deutschland 2,98 Mio. Hektar mit Winterweizen bestellt wurden.
Ein Rückgang war erwartet worden, da Regenfälle verhinderten, dass alle geplanten Flächen bestellt werden konnten.
Der Winterrapsanbau wurde um 2,6 % reduziert und kommt jetzt auf 1,27 Mio. Hektar. Auch die Rapsaussaat wurde durch fortwährende Niederschläge – meist in Norddeutschland - behindert.
Deutschland ist in der EU der zweitwichtigste Weizenerzeuger und –Exporteur. In vielen Jahren auch der größte Rapsproduzent. Und darüber hinaus auch Europas bedeutendster Produzent von Speiseölen und Biodiesel-Hersteller.
Diese Zahlen deuten daraufhin, dass die deutschen Ernten von Weizen und Ölsaaten in 2018 nicht allzu üppig ausfallen werden. Die Bauern werden wohl mehr Sommerkulturen anbauen müssen, das Saatgut dafür ist aber begrenzt.
Die Anbaufläche von Wintergerste, die als Futtermittel verwendet wird, wurde um 2,5 % auf 1,25 Mio. Hektar ausgeweitet.
Roggen und andere kleinere Winterkulturen wurden auf einer um 1,2 % größeren Anbaufläche gesät (543.000 Hektar). Das Futtergetreide Triticale wurde auf nur noch 378.000 Hektar gesät, ein Minus von 2,7 %.

Text: HANSA Terminhandel GmbH

20.12.2017 Kanadisches Canola erfüllt strenge EU-Umweltstandards

Die EU-Kommission gestattet Ölmühlen in Europa kanadische Rapssaat (Canola) zur Herstellung von Biodiesel zu verwenden. In der EU gilt ein strenger Umweltstandard für die Verwendung von Biomasse als Rohstoff für die Treibstoffherstellung. Das teilte gestern die kanadische Regierung mit.
In der EU gilt, dass Biomasse für die Herstellung von Treibstoffen mindestens 35 % weniger Treibhausgase während der Vegetationsphase bis zur Ente erzeugen dürfen. Der Gesetzgeber will damit erreichen, dass die Ziele des Pariser Umweltabkommens eingehalten werden können. Am 1. Januar 2018 steigt diese Emissionsgrenze sogar auf 50 %.
Die Entscheidung der Brüsseler Kommission wurde gestern auf ihrer Homepage veröffentlicht. Dort heißt es, dass Canola aus Kanada diesen höheren Standard erfüllt.
Kanada exportierte in 2016 Canola im Wert von 213 Mio. Euro in die Europäische Union, um hier Biodiesel zu erzeugen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

18.12.2017 Rapsanbau in der EU verliert an Boden

Die EU-Kommission hat heute eine 10-Jahres-Prognose für den Anbau von Rapssaat abgegeben.
Demnach wird die in Europa beliebteste Ölsaat an Boden verlieren, weil die Nachfrage nach Biodiesel nachlässt und Produkte anderer Ölsaaten als Futtermittel Marktanteile gewinnen.
Es wird bis 2030/31 eine deutliche Flächeneinschränkung bei der Rapssaat auf nur noch 6 Mio. Hektar geben. Im Mittel der vergangenen fünf Jahre wurden in der EU 6,5 Mio. Hektar mit der Ölsaat bestellt. Steigende Erträge werden die Flächeneinschränkungen teilweise auffangen aber insgesamt wird die Produktion sinken. Bereits jetzt sei zu spüren, dass es einen Trend von der Rapssaat zur Sojabohne gibt. Dieser Trend wird sich fortsetzen, weil es bezüglich der Biotreibstoffe der ersten Generation eine Unsicherheit gebe.
Aus Rapssaat werden 60% des in der EU produzierten Biodiesels erzeugt. Wenn sich die Nachfrage danach jetzt verringert, trifft das zuerst den Rapsverbrauch. Die Rapsnachfrage für Biodiesel werde sich bis 2030/31 auf 9,1 Mio. Tonnen von aktuell 10,5 Mio. Tonnen verringern.
Die Fachleute der Kommission schätzen einen Rückgang der EU-Rapserzeugung bis 2030/31 auf 20,7 Mio. Tonnen von derzeit 21,7 Mio. Tonnen.
Die EU-Sojabohnenproduktion wird bis 2030/31 auf 3 Mio. Tonnen steigen (aktuell: 2,7 Mio. Tonnen). Importe von Sojabohnen und Sojaschrot wird als Proteinlieferant in den Futtermitteln immer attraktiver.
Auch die Produktion von Sonnenblumen werde am Ende des Betrachtungszeitraums von dem Rückgang der Rapsproduktion profitieren.
Optimistischer äußert sich die Kommission über die Entwicklung der Weizenproduktion in der EU. Im Jahr 2030/31 werden in der 28er-Gemeinschaft 36,8 Mio. Tonnen exportieren. Aktuell sind es 27 Mio. Tonnen. Eine steigende Nachfrage aus dem Mittelmeerraum, insbesondere der Sub-Sahara-Region und den Golfstaaten mache das möglich.
Eine steigende Nachfrage nach Futtermitteln, gefördert durch einen expandierenden Milchsektor treibt die Nachfrage nach Weizen an. Die Weizenproduktion der EU werden in 2030/31 auf 160,7 Mio. Tonnen steigen von derzeit 142,5 Mio. Tonnen.
Alle Prognosen basieren auf die derzeit bestehende 28-er-Gemeinschaft. Bekanntlich wird Großbritannien aber die EU im Jahr 2019 verlassen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

14.12.2017 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Die Ankündigung von Regenfällen in Argentinien lassen die Sojabohnenkurse heute auf ein Vier-Wochen-Tief sinken. Die ausgetrockneten Felder können sich am Wochenende möglicherweise wieder Bodenfeuchte aufbauen sodass dann die Aussaat von Sojabohnen noch fristgerecht vor dem Jahreswechsel durchgeführt werden kann.
Auch die Rapspreise für die alte Ernte am Pariser Matif kennen seither nur eine Richtung: nach unten. Der Fronttermin verlor seit einer Woche mehr als 8 Euro/Tonne. Hierzulande besteht Unsicherheit über die Biodieselmenge, die Argentinien nach Europa schickt und wieviel Canola noch aus Kanada kommt.
Landwirte halten sich nach dem Preisrutsch mit ihrem Rapsangebot vom Markt fern. Die Kontraktpreise für die nächste Ernte liegen nur noch bei 330 €/Tonne. Auch die Sojaschrotpreise sind nach einem bärischen USDA Report am vergangenen Dienstag wieder rückläufig. Die weltweite Versorgung mit Sojabohnen ist weiterhin üppig. Chinas Nachfrage nach der Ölsaat fokussiert sich inzwischen auch auf das Angebot aus Brasilien. Dort haben die Farmer im Vergleich zu den Vorjahren allerdings bisher weniger Vorverträge geschlossen. Der Verband der Ölmüller in Brasilien Conab hat seine Schätzung zur dortigen Sojabohnenernte angehoben.
Text: HANSA Terminhandel GmbH – eigene Recherche

12.12.2017 Frankreich aktualisiert seine Ernteschätzungen

Das französische Landwirtschaftsministerium hat heute seine Schätzung zur Zuckerrübenernte sowie der Maisernte 2017 erneuert.
Danach wurde eine Rekordmenge an Zuckerrüben geerntet, vor einem Monat ging man noch von 42,6 Mio. Tonnen aus. Jetzt sind es 30 % mehr als in 2016. Eine große Ernte war erwartet worden, nachdem die EU die Begrenzung der Produktionsmenge aufgehoben hat. Die Anbaufläche wurde deutlich ausgeweitet und auch der Ertrag war hoch.
Die Maisernte 2017 wird jetzt mit 13,7 Mio. Tonnen angegeben, gegenüber 13,1 Mio. Tonnen im Vormonat. Andere Marktbeobachter waren schon von dieser höheren Menge ausgegangen.
Die Weichweizenproduktion 2017 wurde heute zum zweiten Mal in Folge nach unten korrigiert. Jetzt geht man von 37,5 Mio. Tonnen aus nach 37,9 Mio. Tonnen im Vormonat. Jetzt sind es 34 % mehr als in der Missernte 2016.
Die Schätzung der Rapssaaternte Frankreichs in 2017 bleibt auf dem Niveau des Vormonats auf 5,4 Mio. Tonnen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

08.12.2017 Argentinische Biodiesel-Importe schaden EU-Ölmühlen

Importe von billigem Biodiesel aus Argentinien, die die EU seit Herbst wieder erlaubt, bereiten den Europäischen Ölmühlen zunehmend Probleme und zwingen zur Produktionseinschränkung. Das sagt heute der Vorstand einer führenden deutschen Ölmühle.
Die Zukunftsperspektive für Ölmühlen in der EU sind im neuen Jahr unsicher, sagte Thorsten Tiedemann, Vorstand der Getreide- und Ölsaatengruppe Getreide AG, eine der größten deutschen Raps-Verarbeiter in Deutschland.
In der EU werden jährlich 10 Mio. Tonnen Rapssaat geerntet, wovon 6 Mio. Tonnen zu Biodiesel und Rapssaatschrot verarbeitet werden.
Die Ölmühle der Getreide AG in Rostock kann 1 Mio. Tonnen jährlich zu 400.000 Tonnen Öl und 600.000 Tonnen Futtermittel verarbeiten. Bis Anfang Dezember war Rapsöl der Nachfragetreiber für die Ölmühle, erst an zweiter Stelle kam das Rapsschrot, so Tiedemann. Das wird sich jetzt ändern, nachdem die Biodieselimporte aus Argentinien auf unseren Markt drängen. Dann wird Rapsschrot mehr Anteil an der Wertschöpfung haben.
Die Europäische Union erklärte im September, dass die Importzölle reduziert werden, nachdem die EU in einem Anti-Dumping Verfahren vor der WTO gegen Argentinien unterlag. Inzwischen hat nun die USA ebenfalls ein Anti-Dumping-Verfahren von dem WTO-Gericht gegen Argentinien eröffnet. Deshalb verschifft das Südamerikanische Land jetzt mehr Biodiesel in die EU.
Es wird erwartet, dass in den kommenden Monaten 400.000 bis 500.000 Tonnen argentinisches Biodiesel geliefert wird, der rund 1 Mio. Tonnen Rapssaat ersetzt. Dafür eine Absatzalternative zu finden sei schwer, so Tiedemann gegenüber der Agrarzeitung. Rapssaat-Öl zu exportieren sei schwierig, da es sehr viel Konkurrenz gibt. Deshalb werden die europäischen Ölmühlen ihre Produktion zurückfahren müssen.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

07.12.2017 HANSA Terminhandel – Ölsaaten-Mail

Kanadas große Ölsaatenernte sowie extrem hohe Importzölle der USA für argentinisches Biodiesel drücken die Kurse von Rapssaatfutures am Pariser Matif. Die kanadische Canola-Produktion 2017 wird jetzt offiziell bei 21,3 Mio. Tonnen auf einem Rekordniveau gesehen. Außerdem hatte die US-Regierung gestern die Strafzölle auf Biodieselimporte aus Argentinien in Höhe von 72 % bestätigt, was zwar den Kurs der Sojabohnen am CBoT stützte, aber die Biodieselproduktion hierzulande bald massiv einschränken dürfte, denn der Biodieselmarkt in der EU dürfte ab dem nächsten Frühjahr von einem Angebotsdruck aus Südamerika beeinträchtigt werden.
Die Sojaschrotkurse an der CBoT waren in den vergangenen Tagen kräftig gestiegen, was sich auch auf die Kassapreise in Deutschland überträgt. Der Hauptgrund dafür ist die Trockenheit in Argentinien. Käufer hierzulande sind aber skeptisch, ob sich das hohe Preisniveau durchsetzt und warten vorerst lieber ab. Von der Preisentwicklung profitierten auch Rapsschrote.
Text: HANSA Terminhandel GmbH

06.12.2017 Kanada fährt größere Canola- und Getreideernte ein als erwartet

Statistics Canada berichtet heute von einer sehr guten Ernte in Kanada. Es wurden größere Getreide- und Ölsaatenernten eingefahren als erwartet. Die Canola-Ernte brachte sogar ein neues Rekordergebnis.
Eine späte Ernte im Westen Kanadas ließ lange unsicher, wie groß die Canola-Ernte tatsächlich ausfallen würde. Aber der Herbst war generell trocken was auch den Erträgen zugute kam.
Die Canola- (Rapssaat-) Produktion war nun mit 21,3 Mio. Tonnen so groß wie nie und um 8 % größer als es noch in der September-Schätzung erwartet wurde. Das sind auch 1 Mio. Tonnen mehr als es eine Reuters-Schätzung vor einer Woche erwarten ließ.
Nach dem Bekanntwerden des Reports sanken die Kurse der Canola um 0,5 % ab.
Händler im Kassamarkt berichten, dass es für die große Ernte eine gute Nachfrage gibt. Die Canola-Preise profitieren von den relativ hohen Kursen für Sojabohnen.
Die Kanadische Weizenernte wird jetzt auf 30 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 5,5 % weniger als im Vorjahr. Die neue Schätzung war dennoch 10,5 % höher als die bisherige Erwartung der Händler im Markt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

06.12.2017 Coceral hebt Schätzung für die Weizen-, Gersten- und Maisproduktion an

Der europäische Verband der Getreidehändler Coceral hob heute seine Schätzung für die Weizenproduktion 2017 von 141,1 Mio. Tonnen auf 142 Mio. Tonnen an.
Die Gerstenproduktion kommt in der aktualisierten Schätzung auf 58,4 Mio. Tonnen nach 57,6 Mio. Tonnen.
Die Maisernte 2017 wird jetzt auf 61,4 Mio. Tonnen geschätzt, nach 59,8 Mio. Tonnen und
Die Rapssaaternte in der EU wird auf 21,9 Mio. Tonnen geschätzt, knapp unter der letzten Prognose, die noch von 22 Mio. Tonnen ausging.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Coceral

05.12.2017 Indien: Rapssaat-Produktion bricht um 10% ein

Indiens Rapssaatproduktion im Erntejahr 2017/18 wird nach Einschätzung offizieller Stellen um mindestens 10% einbrechen. Geringe Niederschläge und hohe Temperaturen haben Farmer veranlasst, trotz hoher Importzölle auf Speiseöl bereits geplante Flächen auf andere Feldfrüchte umzuwidmen. Rapssaat wird in Indien typischerweise zu Rapsöl verarbeitet. Es ist die Haupt-Winter-Ölfrucht in Indien.
Indien ist im großen Umfang auf Speiseöl- Importe angewiesen. Rund zweidrittel des Bedarfs wird importiert Eine geringere Ölsaat-Produktion hätte damit einen größeren Importbedarf von Palmöl, Sojaöl und Rapsöl zur Folge.
Per 1. Dezember wurden 5,55 Mio. Hektar mit Rapssaat bestellt. Das ist ein Rückgang um 9,5% zum Vorjahr. Bei weiter ungünstigen Wetterbedingungen ist ein noch größerer Rückgang zu erwarten.
Unter anderem im Bundesstaat Rajasthan, dem Top-Rapssaat-Produzenten, der in Indiens Nordwesten liegt, haben hohe Temperaturen und Trockenheit zu deutlichen Verzögerungen bei der Aussaat geführt. Außerdem führten die schlechten Bedingungen zu einer schwachen Entwicklung der Pflanzen.
In der Saison 2016/17, die am 31. Oktober endete, produzierte Indien insgesamt 6,73 Mio. Tonnen Rapssaat. Um den Anbau in Indien zu forcieren, erhöhte die Regierung im vergangenen Monat den Importzoll für Speiseöl auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Die Entscheidung kam nach Einschätzung von Marktbeteiligten allerdings zu spät. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirtschaftlichkeit beim Rapssaatanbau im vergangenen Jahr enttäuschend schwach war. Importe von Palmöl und Sojaöl haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr kräftig zugenommen und setzten die lokalen Preise für Rapssaat und Sojabohnen unter Druck.
Indien importiert hauptsächlich Palmöl aus Indonesien und Malaysia und Sojaöl aus Argentinien und Brasilien. Außerdem werden kleine Mengen Sonnenblumenöl aus der Ukraine und Canolaöl aus Kanada importiert.
Die Importe könnten im Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 15,5 Mio. Tonnen steigen (+15% zum Wirtschaftsjahr 2016/17), so ein Händler eines global agierenden Handelshauses mit Sitz in Mumbai. „Die Produktion von Sojabohnen ist rückläufig, nun ist eine kleinere Rapssaaternte zu erwarten und auf der anderen Seite steigt der Konsum. Es gibt also keine Alternative zu steigenden Importen“, so der Händler weiter.
Text: HANSA Terminhandel / Quelle: Reuters

04.12.2017 Nic Kennedy wird Chef des Rohstoffhandels an der Euronext Paris

Nicolas Kennedy hat am 1. Dezember die Leitung des Rohstoffhandels an der Euronext Paris von Olivier Raevel übernommen.
Kennedy war zuvor Leiter der Abteilung Geschäftsentwicklungen, Raveal verlässt das Unternehmen.
Die Euronext Paris ist Europas führende Agrar-Rohstoffbörse mit dem Terminkontrakt auf Mahlweizen, der Europas Benchmark für die Agrarbranche ist. Weitere Terminkontrakte auf Mais und Rapssaat werden börsentäglich sehr liquide gehandelt und dienen der Agrarbrache als Finanzinstrumente zur Preissicherung.
Nic Kennedy war im Oktober 2012 Gastredner auf dem Optionen-Seminar von HANSA Terminhandel im Park Hyatt-Hotel in Hamburg.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Euronext

04.12.2017 Strategie Grains erwartet in 2018 mehr Rapssaat in der EU

Das Beratungsunternehmen Strategie Grains schätzt die Rapssaatproduktion in2018 auf 22,6 Mio. Tonnen nach 21,7 Mio. Tonnen in 2017/18.
In seiner ersten Schätzung für die nächste Ernte unterstellen die Fachleute einen Ertrag von 3,37 Tonnen pro Hektar (Vj.: 3,24 to/ha). Das entspricht dem mehrjährigen Mittel.
Die Anbaufläche wird mit 6,7 Mio. Hektar so groß geschätzt wie im Vorjahr.
Rapssaat ist die bedeutendste Ölsaat in der Europäischen Union. Daraus werden Speiseöle, sowie Biodiesel hergestellt. Das Rapsschrot ist ein wichtiger Eiweißträger in Futtermitteln.
Ölsaaten als Sommerkulturen sind Sonnenblumen, wovon neun Mio. Tonnen erwartet werden (Vj.: 9,3 Mio.to), sowie Sojabohnen, die 2,7 Mio. Tonnen in der EU bringen sollen (Vj.: 2,6 Mio.to).
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

01.12.2017 Kanadas Canola- und Weizenernte größer als zuvor geschätzt

Einer Reuters-Umfrage unter 15 Händlern zufolge haben kanadische Farmer in diesem Jahr die größte Canola-Ernte überhaupt eingefahren. Auch die Weizenernte ist größer ausgefallen, als im September erwartet. Gute Wetterbedingungen ermöglichten die Ernte von hohen Erträgen.
Am 6. Dezember wird Statistics Canada eine endgültige Ernteschätzung aufgrund einer Erhebung unter den Farmern veröffentlichen.
Die Canola-Ernte wird der Händler-Umfrage zufolge 20,2 Mio. Tonnen betragen; das sind 2,5 % mehr als in der September-Schätzung der Statistikbehörde und 3 % mehr als die Erntemenge in 2016. Die vorherige Schätzung wurde mithilfe von Satelliten- und Klimadaten berechnet.
Dieser Report wird von vielen bezweifelt, das die Ernte sich lange hinzog; es könnte noch einige Überraschungen geben.
Kanada ist weltweit der größte Canola- (Rapssaat-) Produzent und –Exporteur und eine bedeutender Weizenexporteur.
Die Weizenernte (alle Sorten) wird auf 28 Mio. Tonnen geschätzt, das sind 3 % mehr als im September Report aber 12 % weniger als in der Ernte 2016.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

01.12.2017 EU-Kommission hebt Ernteschätzung für Weizen und Mais an

Die EU-Kommission erhöhte heute Morgen in ihrem Monatsbericht ihre Schätzung der EU-Weizenproduktion 2017/18 um eine Mio. Tonnen auf 142,5 Mio. Tonnen.
Außerdem wurde auch die Maisernte 2017 der 28er-Gemeinschaft höher geschätzt, nämlich auf 62,2 Mio. Tonnen (Vormonat: 58,5 Mio. Tonnen).
Die Schätzung der Rapssaaternte zur Vermarktung in der Saison 2017/18 wurde dagegen auf 21,7 Mio. Tonnen von 22,3 Mio. Tonnen im Vormonat gesenkt.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Quelle: Reuters

30.11.2017 HANSA Terminhandel - Ölsaaten-Mail

Bessere Wetterbedingungen und damit eine gute Bestandsentwicklung auf den Feldern in Brasilien sorgen in den letzten Tagen für sinkende Kurse der CBoT-Sojabohnenfutures. Außerdem erwartet das USDA in 2018 eine weitere Ausweitung der Anbaufläche für Sojabohnen in den USA auf 91 Mio. acres. Kursstützend wirken dagegen die großen Einkäufe Chinas in den USA sowie eine drohende Trockenheit in Argentinien aufgrund des Wetterphänomens La Nina während der Bestellphase für die Ölsaat. Einige Farmer werden wohl jetzt mehr Mais statt Sojabohnen anbauen. Seit zehn Tage stiegen deshalb Preise für Sojaschrot.
Die europäischen Rapskurse am Pariser Matif steigen seit Dienstag aus ihrem zweieinhalb-Monats-Tief. Vermutlich treibt die Nachfrage der Mineralölkonzerne nach Biodiesel die Nachfrage nach Rapssaat an. Die niedrigen Börsenkurse sorgten zudem dafür, dass die Verkaufsbereitschaft für Raps gesunken war.
Text: HANSA Terminhandel GmbH / Grafik: Saxo-Trader

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